Kuba exportiert mehr soziale Dienstleistungen

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Kubanische Ärzte und Sozialarbeiter sind in 67 Ländern im Einsatz (Quelle: Universoincreible)

Havanna. Das sozialistische Kuba hat in in den vergangenen Wochen und Monaten neue Verträge über den Export von medizinischen und anderen Dienstleistungen abgeschlossen, berichtete die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina. Sie zitierte die stellvertretende Gesundheitsministin, Marcia Cobas, die sich in einem Pressestatement zu dem Engagement im Ausland äußerte.

Demnach wurden unter anderem mit Brasilien, Katar, Mexiko, Portugal und Saudi-Arabien neue Abkommen über den Export von Dienstleistungen unterzeichnet, wobei keine genauen Angaben über den Umfang der Vereinbarungen bekannt wurden. Gleichzeitig bekräftigte Cobas die Bedeutung der solidarischen Hilfe, welche auch weiterhin in Krisengebieten geleistet werden soll.

Insgesamt arbeiten heute über 50.000 Kubaner in 67 Ländern, die meisten davon im Gesundheitswesen. Aber auch Sport- und Beratungsdienstleistungen werden von kubanischer Seite angeboten. Der Export von Dienstleistungen zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen des Landes.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

Ehrgeizige Zuckersaison 2014/15 steht bevor

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Der Einsatz von Düngemitteln für die Zuckerernte wird in diesem Jahr verdoppelt (Quelle: Granma)

In wenigen Tagen beginnt in Kuba die Zuckerrohrernte für die Saison 2014/15, auch  „Zafra“ genannt. Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen in den Mühlen des Landes, um die ehrgeizigen Ziele erfüllen zu können. Im kommenden Jahr plant Kuba zwei Millionen Tonnen Rohzucker zu produzieren, eine Steigerung von 23 Prozent gegenüber der letzten Saison. Experten der staatlichen Zuckerholding AZCUBA erklärten jüngst in der Parteizeitung Granma die Ziele für die kommende Ernte.

Um das maue Ergebnis dieses Jahres zu übertreffen, wurden umfangreiche Investitionen in Wartung und Erneuerung der Zuckermühlen vorgenommen, von denen 44 noch in den kommenden Wochen ihren Betrieb aufnehmen werden. Bis Januar sollen acht weitere folgen. Zu den wichtigsten Investitionen zählt der Import von 200 modernen Zuckererntern aus Brasilien, die im Unterschied zu den vorherrschenden sowjetischen KTP-Modellen im 24 Stunden-Betrieb eingesetzt werden können.

Mehr Düngemittel für bessere Qualität

Ebenfalls neu ist der umfangreiche Einsatz natürlicher und chemischer Düngemittel, die  durch Flugzeuge auf einer Fläche von 140.000 Hektar verteilt werden, doppelt so groß wie in der vorangegangenen Ernte. Dadurch soll sich der Zuckergehalt im Rohr erhöhen, was der Qualität zu Gute kommt und die Nettoausbeute der Mühlen steigert. In der vergangenen Saison war der Saccharoseanteil bei 10,92 Prozent, weniger als noch im Jahr zuvor. Starke Regenfälle haben die Quantität und Qualität der Ernte stark beeinträchtigt.

Durch die gesunkene Qualität des Zuckerrohrs konnte der Rohzuckerertrag in diesem Jahr um lediglich 4 Prozent Prozent zulegen, er lag bei 1,67 Millionen Tonnen. Durch den Einsatz der Düngemittel, der zwei Millionen US$ kostet, verspricht man sich Mehreinnahmen von 10 Millionen US$. Die pro-Hektar Erträge sollen 2015 bei mindestens 43 Tonnen Zuckerrohr liegen. Zusätzlich zum Zucker will Kuba 1,3 Millionen Hektoliter Ethanol und 225 Millionen Tonnen Tierfutter als Nebenprodukte herstellen. Außerdem sollen die Zuckermühlen 125 Gigawatt Strom erzeugen.

Doch nicht nur bei den Investitionen sind Fortschritte zu verzeichnen, auch die Kader- und Lohnpolitik konnte sich weiter konsolidieren, was die Arbeitskräfteschwankungen im Sektor zu dämpfen vermochte. Zu den Neuerungen gehört die Einführung eines verbesserten Entlohnungssystems für die Produzenten. Bisher wurden diese nach Tonnen bezahlt, in der jetzigen Saison wird es erstmals Prämien für hohen Saccharoseanteil im angelieferten Zuckerrohr geben.

