Díaz-Canel zum ersten kubanischen Präsidenten seit 1976 gewählt

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel nach der Wahl am 10. Oktober (Quelle: Granma)

Havanna. Das kubanische Parlament hat auf einer Sondersitzung am Donnerstag den 59-jährigen Miguel Díaz-Canel zum Staatspräsidenten des Landes gewählt. Das Amt wurde erstmals seit 1976 wieder besetzt. Damit wurde ein wichtiger Zwischenschritt bei der Umsetzung der neuen kubanischen Verfassung erreicht, die am 10. April diesen Jahres offiziell proklamiert wurde. In seiner ersten Rede als Präsident erklärte Díaz-Canel die Entwicklung der Wirtschaft zur Hauptaufgabe seiner Regierung und kündigte das Ende der aktuellen Energiekrise an.

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USA sanktionieren weitere Reedereien, China hilft mit Millionenschenkung

Die Vereinigten Staaten haben am 24. September neue Sanktionen gegen vier Reedereien ausgesprochen, die venezolanisches Öl nach Kuba liefern (Quelle: Commons)

Wie das US-Finanzministerium bekannt gab, sind gestern vier weitere Reedereien, die venezolanisches Öl nach Kuba liefern, auf einer „schwarzen Liste“ gelandet. Mit den Sanktionen will die US-Regierung Kubas Ölversorgung unterbrechen und damit „die Unterstützung für das illegale Maduro-Regime in Venezuela“ beenden. Fast gleichzeitig kam eine gute Neuigkeit aus Fernost: China kündigte an, die schwächelnde Konjunktur der Insel mit einer Spende in Höhe von 112 Millionen US-Dollar stützen zu wollen.

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Was tut Kuba gegen den Klimawandel?

Schwerölkraftwerk in Kuba (Quelle: Granma)

Auf der ganzen Welt ging heute die „Fridays for Future“-Bewegung für mehr Klimaschutz auf die Straße. Auch Kuba spürt die Folgen der vom Menschen verursachten Erderwärmung immer deutlicher in Form von Wetterextremen wie Tropenstürmen und anhaltenden Dürreperioden. In Folge steigender Meeresspiegel wird die Insel künftig noch stärker als heute unter den Folgen des Klimawandels zu leiden haben. Doch wie steht es um Klimaschutz und Nachhaltigkeit in dem sozialistischen Land?

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In Kuba werden in Zukunft Windkraftanlagen produziert

Kuba will in Zukunft eigene Rohrtürme für Windkrafträder produzieren (Quelle: Flickr)

Havanna. Das kubanische Unternehmen Metunas (Paco Cabrera Metallic Structures Company) wird als erstes im Land Rohrtürme für die Montage von Windkraftanlagen herstellen. Die Installationen der erforderlichen neuen Ausrüstung in der Fabrik in der östlichen Provinz Las Tunas sind bereits abgeschlossen. Die Investition wurde durch die Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China ermöglicht. Sie soll die Montage von Windkraftanlagen in Kuba weiter voranbringen und dazu beitragen, die Stromerzeugung durch Windkraft zu fördern.

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Unión Eléctrica: stabile Stromversorgung im Sommer gewährleistet

Kuba generiert rund 90 Prozent seiner elektrischen Energie aus fossilen Brennstoffen, plant jedoch in den kommenden Jahren den Anteil der erneuerbaren Auszubauen (Quelle: Cubadebate)

Wie Kubas staatlicher Stromversorger Unión Eléctrica (UNE) bekannt gab, wird es diesen Sommer auf der Insel trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation keine Stromabschaltungen geben. „Dennoch rufen wir die Bevölkerung zum Sparen auf“, erklärte UNE-Vertreterin Elaine Moreno Carnet im kubanischen Fernsehen. Der Sommer ist auf Kuba die Jahreszeit mit dem höchsten Stromverbrauch, da die Klimaanlagen dann auf Hochtouren laufen.

„Es können natürlich Ausfälle aufgrund unvorhergesehener Katastrophen wie Gewitter und Naturereignissen auftreten, jedoch nicht aufgrund fehlender Stromproduktion“, so Moreno Carnet. Man sei auf die verbrauchsintensiven Sommermonate gut vorbereitet. Kubas Stromversorgung basiert zu rund 90 Prozent auf der Verbrennung von Schweröl und Diesel. Aufgrund zurückgehender Öllieferungen aus Venezuela musste das Land zuletzt im Somer 2016 zeitweise den Stromverbrauch im öffentlichen Sektor einschränken, Privathaushalte waren jedoch auch damals nicht betroffen.

Die Einsparmaßnahmen riefen damals bei vielen Kubanern Erinnerungen an die im wahrsten Sinne des Wortes dunklen Tage der Sonderperiode Anfang der 1990er Jahre hervor, als nach dem Wegfall des Handels mit der Sowjetunion die Stromversorgung teilweise nur noch für wenige Stunden am Tag gewährleistet werden konnte. In einem tropischen Land wie Kuba bedeutet das natürlich starke Einschränkungen für die Bevölkerung, nicht zuletzt auch mit Blick auf die Lagerung von Lebensmitteln.

