Kuba beginnt Zuckerrohrernte 2018/19

Bis Dezember soll der Großteil der 52 Zuckerrohrmühlen auf Kuba für die diesjährige Saison in Betrieb gehen (Quelle: Granma)

Im November beginnt auf Kuba die alljährliche Zuckerrohrernte. Nach der historisch schlechten Ernte der aktuellen Saison plant die Insel dieses Jahr mit 1,7 Millionen Tonnen wieder mehr Zucker zu produzieren. Den Anfang machte in diesem Jahr die Provinz Guantánamo, andere Provinzen des Ostens folgten.

„Schlechte Organisation und widrige Klimabedingungen“ nannte die staatliche Holding AZCUBA als Hauptgründe für das schlechte Ergebnis in diesem Jahr. In der Saison 2017/18 fiel das Endergebnis mit 1,1 Millionen Tonnen zum ersten Mal seit 2009/10 wieder historisch niedrig aus. Aufgrund bestehender Exportverträge konnte der heimische Bedarf in diesem Jahr nicht gedeckt werden, was das Land dazu zwang, erstmals seit vielen Jahren wieder Zucker auf dem Weltmarkt zuzukaufen. Ursprünglich plante Kuba mit dem Wiederaufbau der einst prestigeträchtigen Zuckerindustrie heute Ergebnisse von zwei bis drei Millionen Tonnen zu erzielen.

Dies soll sich im kommenden Jahr ändern. Bis Ende des Monats werden 17 der 52 Zuckermühlen den Betrieb aufnehmen. Der ehrgeizige Plan sieht vor, das schwache Ergebnis vom letzten Jahr um gut 50 Prozent zu steigern. Im Dezember werden 32 weitere Mühlen die Arbeit beginnen. Präsident Díaz-Canel rief dazu auf, die diesjährige Saison „besser und effizienter“ zu gestalten. Zuckerrohr war einst das wichtigste Exportprodukt Kubas. Mit historischen Spitzenwerten von rund 8 Millionen Tonnen zählte Kuba bis Ende der 1980er Jahre zu den größten Zuckerproduzenten weltweit.

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Kuba will Erntekalender dem Klimawandel anpassen

Kubas Zuckersaison fällt in diesem Jahr mager aus (Quelle: La Demajagua)

Havanna. Das sozialistische Kuba wird in diesem Jahr wohl kaum mehr als eine Millionen Tonnen Rohrzucker produzieren, wie nach Schätzungen der staatlichen Holding „Azcuba“ bekannt wurde. Das schlechte Ergebnis hängt offenbar auch mit der mehrjährigen Dürre zusammen, welche die Insel bis zur Mitte dieses Jahres heimsuchte. Das Land sucht aus diesem Grund nach Möglichkeiten, den traditionellen Erntekalender der Zuckerindustrie den Bedingungen des Klimawandels anzupassen

Mit einem Endergebnis von wenig mehr als einer Million Tonnen Rohrzucker weist die kubanische Zuckerindustrie in der Saison 2017/18 das schlechteste Ergebnis seit Jahren aus. Lediglich die Saison 2009/10, welche mit einem Ergebnis von rund 1,1 Millionen Tonnen die niedrigste Produktion seit fast einem Jahrhundert markierte, ist damit vergleichbar. Damit kann Kuba zwar den lokalen Bedarf decken, dürfte jedoch empfindliche Einbußen bei den Exporterlösen verzeichnen.

Bei der Analyse der Erträge der letzten Jahre rückten dabei neben den üblichen Faktoren – veraltete Maschinen und Anlagen – die Folgen des Klimawandels in der Rangordnung auf. Erst diesen Sommer ging auf Kuba eine dreijährige Dürreperiode zu Ende, welche den fortschreitenden Rückgang der Zuckerrohrernte seit 2015 maßgeblich beeinflusste, nachdem sich die schwer gebeutelte Industrie zuletzt ab 2011 wieder zu erholen begann.

„Man muss den Einfluss des Klimas in den letzten Saisons und den Einfluss auf die Planung der Zuckerrohrernte untersuchen“, forderte Kubas Präsident Díaz-Canel im Gespräch mit der Tageszeitung Granma, dem Zentralorgan der regierenden Kommunistischen Partei „Die Jahreszeiten ändern sich, und wir müssen in der Lage sein, uns ihnen anzupassen“, so der 59-jährige. Nach dem Ende der Dürre machten schließlich die schweren Regenfälle Anfang des Jahres Probleme. Von den 53 Zuckermühlen, die für die Ernte vorgesehen waren, konnten aufgrund der Niederschläge lediglich 29 eingesetzt werden. Um den Folgen des Klimawandels besser begegnen zu können, forderte Díaz-Canel die Zuckerindustrie dazu auf, den traditionellen Erntezeitraum, der von November bis April reicht, gegebenenfalls anzupassen und nach hinten zu verlängern.

