Stromversorgung soll sich bis zum Wochenende wieder normalisieren

Das 1988 errichtete Kraftwerk „Antonio Guiteras“ wurde im September 2017 durch Hurrikan „Irma“ schwer beschädigt (Quelle: Cubadebate)

Seit einigen Tagen fällt vielerorts auf Kuba der Strom für mehrere Stunden pro Tag aus. Und das, obwohl der Stromversorger ONE vor kurzem ankündigte, dass genug Treibstoff für die Erzeugung zur Verfügung steht und diesen Sommer keine geplanten Abschaltungen notwendig seien. Wie jetzt bekannt wurde sind mehrere Kraftwerkshavarien während einer Wartungspause offenbar der Grund für die jüngsten Probleme bei der Stromversorgung.

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Unión Eléctrica: stabile Stromversorgung im Sommer gewährleistet

Kuba generiert rund 90 Prozent seiner elektrischen Energie aus fossilen Brennstoffen, plant jedoch in den kommenden Jahren den Anteil der erneuerbaren Auszubauen (Quelle: Cubadebate)

Wie Kubas staatlicher Stromversorger Unión Eléctrica (UNE) bekannt gab, wird es diesen Sommer auf der Insel trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation keine Stromabschaltungen geben. „Dennoch rufen wir die Bevölkerung zum Sparen auf“, erklärte UNE-Vertreterin Elaine Moreno Carnet im kubanischen Fernsehen. Der Sommer ist auf Kuba die Jahreszeit mit dem höchsten Stromverbrauch, da die Klimaanlagen dann auf Hochtouren laufen.

„Es können natürlich Ausfälle aufgrund unvorhergesehener Katastrophen wie Gewitter und Naturereignissen auftreten, jedoch nicht aufgrund fehlender Stromproduktion“, so Moreno Carnet. Man sei auf die verbrauchsintensiven Sommermonate gut vorbereitet. Kubas Stromversorgung basiert zu rund 90 Prozent auf der Verbrennung von Schweröl und Diesel. Aufgrund zurückgehender Öllieferungen aus Venezuela musste das Land zuletzt im Somer 2016 zeitweise den Stromverbrauch im öffentlichen Sektor einschränken, Privathaushalte waren jedoch auch damals nicht betroffen.

Die Einsparmaßnahmen riefen damals bei vielen Kubanern Erinnerungen an die im wahrsten Sinne des Wortes dunklen Tage der Sonderperiode Anfang der 1990er Jahre hervor, als nach dem Wegfall des Handels mit der Sowjetunion die Stromversorgung teilweise nur noch für wenige Stunden am Tag gewährleistet werden konnte. In einem tropischen Land wie Kuba bedeutet das natürlich starke Einschränkungen für die Bevölkerung, nicht zuletzt auch mit Blick auf die Lagerung von Lebensmitteln.

Doch eine Rückkehr in diese Zeiten scheint derzeit erstmal ausgeschlossen. Erst vor wenigen Tagen meldete die Unión Eléctrica einen Allzeit-Rekord bei der Stromerzeugung, der 4 Prozent über dem geplanten Wert für diesen Frühsommer lag.  „Wir haben ein neues Programm zur Überwachung des Stromverbrauchs entwickelt, aber appellieren weiter an die Bevölkerung, sparsam mit der Energie umzugehen“, erklärte Moreno Carnet. 56 Prozent der elektrischen Energie auf Kuba wird von den Privathaushalten verbraucht. Bis zum Jahr 2030 will Kuba rund ein Drittel des elektrischen Stroms mittels erneuerbarer Energien produzieren, um die Abhängigkeit von importierten Energieträgern zu reduzieren.