Doch eine Rückkehr in diese Zeiten scheint derzeit erstmal ausgeschlossen. Erst vor wenigen Tagen meldete die Unión Eléctrica einen Allzeit-Rekord bei der Stromerzeugung, der 4 Prozent über dem geplanten Wert für diesen Frühsommer lag.  „Wir haben ein neues Programm zur Überwachung des Stromverbrauchs entwickelt, aber appellieren weiter an die Bevölkerung, sparsam mit der Energie umzugehen“, erklärte Moreno Carnet. 56 Prozent der elektrischen Energie auf Kuba wird von den Privathaushalten verbraucht. Bis zum Jahr 2030 will Kuba rund ein Drittel des elektrischen Stroms mittels erneuerbarer Energien produzieren, um die Abhängigkeit von importierten Energieträgern zu reduzieren.

Grundstein für neuen Windpark in Las Tunas gelegt

Windpark auf Kuba. Mit einer Leistung von 101 Megawattstunden werden die beiden neuen Anlagen in Las Tunas zu den Leistungsfähigsten im Land gehören (Quelle: ACN)

Kubas leistungsstärkster Windpark entsteht derzeit in der östlichen Provinz Las Tunas. Wie die Nachrichtenagentur ACN meldet, wurden Anfang März die ersten 34 Fundamente für die neuen Turbinentürme gelegt, welche künftig rund 90 Prozent des Strombedarfs der Provinz decken sollen.

Der erste Windpark „Herradura 1“ entsteht nahe der Gemeinde Jesús Menéndez in der Provinz Las Tunas, wo auch die etwas kleinere Schwesteranlage „Herradura 2“ parallel errichtet wird. Mit einer Leistung von 51 Megawattstunden wird „Herradura 1“ zum leistungsstärksten Windpark auf Kuba, die Flügel werden eine Spannweite von 70 Metern aufweisen. Bisher wurden auf Kuba nur kleinere Windparks errichtet, vor allem in der Nachbarprovinz Holguín. Zusammen mit dem Schwesterpark soll die Anlage insgesamt 101 Megawattstunden liefern können, ein Großteil der 112 Megawattstunden, welche in der Provinz verbraucht werden.

Kuba plant seine Energiematrix bis zum Jahr 2030 weiter diversifizieren. Bis dahin sollen erneuerbare Energiequellen wie Windkraft, Solar, Biogas und andere einen Anteil von 24 bei der Stromversorgung ausmachen. Dies soll die Abhängigkeit der Insel von fossilen Energieträgern bei der Elektrizitätsgewinnung deutlich reduzieren und den CO2-Ausstoß verringern.

Elektrifizierung erfolgreich abgeschlossen

2019 will Kuba 43 neue Solarparks mit einer installierten Leistung von 179 Megawatt errichten (Quelle: Cubadebate)

Seit April dieses Jahres ist der Prozess der Elektrifizierung auf Kuba abgeschlossen, wie das staatliche Fernsehen in einem Bericht jüngst bekannt gab. Alle 17.614 Haushalte, die bis dahin noch ohne Strom waren, werden inzwischen mit Elektrizität versorgt. Doch die Investitionen in die Stromerzeugung gehen weiter. Im kommenden Jahr will der Energieversorger UNE über 900 Millionen Pesos für die Erneuerung mehrerer Blockkraftwerke aufwenden.

Mit dem Sieg der kubanischen Revolution 1959 wurde die Elektrisierung des ganzen Landes als eine der prioritären sozialen Aufgaben des neuen Staates begriffen. Damals lag die Elektrifizierungsrate bei rund 56 Prozent. Obwohl schon seit den späten 1980er Jahren über 90 Prozent der Haushalte ans Stromnetz angeschlossen waren, stellte sich gerade das letzte Zehntel als schwierige Herausforderung dar: die meisten der letzten stromlosen Haushalte waren in den Bergen, im Dschungel und anderen abgelegenen Gebieten mit schlechter Infrastruktur.

Die Fertigung von Solarpanelen hatte sich in den letzten Jahren als gute Lösung herausgestellt, um auch diese Haushalte dezentral mit Strom versorgen zu können. Damit konnte der kubanische Elektrifizierungsgrad in den letzten Jahren auf über 99 Prozent gesteigert werden. Seit April hat auch der letzte Haushalt Strom, entweder übers reguläre Netz, zumindest aber über ein Solarpanel. Dieses kommt zusammen mit einem Akku, dessen Leistung für einen Fernseher sowie mehrere Lampen und Handyladegeräte ausreichend ist.

Doch mit der Elektrifizierung ist der Ausbau der kubanischen Energieversorgung keineswegs abgeschlossen. Das Land hat ambitionierte Pläne und will bis 2030 rund ein Viertel des Stroms aus erneuerbaren Quellen erzeugen. Dennoch müssen in den nächsten Jahren auch die bestehenden Schwerölkraftwerke, welche überwiegend aus den 1970er Jahren stammen, grunderneuert werden. 2019 sollen zunächst drei Kraftwerksblöcke in Mariel und Holguín mit einer Gesamtleistung von 700 Megawatt überholt werden. Parallel dazu wird es im kommenden Jahr auch bei den erneuerbaren Energien vorangehen: 43 neue Solarparks mit einer Leistung von 179 MW und zwei Windparks mit je 50 MW sollen bis Ende 2019 ans Netz gehen.