Nach oben korrigierte Ziele für 2015

Die Wiederbelebung des kubanischen Zuckersektors geht also weiter. Der Zuwachs von 23 Prozent ist das anspruchvollste Wachstumsziel der letzten Jahre – und eine deutliche Korrektur nach oben. Noch im Oktober war von einem Zuwachs von lediglich 12 Prozent die Rede, was 1,88 Millionen Tonnen ergeben hätte. Warum auf einmal zwei Millionen Tonnen vorgesehen sind, wurde nicht kommentiert. Manches deutet jedoch darauf hin, dass die Trendwende gelingen könnte.

Kubas Zuckerindustrie gibt sich derzeit ungewohnt optimistisch: „Für diese Kampagne gibt es deutlich bessere subjektive und objektive Bedingungen als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt“, sagte Pérez Omar, Spezialist der AZCUBA-Gruppe. In den letzten Wochen berichteten die kubanischen Medien verstärkt über Investitionen in den Zuckersektor, dem Thema wird deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt als im vergangenen Jahr.

Denn wenn die zwei Millionen Marke geknackt wird, wäre dies nicht zuletzt auch ein  symbolischer Etappensieg, um die mageren, von Unterfinanzierung und Improvisation geprägten Jahre der letzten Dekade endgültig hinter sich zu lassen. In den 1980er Jahren produzierte Kuba noch über acht Millionen Tonnen Rohzucker und war wichtigster Lieferant des sozialistischen Lagers. Die pro-Hektar Erträge lagen damals bei 60 Tonnen. Heute liegt die Zuckerindustrie auf dem Produktionsindex bei 21 Prozent vom Stand des Jahres 1989.

Mittelfristig will man bescheidener bleiben, auch aufgrund der gesunkenen weltweiten Nachfrage. In einigen Jahren soll sich die Zuckerproduktion Kubas zwischen 3 und 4 Millionen Tonnen pro Jahr einpendeln, bei pro-Hektar erträgen von 52 Tonnen Zuckerrohr. Um den veralteten Maschinenpark zu modernisieren, sollen auch Direktinvestitionen zum Einsatz kommen. Im aktuellen Investitionskatalog, der vergangene Woche auf der FIHAV veröffentlicht wurde, sind vier Zuckermühlen zur Verwaltung durch ausländische Investoren ausgeschrieben.

Chinas Präsident Xi Jinping besucht Lateinamerika

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Chinas Präsident Xi Jingping (Quelle: Cubadebate)

Fortaleza. Chinas Präsident Xi Jinping hat seine Lateinamerikareise begonnen. Der 61-jährige, der vergangenes Jahr als Nachfolger von Staatspräsident Hu Jintao gewählt wurde, nahm am Gipfeltreffen der BRICS-Staaten teil, das von Montag bis zum gestrigen Mittwoch im brasilianischen Fortaleza stattfand. Die Anwesenheit von Präsident Xi bei dem Treffen werde „die Entwicklung der BRICS-Kooperationsprojekte befördern, besonders die Schaffung einer Entwicklungsbank und eines Währungsreservefonds“, so das chinesische Staatsfernsehen.

Xi Jinping wird neben Brasilien, Venezuela und Argentinien auch Kuba einen Besuch abstatten wird. China ist inzwischen ein wichtiger Handelspartner für die Länder der Region. Im vergangenen Jahr belief sich der Handel zwischen Lateinamerika und dem Reich der Mitte auf 262 Milliarden US-Dollar.

Mit Blick auf seinen letzten Besuch in Havanna im Jahr 2011, damals allerdings noch nicht als Staatspräsident, betonte Xi die bewährten Beziehungen zwischen China und Kuba, die es in ein „Beispiel für die Einheit und Kooperation zwischen Entwicklungsländern“ zu verwandeln gelte. Kuba war 1960 das erste Land Lateinamerikas, das diplomatische Beziehungen zu China aufgenommen hatte.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

Putin besucht Kuba am 11. Juli

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Fidel Castro und Wladimir Putin bei dessen letzten Besuch in Havanna, Dezember 2000 (Quelle: Progreso Weekly).

