Fischer und Lebensmittelhändler – weitere Öffnung des Privatsektors auf Kuba

Seit dieser Woche können auf Kuba private Fischereibetriebe angemeldet werden (Quelle: Pexels)

Seit Mittwoch gibt es auf Kuba neue Möglichkeiten für den Privatsektor. Neben dem Beruf des Fischers können ab sofort auch Lebensmittelhändler, Übersetzer, Kunstproduzenten und Castingagenten auf eigene Rechnung arbeiten. Mit den neuen Modalitäten wird erstmals das aktualisierte Fischereirecht der Insel zur Anwendung gebracht, welches privaten Fischfang auch im kommerziellen Umfang ermöglicht.

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Neue Regeln für Kooperativen in Kuba

Der Textilbetrieb „Cooptex“ ist eine von 434 nicht-agrarischen Genossenschaften auf Kuba (Quelle: Cubadebate)

Die Regierung in Kuba hat am Freitag neue Regeln für Genossenschaften außerhalb der Landwirtschaft erlassen. Dabei wurden die Rahmenbedingungen für die Kooperativen enger gesteckt, aber auch einige Kritikpunkte von Beschäftigten dieser Branche berücksichtigt. An der 2015 erlassenen Pause für Neugründungen ändert sich vorerst nichts.

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Moderner Großmarkt der Kette „Zona+“ eröffnet in Sancti Spíritus

Kubas jüngste „Zona+“-Filiale befindet sich in Sancti Spíritus (Quelle: Cubadebate)

Ein neuer Großmarkt der staatlichen Kette „Zona+“ wird in Kürze in der zentralkubanischen Stadt Sancti Spíritus eröffnen, wie kubanische Medien berichten. Der Laden verkauft neben Artikeln des täglichen Bedarfs wie Getränken und Lebensmitteln auch weitere Inputgüter, welche vor allem von privaten Geschäftsleuten bezogen werden.

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Preisobergrenzen sorgen für Kritik auf Kuba

Seit dem 1. August gelten auf Kuba feste Preisobergrenzen für zahlreiche Produkte und Dienstleistungen (Quelle: Cubadebate)

Kubas Regierung hat zu Beginn dieses Monats landesweite Preisobergrenzen für fast alle Produkte und Dienstleistungen eingeführt. Damit sollen nach der jüngsten Lohnerhöhung im Staatssektor Inflationserscheinungen vermieden werden. Von Seiten kubanischer Ökonomen kam scharfe Kritik an der Maßnahme, welche zu Hortung, Mangel, „verdeckter Inflation“ und somit zum Gegenteil des beabsichtigten führen werde.

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Was ändert sich alles auf Kuba? – Details der kommenden Reformen

Kubas Parlament brachte vergangenes Wochenende eine Reihe neuer Reformen auf den Weg (Quelle: Cubadebate)

Gut ein Jahr nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten werden auf Kuba „die großen Räder“ gedreht, um alte Probleme anzugehen und neue Strukturen zu schaffen. Mit dem Inkrafttreten der neuen Verfassung im April müssen zahlreiche Gesetze verändert werden, darunter auch das Wahlrecht. Gleichzeitig will Kubas Regierung mit einer Reihe von Reformen dem wirtschaftlichen Abwärtstrend entgegensteuern.. „Heute schließen wir einen intensiven und produktiven Arbeitszyklus ab“, kommentierte Miguel Díaz-Canel nach einer langen Sitzungswoche der Nationalversammlung in seiner Rede auf dem Abschlussplenum vergangenen Samstag.

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Kuba erlaubt mit neuem Gesetz freie Filmschaffende

Ab dem 24. September dürfen Kubas Filmschaffende auf eigene Rechnung arbeiten und Verträge abschließen (Quelle: Cubadebate)

Mit dem am Donnerstag veröffentlichten „Decreto Ley 373“ hat Kubas Regierung jüngst die Tätigkeit von freien Filmschaffenden als neue Option der „Arbeit auf eigene Rechnung“ eingeführt. Hierzu werden drei neue Berufskategorien in die Liste der erlaubten Berufe des Privatsektors aufgenommen, wie das Nachrichtenportal „Cubadebate“ meldet. Die unabhängigen Produzenten können künftig sowohl von kubanischen als auch durch ausländische Unternehmen unter Vertrag genommen werden.

