„Havana Club“ wird auf Kuba teurer

Nach dem bereits vor zwei Jahren der Preis für den „Añejo Especial“ erhöht wurde, sollen nun auch die anderen HC-Jahrgänge auf Kuba teurer werden (Quelle: Cubanos.org.uk)

Der französische Getränkehersteller Pernod Ricard will die Preise für den beliebten Rum „Havana Club“ auf Kuba um bis zu 15 Prozent erhöhen. Nachdem der Preis auf Druck der kubanischen Regierung lange Zeit konstant gehalten wurde, wandert der „Havana Club“ heute nirgendwo sonst so günstig über den Ladentisch wie auf der Insel selbst. Dies will der Hersteller nun ändern, und hat deshalb die Verhandlungen mit den kubanischen Ministerien angetreten.

In Frankreich kostet eine 700ml-Flasche des dreijährigen Rums nicht selten um die 18 Euro, in Deutschland werden heute in der Regel mindestens 14 Euro fällig. Zahlreiche Preiserhöhungen machten „Havana Club“ im Ausland immer teurer, während auf Kuba die Preise mit 5-6 CUC pro Flasche bei den unteren Qualitäten konstant blieben. Leichte Erhöhungen gab es nur beim „Añejo especial“, doch selbst dieser ist auf der Insel heute so günstig wie nirgendwo sonst auf der Welt.

Pernod-CEO Christian Barré erklärte hierzu, dass die „Verhandlungen mit der Regierung über Preiserhöhungen bereits laufen.“ Er sei „zuversichtlich“, dass die geplanten Preiserhöhungen von 10 bis 15 Prozent durchkämen. Die Verhandlungen mit Kubas Regierung seien „nicht sehr anders als bei den großen Supermarktketten in Europa“, erklärte Barré. „Wir haben die Preiserhöhungen vor einigen Monaten vorgeschlagen und befinden uns jetzt in der Verhandlungsphase.“ Die Verhandlungen erfolgten nun über „die verschiedene Schritte, bei der auch Kunden wie die Hotelketten angehört werden, um am Ende vom Ministerium für Finanzen und Preise bestätigt zu werden.“

Der kubanische Rum „Havana Club“ wurde ursprünglich 1935 auf den Markt gebracht. Im Jahr 1993 übernahm der französische Getränkehersteller Pernod Ricard den internationalen Vertrieb, was zu einer starken Steigerung des Absatzes geführt hatte. Heute zählt „Havana Club“ zu den 30 meistverkauften Spirituosen weltweit. Die Geschichte von Havana Club ist auch die eines anhaltenden Rechtsstreits mit dem US-Hersteller Bacardi, welcher nach der Revolution enteignet wurde und auf seinen Bacardi-Rum in den USA unter der Marke „Havana Club“ verkauft, was von Kubas Regierung immer wieder angefochten wurde.

Während „Havana Club“ mit Abstand der meistexportierteste Rum ist, hat er in Kuba selbst zahlreiche Konkurrenten. Auf der Insel ist „Havana Club“ preislich eher im mittleren bis oberen Segment positioniert. Neben „Havana Club“ werden auf Kuba noch zahlreiche weitere Rummarken unterschiedlicher Preise und Qualität produziert, die sich teils je nach Provinz unterschiedlicher lokaler Beliebtheit erfreuen und deren Preise von den laufenden Verhandlungen naturgemäß nicht tangiert werden.

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Havana Club steigert Verkäufe und präsentiert neues Design

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Der 7-jährige Havana Club kommt jetzt im neuen Flaschendesign daher (Quelle: AD.com)

Die kubanische Rummarke „Havana Club“ konnte ihre Verkäufe in Kuba im letzten Jahr um 17 Prozent steigern und präsentierte jüngst in Havanna ein neues Flaschendesign für die beliebte Marke „Añejo 7 Años“. Mit dem neuen Flaschenetikett will Havana Club die Marke international noch bekannter machen und weitere Kundenkreise erschließen.

Seit 1934 existiert Havana Club als eigenständige kubanische Rummarke, obwohl die erste Destilliere der Gründerfamilie Arechabala bereits 1878 in Cárdenas in Betrieb ging. 1972 begann der Export der Marke, damals vor allem an die Sowjetunion und andere RGW-Staaten. Ab 1977 wurde die Herstellung in eine neu errichtete Fabrik in Santa Cruz del Norte nordöstlich von Havanna verlagert. 1993 wurde schließlich ein Joint-Venture mit der französischen Firma Pernod Ricard ins Leben gerufen bei dem der kubanische Staat einen 50-prozentigen Anteil hält. Seitdem hat sich die Marke in Europa etablieren können und mehrere Preise gewonnen.

Schwierigkeiten bereitete dem Unternehmen dabei der anhaltende Rechtsstreit mit dem Getränkehersteller Bacardi, der in Folge der kubanischen Revolution 1959 enteignet wurde und heute seinen Sitz in den Bermudas hat. In den USA darf Bacardi seinen in Puerto Rico hergestellten Rum unter der Marke „Havana Club“ verkaufen, die Familie Arechabala hatte die Rechte an der Marke in den 1990er Jahren an Bacardi verkauft. Bisher wurden die kubanischen Initiativen zum Schutz der Marke Havana Club (der erste Antrag stammt von 1976) in den USA weitgehend ignoriert, der kommerzielle Import des kubanischen Originals ist aufgrund der US-Blockade weiterhin verboten.
Noch immer dauert daher der Rechtsstreit um die Nutzung der Marke an. Vergangenes Jahr hatte Pernod Ricard jedoch einen Sieg gegen Bacardi errungen als die US-Regierung dem französisch-kubanischen Gemeinschaftsunternehmen erstmals das Recht erteilte, eine Markenregistrierung in den USA vorzunehmen.

Vergangenes Jahr setzte Havana Club insgesamt 36 Millionen Liter Rum ab. Lediglich ein Viertel davon wanderte in Kuba über die Ladentheke, allerdings stiegen die inländischen Absätze um 17 Prozent im Vergleich zu 2014. Der Rest ging in den Export in mehr als 120 verschiedene Länder. 80 Prozent der Exporte entfallen auf Europa, wo Deutschland mit Abstand Hauptabnehmer ist. Die Umsätze des Joint-Ventures lagen 2015 bei etwa 9,7 Mio. US$. Ab Januar 2017 soll das neue Flaschendesign des 7-jährigen Rums in Deutschland erhältlich sein.