Chinas Regierung finanziert Kubas größten Solarpark

Feierliche Eröffnung des Solarparks am 27. April in der Provinz Cienfuegos (Quelle: Cubadebate)

Unter Beisein des chinesischen Botschafters Chen Xi wurde am Freitag Kubas leistungsfähigster Solarpark feierlich eröffnet. Die Anlage, mit einer Kapazität von 5 Megawatt, befindet sich in der Gemeinde Abreus in der Provinz Cienfuegos. Sie wurde durch eine Spende der Regierung der Volksrepublik China finanziert. Kein Land in Lateinamerika arbeite enger mit China zusammen als Kuba, sagte Chen. Die sozialistische Insel sei „einer der wichtigsten Partner“ des asiatischen Landes, so der Botschafter.

Zusammen mit dem Park in Cienfuegos wurde auch eine geringfügig kleiner dimensionierte Anlage in Pinar del Río eröffnet. Der dortige Park kann zu Spitzenzeiten 4 Megawatt einspeisen und wurde ebenfalls durch die chinesische Regierung finanziert. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung gratulierte Chen den beteiligten Arbeitern und Ingenieuren und betonte die enge Freundschaft zwischen beiden Ländern. „China war immer wieder Empfänger großer Solidarität und Unterstützung der kubanischen Regierung und des kubanischen Volks“, erklärte Chen vor den anwesenden Gästen.

Kubas bisher leistungsfähigster Solarpark wurde durch eine Spende der chinesischen Regierung finanziert (Quelle: Cubadebate)

Die Technik der beiden Solarparks sei von erster Güte, während Kuba die größte Sonnenstrahlung des Kontinents vorzuweisen habe. Beide Anlagen sind bereits seit 90 Tagen in Betrieb sind und haben in dieser Zeit 3.500 Megawattstunden generiert. „Derzeit arbeiten wir an zwei Solarparks in Las Tunas“, erklärte der chinesische Botschafter. Diese sollen bald zusammen mit mehreren Biogasanlagen ans Netz gehen und könnten weitere 21 Megawattstunden produzieren.

Kuba will bis zum Jahr 2030 mindestens 24 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien decken. Neben dem Ausbau der Solarenergie sollen dabei auch Biogas, Windparks und Wasserkraftwerke eine Rolle spielen. China ist Kubas wichtigster Handelspartner und mit einer Kapazität von 78 Gigawatt der größte Produzent von Solarenergie weltweit.

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Havannas nächster Solarpark geht ans Netz

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Havannas erster Solarpark auf dem Gelände von Expocuba (Quelle: Granma)

Vor wenigen Tagen ging in Havanna ein weiterer kubanischer Solarpark ans Netz. Die 2.500 Solarpaneele können nach Angaben des staatlichen Netzbetreibers pro Tag etwa 520 Kilowatt an elektrischer Energie erzeugen. Der „Solarpark Naranjito“ befindet sich im Municipio Boyeros im Süden von Havanna und ist bisher der dritte Solarpark in der kubanischen Hauptstadt.

Seit 2013 errichtet Kuba jedes Jahr knapp ein Dutzend kleinerer Solarparks in allen Provinzen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Der erste Solarpark in der Hauptstadt wurde im November 2013 eröffnet und befindet auf dem Messegelände Expocuba. Ein weiterer Solarpark ging vergangenes Jahr im Stadtteil Guanabacoa in Betrieb.

Bis 2030 will Kuba mindestens 24 Prozent der elektrischen Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen, unter anderem mit der Errichtung zahlreicher Solarparks, die bis dahin eine Gesamtleistung von 700.000 kW aufweisen sollen.

Kubas Wirtschaft wächst um mehr als 4 Prozent

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Sitzung des Ministerrats am 19. Juni in Havanna (Quelle: Granma)

Vergangenen Freitag traf Kubas Ministerrat in Havanna zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zusammen, um die Wirtschaftsperformance für das erste Halbjahr 2015 zu analysieren. Das für dieses Jahr geplante BIP-Wachstum von vier Prozent wurde bereits im ersten Halbjahr erreicht. „Kubanische Wirtschaft wächst erwartungsgemäß“, titelte die Granma. Damit wurden zum ersten Mal seit Beginn der aktuellen Wirtschaftsreformen im Jahr 2011 die selbst gesteckten Wachstumsziele erreicht – und könnten bis zum Ende des Jahres sogar noch übertroffen werden.

Allgemeine Wirtschaftsperformance

  • Das BIP-Wachstum wird bis zum Ende des 1. Halbjahres um „etwas mehr“ als 4 Prozent wachsen, sagte Wirtschaftsminister Marino Murillo auf der Sitzung. Vergangenes Jahr legte das BIP bis zu diesem Zeitpunkt um lediglich 0,6 Prozent zu, 2013 um 2,3 Prozent.
  • Im Vergleich zu 2014 wuchsen sämtliche Wirtschaftsbereiche, wobei die größten Wachstumsraten in der Zucker- und der verarbeitenden Industrie, dem Bauwesen und dem Handel zu verzeichnen waren. Während die Zuckerproduktion in dieser Saison um 18 Prozent zulegte, stiegen die Touristenankünfte um 15 Prozent. Der landwirtschaftliche Output stieg im ersten Quartal des Jahres um 13 Prozent.
  • Probleme gab es hingegen vor allem in den Sektoren Verkehr, Lagerwirtschaft und Kommunikation.
  • Die Arbeitsproduktivität legte verganges Jahr um 5,3 Prozent zu, dieses Jahr ist ein Zuwachs von 7,9 Prozent geplant.
  • Der Investitionsplan konzentriert sich wie in den Vorjahren hauptsächlich auf die zweite Jahreshälfte, es wird mit einer Erfüllung von 92,3 Prozent bis zum Ende des Jahres gerechnet.
  • Das Haushaltsdefizit wird in diesem Jahr mit 4,2 Prozent des BIP etwas geringer ausfallen als ursprünglich geplant (6,2 Prozent des BIP).
  • Der Plan für das Wohnungsbauprogramm schreitet ebenfalls gut voran. Auf eigene Initiative sollen bis zum Ende des Jahres 17.000 neue Wohnungen entstehen, 5.301 mehr als noch 2014. Zu den staatlichen Bauvorhaben wurden keine Zahlen genannt.
  • Obwohl die Handelsbilanz eine positive Entwicklung aufweist, gibt es laut Wirtschaftsminister Marino Murillo noch immer Probleme bei der Außenfinanzierung.
  • Der Plan für 2016 wird folgende Schwerpunkte setzen: Erneuerung und Ausbau der Infrastruktur, Erweiterung der Kapazitäten im Bauwesen und Transportsektor, Bereitstellung von Ressourcen für Forschung und Entwicklung, Ausbau der erneuerbaren Energien sowie Steigerung der Exporte und Ersatz von Importen.