„Auf diesem Weg wollen wir den Künstlern einen legalen Raum schaffen und ihre Arbeit anerkennen“, erklärte der Präsident des kubanischen Instituts für Kino und Filmindustrie (ICAIC), Ramón Samada, gegenüber dem Portal. Diese werden zudem aufgefordert, ihre Verträge über Bankkonten zu unterhalten sowie sich beim Ministerium für Arbeit und soziale Sicherheit (MTSS) eine der drei neuen Lizenzen zu besorgen: Neben dem weit gefassten „Betreiber und Vermieter von Equipment für die künstlerische Produktion“ und dem Casting-Agent kam auch der Beruf des Produzenten und Hilfskraft beim Film hinzu.

Darüber hinaus sieht das neue Gesetz, welches die Wiederbelebung der kubanischen Filmproduktion zum Ziel hat, die Schaffung eines Fonds zur Entwicklung des kubanischen Kinos sowie eines Registers für unabhängige Filmschaffende vor. Dem ICAIC wird weiterhin die zentrale Aufsicht über die kubanische Filmbranche vorkommen, neu ist jedoch, dass natürliche und juristische Personen, auch außerhalb Kubas, die unabhängigen Filmcrews unter Vertrag nehmen dürfen. Die Legalisierung unabhängiger Filmproduzenten wurde auf Kuba seit dem Jahr 2013 diskutiert, als eine Reihe neu entstandener privater Kinos wieder geschlossen wurden. „Die neuen Gesetze werden binnen 60 Tagen, also am 24. September in Kraft treten“, bestätigte ICAIC-Präsident Samada.

Neue Großmärkte für Kubas Privatsektor

Im März 2018 eröffnete in Havanna der Lebensmittel-Großmarkt „Mercabal“ (Quelle: Trabajadores)

Bis Ende des Jahres will Kubas Ministerium für Binnenhandel neue Großmärkte in drei Provinzen eröffnen. Dort sollen vor allem Kooperativen außerhalb der Landwirtschaft, die in Gastronomie und Dienstleistung tätig sind, Lebensmittel und andere Waren günstiger als im Einzelhandel kaufen können. Doch auch für Selbstständige gibt es Neuigkeiten. Ein Jahr nach der Eröffnung des Versuchsmarkts „Mercabal“ in Havanna wird das Angebot damit nun auf die Provinzen Pinar del Río, Sancti Spíritus und Artemisa ausgedehnt.

In den neuen Großmärkten können registrierte Kooperativen Produkte wie Mehl, Öl, Reis, Salz, Erfrischungsgetränke, Rum, Bohnen, Zucker, Pasta, Kaffee und andere Lebensmittel 20 Prozent günstiger als im Einzelhandel erwerben. Das Sortiment soll einem Vertreter des Ministeriums zu Folge „schrittweise ausgedehnt und erweitert werden“, wie die Tageszeitung „Granma“ berichtet. Hierzu sollen die Märkte auch Verträge mit lokalen Agrargenossenschaften abschließen, um so frisches Gemüse, Käse und lokal produzierte Konserven anbieten zu können. Die Standorte der neuen Märkte wurden indes an jenen Orten mit „besonder hoher Dichte“ von Kooperativen außerhalb der Landwirtschaft ausgewählt. In den Provinzen Sancti Spíritus und Pinar sind das die Orte Trinidad und Viñales. 

Indes eröffnete in der östlichen Provinz Holguín ein weiterer Großmarkt, der sich speziell an die kleinen Privatbetriebe (span.: „Cuentapropistas„) richtet. Präsident Miguel Díaz-Canel besuchte die Einrichtung vergangene Woche bei seiner Arbeitsvisite in der Provinz, um sich ein Bild von den Bedingungen zu machen. Kubas Regierung plant, in den kommenden Jahren weitere Großmärkte für alle nicht-staatlichen Wirtschaftsakteure zu eröffnen. Diese müssen sich bisher häufig über den regulären Einzelhandel versorgen, was insbesondere in der aktuell schwierigen Konjunktur bestehende Engpässe weiter verschärft.