Moskau, 8. Juli (RIA Novosti). Russlands Präsident Wladimir Putin reist vom 11. bis 16. Juli durch mehrere lateinamerikanische Länder, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

Neben seinen Besuchen in Kuba und Argentinien nimmt der russische Staatschef am 6. BRICS-Gipfel im brasilianischen Fortaleza teil. Im Beisein Putins findet in Rio de Janeiro die feierliche Übergabe des Austragungsrechts für die nächste Fußball-WM in Russland statt.

Auf Einladung des kubanischen Staatschefs Raul Castro besucht Putin zunächst den Inselstaat. Ein Treffen mit Revolutionsführer Fidel Castro wurde bereits angekündigt. Der 87-jährige Commandante hat sich lange Zeit nicht mehr in der Öffentlichkeit sehen lassen, weshalb sein Treffen mit Putin weltweite Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird.

Die russische Staatsduma (Parlamentsunterhaus) hatte vor Beginn der Sommerferien ein Regierungsabkommen mit Kuba ratifiziert, demzufolge 90 Prozent der kubanischen Schulden aus der Sowjetzeit erlassen werden. Es handelt sich um 31,7 Milliarden Dollar von insgesamt 35,2 Milliarden Dollar. Der Rest von 3,5 Milliarden soll in 20 Raten über eine Laufzeit von zehn Jahren abbezahlt werden.

Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow werden zehn Prozent der Schulden in die kubanische Wirtschaft reinvestiert. „Wir erwägen ein Projekt zum Bau eines internationalen Frachthubs unter Teilnahme Russlands und anderer Länder auf Kuba“, so Lawrow. In dem 45 Kilometer von Havanna entfernten Hafen Mariel soll eine Sonderwirtschaftszone inklusive Frachtterminal für den internationalen Schiffsverkehr entstehen.

Mit dem Schuldenerlass ist zudem der Weg für russische Kredite frei gemacht worden. Zuvor hatte das russische Finanzministerium mehrmals versprochene Kredite für Kuba „eingefroren“, bis die Schuldenfrage gelöst wird.

Russland verspricht Kuba eine umfangreiche Zusammenarbeit. Die russische Delegation bringt Entwürfe für Abkommen in den Bereichen Energie, Verkehr, zivile Luftfahrt, Raumfahrt und Gesundheitswesen mit.

Die russischen Energieunternehmen Rosneft und Zarubezhneft haben bereits Verträge zur Erschließung von Lagerstätten an der Küste unterzeichnet.

Die US-Medien sehen darin ein Instrument der Außenpolitik Russlands. Angesichts der westlichen Sanktionen entwickelt Russland Energieprojekte in den Schwellenländern.

Die Kooperation im Energiebereich wird auch bei den Gesprächen zwischen Putin und Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner ein Thema sein. Buenos Aires hat Moskau zur Teilnahme an Ausschreibungen zum Bau von zehn Wasserkraftwerken und einem Atomkraftwerk eingeladen.

Wie es aus dem russischen Außenministerium heißt, werden in Buenos Aires ein  nachbearbeitetes Abkommen über die Kooperation bei der friedlichen Nutzung der Atomenergie, drei zwischenstaatliche Abkommen über gegenseitige rechtliche Hilfe bei Strafverfahren und Auslieferung von Kriminellen sowie ein Abkommen im Bereich Massenkommunikation unterzeichnet.

Am 13. Juli schaut sich Putin das WM-Finale in Rio de Janeiro an und nimmt an der feierlichen Übergabe des Austragungsrechts für die nächste WM in Russland teil.

Am 14. Juli kommt Putin zu Gesprächen mit Präsidentin Dilma Rousseff und Wirtschaftsvertretern in die Hauptstadt Brasilia. Vor anderthalb Jahren hatten beide vereinbart, den Handelsumsatz  zwischen den Ländern auf zehn Milliarden Dollar zu erhöhen. Doch weil der tatsächliche Umsatz nicht über 6,5 Milliarden Dollar liegt, will man die Meinungen über die Probleme und Aussichten der Kooperation austauschen. Es sollen Dokumente im Handels-, Investitions- und humanitären Bereichen unterzeichnet werden.

Am 15. Juli reist Putin zum BRICS-Treffen nach Fortaleza. Bei dem Gipfel sollen mehrere Dokumente unterzeichnet werden – über die Gründung eines Währungsreservenpools und der BRICS-Entwicklungsbank zur Finanzierung gemeinsamer Infrastrukturprojekte.

Ursprünglich veröffentlicht auf RIA Novosti. Hervorhebungen durch Autor.

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Putins letzter Besuch in Kuba (2000).