Kuba plant Investitionen in Zuckerindustrie

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Kubas Zuckerindustrie hat großen Investitionsbedarf (Quelle: Granmeses)

In diesen Wochen laufen in Kuba bereits die Vorbereitungen auf die kommende Zuckersaison, die im November beginnt. Das moderate Ergebnis der letzten Saison soll dabei durch bessere Vorbereitung und größere Investitionen gesteigert werden. Zuletzt produzierte Kuba 1,67 Millionen Tonnen Rohzucker, und erreichte nur eine Steigerung von 4 Prozent statt der geplanten 18 Prozent. Im nächsten Jahr will Kuba Zuckerrohr für mindestens 1,85 Millionen Tonnen ernten.

Pedro Perez, Investitionsdirekter der staatlichen Holding Azcuba versicherte gegenüber der Nachrichtenagentur Prensa Latina, dass umfangreiche Maßnahmen wie die Modernisierung der Destillerien und der Bau neuer Fabriken zur Herstellung von Zuckerderivaten und Tierfutter geplant sind. In den letzten Jahren wurden bereits 100 neue Erntemaschinen und LKWs aus Brasilien importiert. Die Erprobung eines neuen Zuckerrohrernters, der in Zusammenarbeit mit China entwickelt wurde, wird in der kommenden Saison fortgesetzt.

Um die bestehende Ausrüstung am laufen zu halten, wurden zusätzliche Ersatzteile für die zahlreichen sowjetischen KTP-Ernter, ZIL- und Kamaz-Lastwagen importiert. Neue Bewässerungssysteme für die Pflanzen befinden sich ebenfalls in der Planung, auch der Ausbau der Lagerhäuser und die Errichtung neuer Tanks ist vorgesehen. Über die genaue Summe der Investitionen machte Perez jedoch keine Angaben. In Zukunft soll der Zuckersektor einen wichtigen Beitrag zur Diversifizierung der kubanischen Exporte und zur Energieversorgung des Landes leisten.

Im letzten Jahr exportierte Kuba Zucker im Wert von 463 Millionen US$ und hat sich seitdem vom historischen Tief 2009 erholt, als nur knapp eine Millionen Tonnen geerntet werden konnten und die Exporte bei 226 Millionen US$ lagen. Kubas Plan zur Wiederbelebung der Zuckerindustrie ist langfristig angelegt. Bis 2016 plant das Land, die Rohzuckererträge auf wieder deutlich über 2 Millionen Tonnen zu bringen. Im nächsten Jahr sollen die Erträge auf 43,9 Tonnen pro Hektar steigen und zwei zusätzliche Zuckermühlen ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Fidels Limousinen wurden Taxis

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ZIL-Limousine in Havanna, heute im Dienst von Cubataxi (Quelle: BBC)

Wie die BBC berichtet, sind inzwischen in Kuba einige ältere Fahrzeuge aus dem Regierungsfuhrpark an die staatliche Firma „Cubataxi“ weitergegeben worden. Wie andere Regierungschefs hatte auch Fidel Castro während seiner Amtszeit eine Reihe von Fahrzeugen zu seiner offiziellen Verfügung, die meisten davon sowjetische Modelle vom Typ GAZ und ZIL. Die sowjetischen Autohersteller waren unter anderem für die Produktion „repräsentativer“ Fahrzeuge verantwortlich. Seit 2012 stellt ZIL wieder die Modelle für den russischen Präsidenten her.

Vor fünf Jahre wurden 14 dieser Staatskarossen, die sich großer Beliebtheit unter den sozialistischen Regierungschefs erfreuten, in den öffentlichen Taxibetrieb entlassen. Immerhin 10 von ihnen sind noch im Einsatz. Bei den Modellen handelt es sich meist um großräumige und gepanzerte Limousinen, speziell für diplomatische Anlässe. Sie kamen zum Transport ausländischer Würdenträger sowie bei Militärparaden zum Einsatz, während Fidel Castro selbst bevorzugt in einem olivgrünen Militärjeep durchs Land reiste.

Die meisten dieser Fahrzeuge wurden zwischen 1960 und 1980 hergestellt, unter ihnen befindet sich auch der ein spezieller  ZIL-111, der ein persönliches Geschenk von Nikita Chruschtschow war. Auch er kann in Kuba jetzt von jedem benutzt werden. „Wenn ich den Fahrgästen erzähle woher das Auto stammt, strecken sie auf dem Sitz hinten ihre Beine aus sagen: ‚Ich kann das nicht glauben!'“ berichtet einer der Fahrer.