Das erste Land ohne HIV und Syphilis bei Neugeborenen?

HIV

Kolorierte Elektronenmikroskopaufnahme des HI-Virus (Quelle: World Health Map)

Kuba könnte das erste Land der Welt sein, in dem es keine Übertragungen der Geschlechtskrankheiten HIV und Syphilis auf Neugeborene mehr gibt. Dies meldete die kubanische Nachrichtenagentur ACN unter Berufung auf Informationen des Gesundheitsministeriums, wonach die Mutter-Kind Übertragung dieser Krankheiten in Kuba ausgerottet wurde. Ein Expertenteam der WHO traf Ende März auf der Insel ein, um die Ergebnisse zu bestätigen.

„Wir sind vorbereitet, und ich denke das Land wird eine Konsolidierung der Ergebnisse seines Programms zur Vorbeugung sexuell übertragbarer Krankheiten vorweisen und in der Lage sein, die Bestätigung [durch die WHO] zu erhalten“, sagte Kubas Gesundheitsminister Dr. Roberto Morales Ojeda. Damit die Erfolge von der WHO anerkannt werden, muss das Land eine Übertragungsrate von weniger als 0,5 Prozent der Lebendgeburten im Falle von Syphilis und weniger als 2 Prozent im Falle von HIV vorweisen. Die offizielle Bestätigung durch die WHO-Experten steht derzeit noch aus.

In einem Bericht der WHO aus dem Jahr 2012 wurden Kuba wesentliche Erfolge bei der Behandlung von Aids-Paitienten bescheinigt. Kuba und Guyana zählen zu den beiden Ländern in der Karibik, die am stärksten auf sogenannte antiretrovilale Therapien zur Behandlung der Krankheit setzen. In Kuba leben ca. 16.000 HIV-Infizierte, die Prävalenz in der Altersgruppe 15 bis 49 beträgt nach UN-Angaben 0,2 Prozent. Anfang des Jahres gab es Berichte über eine neue, aggressive Variante des HI-Virus in Kuba, die jedoch von kubanischen Wissenschaftlern in Zweifel gezogen wurden.

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Kubanische Ärzte kehren aus Westafrika zurück

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Kubanische Ärzte am Flughafen in Freetown/Sierra Leone kurz vor ihrem Rückflug nach Kuba (Quelle: Telesurtv.net)

Freetown/Matanzas, Kuba. Am Montag dieser Woche sind 151 Mitglieder einer staatlichen Einsatzgruppe kubanischer Ärzte nach einem Hilfseinsatz in Westafrika in ihr Heimatland zurückgekehrt. Die in der „Brigade Henry Reeve“ zusammengeschlossenen Fachärzte mit Spezialisierung auf Katastrophenschutz und Epidemiologie hatten dort in den vergangenen sechs Monaten bei der Bekämpfung des Ebola-Virus geholfen.

Noch vor Abflug aus Sierra Leones Hauptstadt Freetown wurde ihre Arbeit von verschiedenen Seiten gewürdigt. Liberias Außenminister Augustine Kpehe Ngafuan betonte, dass den Kubanern das Risiko ihrer Arbeit sehr wohl bewusst gewesen sei. Allerdings würden sie sich als die „Brüder von der anderen Seite des Ozeans“ verstehen, um in dieser Rolle solidarische Hilfe zu leisten. Auch Sierra Leones Präsident Ernest Bai Koroma dankte dem kubanischen Volk für dessen Unterstützung auf sein Hilfeersuchen. Er habe gewusst, dass Kuba sein Land nicht im Stich lassen würde. Das kubanische Volk sei sich seiner afrikanischen Wurzeln bewusst, so Koroma weiter. Sein Land werde diese Leistung nie vergessen. Auch nach Abzug des Großteils des medizinischen Personals verbleiben weitere 66 Ärzte und Krankenschwestern in Sierra Leone, die erst zum 1. April nach Kuba zurückkehren werden.