Von Marcel Kunzmann / Amerika21

Raúl Castro mahnt zur Sparsamkeit

Raúl Castro am gestrigen 26. Juli in Santiago de Cuba (Quelle: Cubadebate / Flickr)

Am gestrigen Donnerstag beging Kuba seinen Nationalfeiertag mit einer Festgala, die in diesem Jahr in Santiago de Cuba stattfand. Der gescheiterte Angriff auf die dortige Moncada-Kaserne markierte am 26. Juli 1953 den Beginn der kubanischen Revolution. Der KP-Vorsitzende und langjährige Präsident Raúl Castro hielt an diesem 65. Jahrestag eine ernste Rede, in der er das Land zu mehr Sparsamkeit aufforderte.

„Wir feiern dieses Jahr nicht nur aufgrund der Geschichte in Santiago, sondern auch in Anerkennung der Arbeit zum Aufbau der Provinz, welche in den letzten Jahren unter dem ersten Parteisekretär Lázaro Expósito stattfand“, so der 87-jährige. Nachdem Hurrikan „Sandy“ die Stadt im Jahr 2012 verwüstet hatte, konnte sich Santiago zu einer Musterprovinz in Kubas Osten mausern, viele neue Geschäfte und andere Projekte wurden dort in den letzten Jahren „besser als zuvor“ wieder eröffnet.

Dennoch gebe es noch viele Probleme, vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet sei die Situation weiter „angespannt“. Die schwache Zuckerrohrernte, deren Rohzuckerertrag in diesem Jahr kaum die 1,2 Millionen Tonnen erreichen dürfte, sowie der schwächelnde Tourismus und ausbleibende Exporte machen der Devisensituation der Insel offenbar schwer zu schaffen. Hinzu kämen die weiterhin kritische Situation des wichtigen Verbündeten Venezuela und die Verschärfung der Blockade unter der Trump-Administration.

Trotz des kleinen Wachstums von 1,1 Prozent im ersten Halbjahr sei es notwendig, „die Exporte zu erhöhen und alle unnötigen Ausgaben zu verringern“, so Castro. „Man muss stets im Auge behalten, dass die schnellste Form zum Erhalt neuer Ressourcen das Sparen ist und wir müssen sicherstellen, dass dies keine bloße Phrase ist, sondern sich zu einer Verhaltensnorm auf allen Ebenen entwickelt.“ Castro verwies auf die großen Erfolge bei der Armutsbekämpfung, welche auf dem lateinamerikanischen Kontinent im Rahmen der ALBA erreicht wurden und verurteilte zugleich die Versuche der Vereinigten Staaten, die linken Regierungen des Kontinents zu destabilisieren. Er bekräftigte Kubas Solidarität mit Venezuela, Nicaragua und zur Befreiung des inhaftierten brasilianischen Ex-Präsidenten Lula. Diese Ereignisse zeigten, dass sich „der Zaun verenge“, und das kubanische Volk „wachsam und vorbereitet“ sein müsse. Dabei nutzte er auch die Gelegenheit, dem frisch gewählten mexikanischen Präsidenten López Obrador zu gratulieren.

In seiner Rede, bei der neben Präsident Miguel Díaz-Canel auch zahlreiche andere Regierungsmitglieder und Veteranen der Revolution anwesend waren, ging Castro auf den jüngst vom Parlament beschlossenen Entwurf zur Verfassungsreform ein. Die neue Verfassung sei von „nationaler Bedeutung“ und soll ab dem 13. August im Rahmen einer breiten Volksaussprache diskutiert werden, um anschließend „mittels geheimer und direkter Abstimmung jedes Bürgers“ im Rahmen einer Volksabstimmung ratifiziert zu werden.

Castro verwies auch auf die Schall-Attacken auf US-amerikanisches Botschaftspersonal, deren Ursachen noch immer nicht geklärt sind und die zur Ausweisung von 17 kubanischen Diplomaten in Washington führten. „Darüber hinaus kam es zu einer Verschärfung der Blockade, vor allem bei der Verfolgung unserer Finanztransaktionen.“ Castro bekräftigte, dass das kubanische Volk „friedliebend und freundlich“ sei und „wir niemanden bedrohen.“ In diesem schwierigen internationalen Umfeld habe sich eine „ungünstige Situation“ entwickelt, die jedoch bei weitem nicht die erste ihrer Art in den 60 Jahren der kubanischen Revolution sei. „Wir können bekräftigen, so groß auch die Schwierigkeiten sein mögen, dass dieses Volk immer seine sozialistische Revolution verteidigen wird“, schloss Castro seine Rede