Corona-Update für Kuba (6): Lockerungen erreichen jetzt auch Havanna

Am Freitag ist als letzte Provinz schließlich auch die Hauptstadt Havanna in der „Phase I“ der kubanischen Corona-Lockerungen angekommen. Seit dem 1. Juli dürfen Touristen wieder die Insel besuchen – allerdings nur unter strengen Auflagen. Die übrigen Provinzen, mit Ausnahme von Matanzas, bereiten sich indes bereits auf den Übergang in die zweite Phase vor. Wie Premierminister Manuel Marrero betonte, erfordere die schrittweise Aufhebung der Ende März erlassenen Maßnahmen „Verantwortung und Disziplin“ der Bürger. Das weitere Voranschreiten im Lockerungs-Fahrplan hänge jetzt vom „individuellen und kollektiven Verhalten der Bevölkerung“ ab, wobei Risiken minimiert und die Verfolgung von Infektionsketten mit Nachdruck weiter betrieben werden sollen.

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Erster kubanisch-amerikanischer Pharmakonzern gegründet

Das kubanische Forschungsinstitut für Molekularimmunologie entwickelt unter anderem Medikamente gegen Krebs (Quelle: Cubadebate)

Am heutigen Mittwoch gab die kubanische Biotechnologiegruppe „Biocubafarma“ die Gründung des ersten US-kubanischen Pharmaunternehmens bekannt: die „Innovative Immunotherapy Alliance SA“ soll sich vor allem der Krebsforschung widmen und wird ihren Hauptsitz in der Sonderwirtschaftszone von Mariel (ZEDM) haben, welche rund 50 Kilometer westlich von Havanna liegt.

Das neue Unternehmen wurde laut einer Pressemeldung der Unternehmensgruppe zwischen der 2012 gegründeten kubanischen Biotechnologiegruppe Biocubafarma und dem renommierten US-amerikanischen Roswell Park Comprehensive Cancer Center formiert. Das Roswell Park Institute arbeitet bereits seit mehreren Jahren unter anderem mit dem kubanischen Zentrum für Molekularimmunologie (CIM) bei der Studie verschiedener Medikamente zusammen. Unter anderem wurde dabei der von Kuba entwickelte CimaVax-EGF-Impfstoff gegen Lungenkrebs erprobt. Dieser wird seit 2017 im Rahmen von klinischen Studien auch US-amerikanischen Patienten verabreicht.

Das neue Joint-Venture ist das erste überhaupt zwischen einer kubanischen Firma und einer US-amerikanischen auf dem Gebiet der Biotechnologie und Medizin. Es soll der „wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern auf dem Gebiet der Krebsforschung sowie der Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente“ dienen.  Ziel der „Innovative Immunotherapy Alliance SA“ ist vor allem die Entwicklung von Krebsmedikamenten, welche die Lebensqualität und Lebensdauer von Patienten verbessern können. Laut dem amerikanischen Roswell Institute seien die kubanischen Medikamente „sicher und geeignet für weitere Studien.“ Durch das Joint-Venture könnten neue kubanische Medikamente in Zukunft auch in den USA zur Behandlung zugelassen werden.