Zuletzt hatte sich im Einsatzgebiet ein erheblicher Rückgang an Neuinfizierungen und Todesfällen abgezeichnet. In Liberia wurde seit 22 Tagen keine Neuinfizierung bestätigt. Dennoch sei die Epidemie noch nicht vorüber, hieß es von Behördenseite. Über 24.000 Menschen sind laut Aussagen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Westafrika betroffen, die offiziellen Todeszahlen liegen bei über 10.000. Auch daher sei es ein Zeichen der „Professionalität des medizinischen Personals aus Kuba“, so Maurice Calderon, Vizekoodinatior für auswärtige medizinische Teams der WHO in Sierra Leone, dass sich lediglich ein kubanischer Arzt während der sechs Monate infiziert hat. Dr. Félix Báez Sarria, der in Sierra Leone gearbeitet hatte, wurde bereits erfolgreich behandelt und kehrte nach seiner Genesung zurück, um im Kampf gegen den Virus vor Ort weiterzuarbeiten. Dies sei eine „erneute Demonstration der Leistung der kubanischen Mediziner“, die ihm aus anderen Teilen der Welt bekannt sei, so Calderon weiter. Diese zeichne sich durch „hohes Engagement, gute Leistungen und Achtung vor den Menschenrechten der Kranken“ aus.

Kuba ist dafür bekannt, ein Drittel seines medizinischen Personals in andere Länder zu entsenden. Derzeit befinden sich unter anderem 4.000 Mediziner in über 30 Ländern Afrikas um gegen Krankheiten wie Ebola und Malaria zu kämpfen. Der Malaria waren seit Oktober auch zwei Kubaner zum Opfer gefallen, die zum Einsatz gegen die Ebola-Epidemie nach Westafrika gekommen waren. Daher gedachten die Rückkehrer am Montag auch ihren verstorbenen Kollegen, dem Krankenpfleger Reinaldo Villafranca, der in Sierra Leone gearbeitet hatte und Jorge Juan Guerra Rodríguez, Mitglied des Ebola-Vorausteams in Guinea.

von Julia Ziegler / Amerika21

Kuba hält historisches Rekordtief bei der Kindersterblichkeit

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Die WHO hat immer wieder die vorbildliche Umsetzung des Mutter-Kind-Programms in kubanischen Krankenhäusern hervorgehoben (Quelle: Prensa Libre)

Havanna. Die Kindersterblichkeit hat in Kuba Ende 2014 bei 4,2 pro 1.000 Neugeborenen gelegen. Damit konnte die Insel den bereits 2013 erreichten historischen Tiefstand weiter halten. Dies meldete die kubanische Tageszeitung Granma vergangenen Samstag unter Berufung auf aktuelle Zahlen des Gesundheitsministeriums. Die Kindersterblichkeit in Kuba gehört zu den niedrigsten in ganz Amerika.

Innerhalb des Landes wies die Provinz Ciego de Ávila mit 6,2 pro 1.000 Neugeborenen die höchste Kindersterblichkeit auf, während die Provinz Cienfuegos mit einem Wert von 3,0 im globalen Vergleich zu den absoluten Spitzenregionen in diesem Bereich zählt. Die Sterblichkeit im Schulalter (4 bis 15 Jahre) konnte in Kuba im Vergleich zu 2013 von 1,9 auf 1,8 pro 10.000 Einwohner dieser Altersgruppe reduziert werden. Die Müttersterblichkeit ging von 38,9 auf 35,1 pro 100.000 Lebendgeborene im Jahr 2014 zurück.

Die Gesundheitsversorgung in Kuba ist für die Bevölkerung kostenlos. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in der Vergangenheit immer wieder die vorbildliche Umsetzung des Mutter-Kind-Programms in kubanischen Krankenhäusern und die flächendeckende Schwangerschaftsbetreuung hervorgehoben. Nach Angaben der kubanischen Behörden tragen die Programme wesentlich zur Reduzierung der Kindersterblichkeit bei.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

Kuba zählt zu den fünf sichersten Ländern Amerikas

Havanna. Kuba zählt zu den Ländern mit der geringsten Mordrate auf dem amerikanischen Kontinent. Nach einem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichten Dossier über die weltweite Verbreitung von Tötungsdelikten, belegte Kuba mit einer Mordrate von 5,0 pro 100.000 Einwohner den vierten Platz auf dem amerikanischen Kontinent. Nur Kanada (1,8), der Inselstaat Antigua und Barbuda (4,4) und Chile (4,6) weisen niedrigere Mordraten auf. Damit liegt Kuba vor den USA (5,3) und Argentinien (6,0).

