Havanna wird 498 Jahre alt

Seit Oktober steht auf dem „Platz des 13. März“, gegenüber des Revolutionsmuseums, eine neue Statue des kubanischen Nationalhelden José Martí (Quelle: Cubadebate)

Während am heutigen Donnerstag die kubanische Hauptstadt ihr 498. Jubiläum feiert, laufen die Vorbereitungen für den kommenden runden Geburtstag bereits auf Hochtouren. Derzeit wird der historische Gründungsort in der Altstadt, welche zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, zu einem Museum ausgebaut. Auch Spielplätze und der Uferbereich im Süden der Stadt werden saniert. Havanna putzt sich heraus, nicht nur für Touristen.

Zu den wichtigsten Ankündigungen, die Stadthistoriker Eusebio Leal zu machen hatte, zählt mit Sicherheit die Sanierung von „El Templete„, dem ersten Gebäude der 1519 gegründeten Stadt. Das am „Plaza de Armas“ gelegene Haus liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Straße „O’Reilly„. Diese bekam anlässlich des diesjährigen Jubiläums ihr historisches Eingangstor zurück. Das historische Stadttor in der „Calle O’Reilly“ wurde 1851 errichtet. 1930 wurde es im Zuge des Ausbaus der angrenzenden Uferstraße abgerissen. Bis 2019 soll im „Templete“ zudem ein neues Museum zur Stadtgeschichte eröffnen.

Das älteste Gebäude der Stadt, „El Templete“, wird derzeit zu einem Museum ausgebaut (Quelle: Cubadebate)

Bereits im Oktober dieses Jahres wurde Havanna um eine Attraktion reicher: vor dem Revolutionsmuseum steht seitdem die Replika einer fünf Meter hohen Statue des Nationalhelden José Martí. Das Original wurde im Jahr 1950 im New Yorker Central Park aufgestellt. Stadthistoriker Leal bedankte sich bei der feierlichen Einweihung beim Bürgermeister von New York sowie dem Stadtmuseum der Bronx.

Ein weiteres Projekt läuft im Norden der Altstadt. Die Festung „Castillo de La Punta“ wurde nach den Sturmschäden von Hurrikan „Irma“ aufwändig saniert. Sie eröffnete gestern zeitgleich mit dem „Palacio de los Capitanes Generales“, dem ehemaligen Sitz der spanischen Gouverneure, welcher ebenfalls renoviert wurde. Auch das nahegelegene „Castillo de la Real Fuerza“ wurde für das Jubiläum verschönert. Die Sanierung des archäologischen Museums (Calle Tacón Nr. 4) konnte ebenfalls rechtzeitig abgeschlossen werden. Drei der großen Säle haben wieder für den Publikumsverkehr geöffnet.

Doch Havanna will mit Blick auf das 500. Jubiläum nicht nur für Historiker und Touristen erstrahlen. Neben den Museen wurden mehrere Dutzend Wohngebäude im weniger sanierten Süden der Altstadt vom Büro des Stadthistorikers denkmalgerecht wiederhergestellt. Die Neuordnung des Uferbereichs im südlichen Teil der Altstadt soll indes auch Anwohnern Vorteile bringen. Eine bessere Verkehrsanbindung ist ebenso vorgesehen wie die Sanierung der umliegenden Spielplätze.

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Santiago de Cuba bekommt eigenen Malecón

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Computermodell der neuen Uferpromenade (Quelle: Cubadebate)

Annlässlich des 500-jährigen Stadtjubiläums im Juli bekommt Ostkubas Metropole Santiago de Cuba eine neue Uferpromenade. Dabei soll die Stadt nicht nur zum Meer geöffnet werden, sondern auch erstmals seit Jahrzehnten wieder eine Straßenbahnlinie erhalten. Nachdem Santiago im Jahr 2012 vom Hurrikan „Sandy“ verwüstet wurde, hat Kubas Regierung ein umfangreiches Wiederaufbauprojekt in die Wege geleitet, wozu auch sozialer Wohnungsbau gehört.

Im Unterschied zur Landeshauptstadt Havanna, die von einer langen Uferpromenade (Malecón) geziert wird, ist in Santiago der Meereszugang weitgehend von Industrie- und Hafenanlagen versperrt. Zwar erhielt die Stadt im Jahr 1840 mit dem Paseo Alameda einen Stadtpark am Meer, doch die Umgebung wurde in der Zwischenzeit zugebaut und ist heute vom starkem Verkehrsaufkommen der 500.000 Einwohner-Stadt geprägt.

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Hier soll nun eine 400-Meter lange Promenade bis zum alten Zollgebäude entstehen, die mit schattenspendenden Bäumen und neuen Parkanlagen Raum zur Erholung bietet. Der Kinderspielplatz am Beginn des Malecón soll neu ausgestattet werden, außerdem werden geteerte Gehwege angelegt, die mit Straßenlaternen flankiert sind. Ein altes Lagerhaus am Ende des Boulevards soll in eine Bierbrauerei umgewandelt werden, ähnlich wie in Havanna. Dieser Teil des Projekts soll bis zum 25. Juli dieses Jahres – dem Tag des 500. Stadtjubiläums – abgeschlossen sein.

In den kommenden Jahren soll die Uferpromenade weiter verlängert und um eine 1,5 Kilometer lange Straßenbahnlinie ergänzt werden. Diese soll von Beginn des Malecóns bis zum Paseo Martí reichen und das Verkehrsaufkommen in dem Gebiet reduzieren. Sie wäre die erste Straßenbahnlinie, die seit der kubanischen Revolution in Betrieb geht. Von 1908 an fuhren in Santiago de Cuba einige Straßenbahnen auf verschiedenen Linien, bis diese 1952 von Bussen abgelöst wurden.

Im Vorfeld der Planungen wurden Umfragen durchgeführt, um mögliche Bedenken der Bevölkerung zu berücksichtigen. Zu den dadurch entstandenen Änderungen gehört die Trennung des Straßenverkehrs von dem der Fahrradtaxis, die eine eigene Spur parallel zur Promenade erhalten werden. Das Projekt begann bereits vergangenen Herbst und wird vom Büro des Stadthistorikers zusammen mit verschiedenen staatlichen Behörden und Unternehmen durchgeführt, darunter auch das Sportinstitut und die Telefongesellschaft ETECSA.

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Geplante Ausdehnung des Malecón-Projekts (Quelle: Santiagohace)