Erste Zwischenbilanz zur Währungsreform

Eine der ersten messbaren Folgen der Währungsreform: Der Stromverbrauch in Havanna ist deutlich gesunken (Quelle: Escambray)

Mehr als einen Monat nach Beginn der Währungsreform haben Regierungsvertreter auf der sozialistischen Insel eine vorsichtig positive Zwischenbilanz des Prozesses gezogen. Mit der Abschaffung des konvertiblen Peso (CUC) kehrte Kuba am 1. Januar nach einem Vierteljahrhundert wieder zu einer einzigen Landeswährung zurück. Inzwischen seien bereits die Hälfte der 700 Millionen CUC aus der Zirkulation gezogen worden. Der Bevölkerung bleibt noch bis zum 1. Juli für den Umtausch. Weiterlesen

Zeitenwende für den Privatsektor? (+Negativliste als PDF)

Kuba will weite Teile der Wirtschaft für den Privatsektor öffnen (Quelle: Clandestina)

Gut einen Monat nach Beginn der Währungsreform werden die Schlangen (nicht nur) vor den Arbeitsämtern auf Kuba immer länger. Inzwischen sind so gut wie alle Stellen, die der Staat Anfang des Jahres ausgeschrieben hatte, bereits vergeben. Angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten hat sich der Druck zur Aufnahme einer Beschäftigung auf der Insel erhöht. Mit der bisher umfangreichsten Öffnung der „Arbeit auf eigene Rechnung“ (span.: Cuentapropismo) will Kubas Regierung neue Stellen im Privatsektor schaffen und kann damit zugleich einen wichtigen Meilenstein ihrer Reformagenda abhaken. Weiterlesen

Was bringt die Währungsreform für ausländische Investoren?

Die 2014 eröffnete Sonderwirtschaftszone Mariel soll weiter wachsen (Quelle: ACN)

Kubas größte Handelsmesse FIHAV musste dieses Jahr Corona-bedingt zum Online-Event umfunktioniert werden. Die Neuerungen, welche Außenhandelsminister Rodrigo Malmierca dort vorzustellen hatte, fielen dafür umso bemerkenswerter aus. In einer Sondersendung zur Währungsreform wurden nur wenige Tage später weitere Änderungen für Investoren angekündigt, die ab dem 1. Januar in dem Sektor gelten. Was hält das Jahr 2021 für Joint Ventures und ausländische Betriebe auf Kuba bereit? Weiterlesen

Kuba meldet Rezession von 11 Prozent für 2020, Parlament diskutiert Reformen

Kubas Nationalversammlung tagte vom 16. bis 19. Dezember in semi-virtueller Form (Quelle: Cubadebate)

Die Agenda der kubanischen Nationalversammlung bei ihrer letzten Sitzung ist von der Wirtschaftsentwicklung des vergangenen Jahres und der am 1. Januar anstehenden Währungsreform bestimmt gewesen. Auch ein Zeitplan für die Umsetzung der reformierten Verfassung und Neuerungen für staatliche Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe wurden diskutiert. Weiterlesen

Währungsreform auf Kuba (Teil 3/3): Die Umstellung für Haushalte und Unternehmen

Havannas größte Wechselstube im Stadtteil Vedado dürfte in den kommenden Monaten gut besucht sein (Quelle: Cuballama)

Im dritten und letzten Teil unserer Serie zur Währungsreform werden als erstes die „technischen“ Fragen zum Ablauf der Neuordnung erörtert: Wann haben nach „Tag Null“ (Día Cero) Banken und Geschäfte wieder geöffnet und welche Neuerungen bringt die Umstellung für den Einzelhandel? Wie läuft der Umtausch von Konten und Ersparnissen in CUC ab? Darüber hinaus wirft „Cuba heute“ einen ersten Blick auf die neuen Rahmenbedingungen, unter denen Staatsunternehmen und Privatsektor im kommenden Jahr arbeiten werden. Weiterlesen

Murillo gibt weitere Details zur Währungsreform bekannt

Der mit der Umsetzung der Währungsreform betraute „Reformzar“ Marino Murillo erklärt den Prozess vor den Abgeordneten (Quelle: Granma)