Die UN-Organisation stellt der sozialistischen Insel insgesamt ein gutes Zeugnis bei der Gewaltprävention aus. Fast alle vorgeschlagenen Vorbeugeprogramme und Gesetze, beispielsweise zur Aufklärung über sexuelle Gewalt und Entschädigung der Opfer, wurden flächendeckend umgesetzt. Dies trifft auf weniger als ein Drittel der 133 untersuchten Länder zu.

In der letzten Dekade gab es in Kuba einen Rückgang in der Mordrate, die im Jahr 2005 noch bei 6,1 pro 100.000 Einwohner lag. Im Unterschied zu anderen Ländern in der Region sind in Kuba nur sechs Prozent der Morde auf den Einsatz von Schusswaffen zurückzuführen.

Im Jahr 2012 wurden weltweit 475.000 Menschen ermordet. Der amerikanische Kontinent weist mit durchschnittlich 28,5 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner eine der höchsten Mordraten auf. Zu den Ländern mit den höchsten Quoten zählen Honduras (103,9), Venezuela (57,6) und Jamaica (45,1). In Europa liegt die Mordrate bei durchschnittlich 3,8 pro 100.000 Einwohner.    

von Marcel Kunzmann / Amerika21


Der vollständiger Bericht der WHO findet sich hier.

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Länderprofil Kubas im WHO-Bericht (Quelle: WHO)

UNO und WHO danken Kuba für Ärzte im Kampf gegen Ebola in Afrika

Havanna. Die kubanische Regierung wird zur Unterstützung des Kampfes gegen die Ebola-Epidemie 165 Ärzte nach Westafrika entsenden. Dies gab der Gesundheitsminister Kubas, Roberto Morales Ojeda, am Freitag bekannt. Im Rahmen einer Pressekonferenz in der Zentrale der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf sagte Morales Ojeda, dass die ersten Mediziner den Plänen zufolge Anfang Oktober in Sierra Leone eintreffen werden.

In Westafrika sind offiziellen Zahlen zufolge in einer der schlimmsten Epidemien bereits 2.300 Menschen gestorben. Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Die Epidemie betrifft Liberia, Sierra Leone und Guinea, seit im März die ersten Fälle aktenkundig geworden waren. Auch Nigeria und Senegal haben erste Kranke gemeldet.

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WHO-Chefin Chan und Kubas Gesundheitsminister Morales (Quelle: WHO)

Das kubanische Engagement ist weltweit bei Fachorganisationen und in Medien auf ein großes Echo gestoßen. Medien wie Forbes, Reuters oder die BBC berichteten ausführlich über die Initiative. Die Entsendung von Ärzten in Länder des Südens hat in Kuba Tradition. In Haiti etwa sind seit Jahren hunderte Mediziner aus Kuba aktiv.

Das langfristige Engagement wurde von Experten als effizienter anerkannt als die kurzfristige Katastrophenhilfe westlicher Staaten.

Auch aktuell lobt die WHO-Direktorin Margaret Chan Kubas Einsatz, der nach ihren Worten für Sierra Leone „eine wichtige Unterstützung“ bedeutet. „Wenn wir gegen Ebola in den Krieg ziehen wollen, dann brauchen wir Ressourcen dafür“, sagte sie. „Kuba ist weltweit dafür bekannt, dass es herausragende Ärzte und Pflegekräfte ausbildet und anderen Staaten generös auf dem Weg zum Fortschritt beisteht“, so Chan weiter.

