Kuba und Türkei errichten Fabrik zur Herstellung von Medikamenten

Neue kubanische Medikamente zur Behandlung von Hepatitis, Krebs und Diabetes-Ulcera sollen in der neuen Fabrik in Kayseri (hier noch die Projektion) hergestellt werden (Quelle: emlak kulisi)

Gute Neuigkeiten für Kubas Pharmaindustrie: das 2007 auf den Markt gebrachte Medikament „Heberprot-P„, welches zur Behandlung von diabetesbedingten Fußulcera eingesetzt wird, soll noch in diesem Jahr in der Türkei hergestellt werden. Vorangegangen waren fünf Jahre Verhandlungen und klinische Studien, wie das Fachportal „Cubastandard“ berichtet. Auch bei der Entwicklung neuer Krebsmedikamente und Impfstoffe wollen beide Länder stärker zusammenarbeiten.

Die neue Fabrik wird seit Anfang des Jahres mit einem Investitionsvolumen von 20 Millionen Euro in der zentraltürkischen Stadt Kayseri errichtet. Die türkische Biotechnologiefirma „Hasbiotech“ wird damit das erste Unternehmen des Landes sein, welches das kubanische Medikament unter Lizenz in der Türkei produzieren und potentiell auch exportieren können wird. Alle dafür notwendigen klinischen Studien wurden inzwischen abgeschlossen. Auch der weltweit erste Impfstoff gegen Hepatitis-C, welcher von kubanischen Forschern entwickelt wurde, wird zu den ersten Erzeugnissen der neuen Anlage gehören.

Künftig wollen Kubas staatliche „Biocubafarma“ und Hasbiotech auch auf anderen Gebieten zusammenarbeiten, beispielsweise bei der Entwicklung neuer Krebsmedikamente. Auf diesem Gebiet konnten kubanische Forscher in den vergangenen Jahren erstaunliche Fortschritte erzielen. Entsprechende Studien laufen dazu bereits mit dem „Roswell Park Center“ in den USA, wo derzeit ein kubanischer Impfstoff gegen Lungenkrebs getestet wird. Eine Vermarktung scheint dort und in den meisten anderen westlichen Ländern aufgrund der Wirtschaftsblockade jedoch unwahrscheinlich. (A21)

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Kuba exportiert Krebsmedikament in USA

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Andrew Cuomo, Gouverneur von New York, auf der Pressekonferenz am 21. April in Havanna (Quelle: Granma)

Havanna/New York. Das Kubanische Zentrum für Immunologie und das Roswell-Park-Krebsinstitut haben ein Abkommen unterzeichnet, um Cimavax, ein kubanisches Krebsmedikament, in die USA zu importieren. Die Übereinkunft wurde im Rahmen des Besuchs einer Wirtschaftsdelegation geschlossen, die von Andrew Cuomo, Gouverneur von New York, angeführt wurde. Die Reise war der erste staatlich basierte Wirtschaftsaustausch seit dem Beginn der Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Cimavax wurde vom staatlichen Molekular-Immunologiezentrum zur Behandlung von Symptomen und gegen das Wiederauftreten vor allem von Lungenkrebs entwickelt und erstmalig 2011 auf den Markt gebracht. Laut offiziellen Angaben ist es seither in Kuba bei 1.000, weltweit bei 5.000 Patienten angewandt worden. Langzeitstudien zur Wirksamkeit des Medikaments gibt es derzeit keine, erste Ergebnisse einer kubanischen Wirksamkeitsstudie sollen auf einem internationalen Workshop vom 12. bis 13. Mai in Havanna vorgestellt werden. Unterdessen haben sowohl Großbritannien als auch Australien eigene Studien durchgeführt. Vergleichbare klinische Tests werden jetzt in den USA angestrebt. Dafür bedarf es jedoch der Erlaubnis der Arzneimittelzulassungsbehörde des Gesundheitsministeriums, die nicht vor acht Monaten erwartet wird. Ziel sei es, so Candace Johnson, Direktor des Instituts, das Medikament „sicher und ethisch vertretbar in den USA zu testen“. Danach erst könne zusammen mit privaten Investoren an der Entwicklung des Medikaments für den amerikanischen Markt gearbeitet werden.

Die Erlaubnis, kubanische Medikamente in den USA zu testen, stellt derzeit eine der größten Hürden dar, sei diese aber genommen, wäre es leichter, auch andere kubanische Medikamente in die USA zu exportieren. Kuba habe eine Menge „interessanter Produkte und viel zu bieten“, so Dr. Kelvin Lee, Chef der Immunologie am Roswell-Park-Institut. Daher sollen die erfolgreichen Verhandlungen um Cimavax ein Anfang für eine kontinuierliche Zusammenarbeit beider Länder auf diesem Gebiet darstellen.

Unterdessen zeigten sich die Vertreter des Roswell-Park-Instituts beeindruckt vom „Level und der Erfahrung“ des kubanischen Gesundheitssystems. Dr. Lee bezeichnete Cimavax beispielsweise als „günstig in der Herstellung und effektiv“, dabei habe es „weniger Nebenwirkungen als eine Grippeschutzimpfung“. Zudem sei es möglich, damit sowohl „Menschen mit Lungenkrebs zu behandeln, als auch das Medikament präventiv einzusetzen“. Weitere Tests in den USA sollen die Möglichkeit klären, das Medikament auch gegen andere Formen von Krebs zu verwenden. Dazu sollen kubanische Wissenschaftler am Roswell-Institut forschen. Einen Wissenstransfer zwischen den Instituten gibt es bereits seit 2011.

von Julia Ziegler / Amerika21