In seiner Rede vor dem Parlament hat Kubas Chefreformer Marino Murillo vergangene Woche neue Details zur bevorstehenden Währungsreform bekannt gegeben. Viele Fragen seien aufgekommen, nachdem Mitte Oktober die wichtigsten Inhalte des Maßnahmenpakets in einer Sondersendung erstmals vorgestellt wurden, so Murillo. In seiner jüngsten Rede, die wiederholt um Fernsehen ausgestrahlt wurde, ging der Ökonom auch auf sensible Themen wie den Abbau von Subventionen ein. Weiterlesen

Umsetzung der neuen Wirtschaftsstrategie macht Fortschritte

Seit September können auf Kuba private Betriebe und Genossenschaften ihre Produkte ins Ausland exportieren, den Anfang machten Limetten aus der Provinz Mayabeque (Quelle: Cubadebate)

Zwei Monate nach Ankündigung rascher Reformen angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sind in Kuba inzwischen erste Aspekte des Programms in der Umsetzung. Wie das Außenhandelsministerium (MINCEX) gemeldet hat, befinden sich derzeit über 700 private Gewerbe sowie 119 Kooperativen in Verhandlungen. Erste Exportverträge nach Spanien sowie ein Abkommen mit einem Unternehmen aus Panama laufen bereits. Weiterlesen

Kuba vereinfacht ausländische Direktinvestitionen

Mit der „ventanilla única“ will Kuba künftig ausländische Investitionen entbürokratisieren (Quelle: Cubadebate)

Auf Kuba ist am Donnerstag ein neues Gesetz in Kraft getreten, welches die Genehmigung für ausländische Direktinvestitionen deutlich vereinfachen und beschleunigen soll. Mit einem neuen „One-Stop-Shop“-Verfahren (spanisch: ventanilla única) sollen sämtliche notwendigen Schritte jetzt über eine einzelne Behörde laufen. Neuigkeiten gab es auch bei der angestrebten Öffnung des Außenhandels für private Unternehmen. Wie Außenhandelsminister Rodrigo Malmierca bekannt gab, sind seit Juli über 700 entsprechende Anfragen eingegangen. Weiterlesen

Havanna öffnet Großmarkt für Privatsektor, neues Modell für staatliche Gastronomie

Kubas Außenhandelsministerium will Privatbetriebe bei der Vermarktung neuer Exportprodukte unterstützen (Quelle: MINCEX)

Seit Donnerstag hat der Großmarkt „Mercabal“ in Havanna für sämtliche privaten Gastronomiebetriebe der kubanischen Hauptstadt geöffnet, bis September sollen die übrigen Provinzen nachziehen. Tags zuvor kündigte Kubas Binnenhandelsministerin Betsy Díaz Velázquez die Restrukturierung von mehr als 8.000 staatlichen Gastronomiebetrieben an. Diese sollen künftig dezentral verwaltet werden und auf Basis von Angebot und Nachfrage arbeiten.

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Díaz-Canel kündigt neues Wirtschaftsmodell an

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel kündigte gestern weitreichende wirtschaftliche Veränderungen an (Quelle: Cubadebate)

Kubas Regierung hat neue Maßnahmen angekündigt, mit denen das Land den ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie begegnen will. Ab Montag werden zunächst 72 Geschäfte Lebensmittel und Hygieneprodukte in Dollar verkaufen, gleichzeitig entfällt die 10-prozentige Steuer auf die Benutzung der US-Währung. Der Schritt ist Teil eines umfangreichen Reformpakets, welches Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel gestern auf einer Sondersitzung des Ministerrats vorstellte. So soll der nicht-staatliche Sektor auf der Insel weiter ausgebaut und professionalisiert werden. Privatunternehmen werden eine eigene Rechtsform erhalten und am Außenhandel teilnehmen. Damit sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die wirtschaftliche Verzahnung aller Eigentumsformen zu ermöglichen. Im abendlichen TV-Programm „runder Tisch“ (Mesa Redonda) gaben Regierungsvertreter weitere Details der Vorhaben bekannt.

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