Nach kubanischen Angaben werden der Delegation Ärzte, Pflegekräfte, Epidemiologen, Spezialisten in Seuchenkontrolle, Intensivmediziner und Sozialarbeiter angehören.

Neben der WHO-Chefin sprach auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon Kuba seinen Dank aus. „Der Generalsekretär möchte die von der kubanischen Regierung bekanntgegebene Initiative, kurzfristig 165 Ärzte zum Kampf gegen Ebola nach Sierra Leone zu entsenden, aufs Herzlichste begrüßen“, heißt es in der online veröffentlichten Note.

von Harald Neuber / Amerika21

Kuba arbeitet enger mit der WHO zusammen

WHO-Logo

Kuba leitet erstmals die Weltgesundheitsversammlung WHO.

Genf/Havanna. Erstmals hat Kuba die Weltgesundheitsversammlung (WHA), das Hauptorgan der Weltgesundheitsorganisation (WHO), in Genf geleitet. Die umfangreiche Tagesordnung beinhaltete unter anderem Themen wie die Umsetzung internationaler Gesundheitsrichtlinien, den Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgungsstrukturen sowie Strategien zur Bekämpfung von Tuberkulose und Hepatitis.

Ziel seines Landes sei es gewesen, so Kubas Gesundheitsminister Roberto Morales Ojeda, möglichst konsensfähige Resolutionen zu formulieren, die eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, in den 194 Mitgliedsstaaten umgesetzt zu werden. Besondere Beachtung in der Debatte fanden chronische Krankheiten, eine der Haupttodesursachen in Kuba. Hierbei verwies Ojeda auf das seit den sechziger Jahren entwickelte Gesundheitssystem, welches eine medizinische Versorgung in allen Landesteilen erlaubt und damit beispielhaft für andere Staaten sei.

Auch in der Debatte um die Herausforderung einer alternden Gesellschaft für das Gesundheitssystem betonte er die Erfolge der Gesundheitspolitik seines Landes. Einer Studie zufolge wird der Anteil der über 60-jährigen im Jahr 2030 in Kuba 30 Prozent betragen. Dies stelle neue Anforderungen an das Gesundheitssystem, denen das Land nun begegnen will.

Gegenüber der staatlichen Tageszeitung Granma, dem Zentralorgan der regierenden Kommunistischen Partei Kubas, betonte er zudem die Möglichkeiten, die sich durch das kubanische Engagement in der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation ergeben, der lateinamerikanischen Regionalorganisation der WHO. Das medizinische Personal, das Kuba in unterschiedliche Länder entsendet, könne dafür sorgen, dass entsprechende Vorgaben der WHO eingehalten und umgesetzt werden.

Seit 1995 ist Kuba Mitglied der 1948 gegründeten Weltgesundheitsorganisation. Diese versucht durch Impfungen Pandemien einzudämmen. Seit der Ausrottung der Pocken Anfang der achtziger Jahre widmet sich die WHO verstärkt dem Kampf gegen Kinderlähmung. Gemeinsam mit der WHO könne Kuba einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheitspolitik in der „Gruppe von Polio-Nationen“ leisten, in denen es zuletzt wiederholt zu Ausbrüchen kam, so Ojeda.

Erfolge kubanischer Arbeit konnten bereits Länder Afrikas wie Nigeria, Angola oder Ghana berichten. Dort engagiert sich die kubanische Organisation „Labiofam“ gegen Malaria. Durch diese Arbeit konnte nach Expertenangaben nicht nur die Infektionsrate der durch Moskitos übertragbaren Krankheit reduziert werden, auch Ansteckungsrate mit Denguefieber habe gesenkt werden können.

Der Verantwortliche für internationale Organisationen im Gesundheitsministerium Kubas, Antonio González, betonte gegenüber der Nachrichtenagentur Prensa Latina, dass Kuba „praktisch alle Milleniumsziele der UNO“ erreicht hat. Diese Ziele zur sozialen und gesundheitspolitischen Entwicklung waren auf dem Millenniumsgipfel im Jahr 2000 in New York definiert worden.

von Julia Ziegler / Amerika21