Probleme und Defizite

  • Bemängelt wurden die Versorgungsengpässe bei einigen Importprodukten, darunter Käse, Hähnchen, Würstchen, Hackfleisch und Wurst, da deren nationale Produktion sowie deren Einfuhr nicht erfüllt werden. Um das Defizit zu decken, werden im laufenden Jahr zusätzliche 40 Millionen Dollar für den Import dieser Waren bereitgestellt.
  • Problematisch sind ebenfalls Ausfallzeiten durch die lange Lagerung von Containern, die Schäden in Höhe von 2,1 Millionen US$ verursacht haben. Als Ursachen wurden hierfür benannt: die ausgebliebene Umsetzung der für 2014 und 2015 geplanten Investitionen, das Fehlen von Ersatzteilen und Aggregaten, Probleme in den Reparaturwerkstätten, anhaltende organisatorische Probleme sowie eine ungenügende technische Verfügbarkeit im Eisenbahn- und Fahrzeugpark. Eine umfassende Überprüfung der Logistikbranche des Landes wurde angeordnet.

Kontrolle des Ministeriums für Binnenhandel

  • Bereits auf vergangenen Sitzungen des Ministerrats wurden Probleme beim Ministerium für Binnenhandel diskutiert, die sich in Form von Korruption und anhaltenden Lieferengpässen zeigen. Aus diesem Grund veranlasste der Rechnungshof die Überprüfung von 288 Einheiten dieses Ministeriums (80% der Gesamtzahl).
  • Der Ergebnisbericht der Audits wurde auf der Ministerratssitzung durch die Vorsitzende des Rechnungshofs, Gladys Bejerano, präsentiert. Dabei wurde die Nichteinhaltung der internen Kontrollmechanismen, ein mangelhaft durchgesetztes Sanktionsregime sowie unzureichende Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption, Diebstahl und anderen Vergehen festgestellt.
  • Die zuständige Ministerin, Mary Blanca Ortega Barredo, wird aus diesem Grund für jedes einzelne der ermittelten Problemfelder einen Maßnahmenkatalog erarbeiten, um den Ursachen auf den Grund zu gehen und in diesem Kontext entsprechende Fortbildungsmaßnahmen für das Personal veranlassen.

Epidemiologische Situation des Landes

  • Seit den Cholera-Fällen im Jahr 2012 rückte die medizinische Vorsorge und allgemeine Hygiene wieder stärker in den Fokus der kubanischen Politik. Die epodemiologische Situation des Landes hat sich nach einem Bericht auf der Sitzung gegenüber dem Vorjahr verbessert. Die Häufigkeit von Durchfallerkrankungen ging um 28,7 Prozent zurück, während 87,9% weniger Fälle von Denguefieber gemeldet wurden als noch 2014.
  • Dennoch sollen entsprechende Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten weiter ausgedehnt werden, wozu unter anderem verstärkte sanitäre Kontrollen in öffentlichen Einrichtungen und bei der Wasserversorgung zählen.
  • Derzeit wird der Verkauf von Hypochlorite in den Apotheken des Landes vorbereitet.

Weniger Stromausfälle als je zuvor in Kuba

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Der erste kubanische Solarpark ging 2013 in Betrieb (Quelle: Cuba Contemporanea)

Durchschnittlich fünf Minuten am Tag verbrachten die Kubaner vergangenes Jahr ohne Elektrizität. Damit ist die Anzahl und Dauer der Stromausfälle im Jahr 2014 auf ein historisches Rekordtief von 31,3 Stunden pro Person gefallen, wie Kubas staatlicher Stromkonzern Unión Nacional Eléctrica (UNE) jüngst bekannt gab. Nun gelte es, diesen Wert weiter zu reduzieren oder zumindest zu halten, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Im Zuge der Sonderperiode erlebte Kuba nach der Auflösung der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre eine schwere Energiekrise. Stromabschaltungen von mehreren Stunden pro Tag prägten für viele Jahre den Alltag der Kubaner. Bis in die 2000er Jahre kam es regelmäßig zu längeren Stromausfällen. Erst ab 2005 begann sich die Situation langsam zu entspannen, als im Rahmen der „Energierevolution“ tausende Dieselgeneratoren zur dezentralen Stromerzeugung eingesetzt wurden. Seit 2013 setzt Kuba verstärkt auf den Ausbau der erneuerbaren Energien, inzwischen hängen die ersten Solarparks bereits am Netz.

Vergangenes Jahr erzeugte Kuba 19.366 Gigawattstunden an elektrischer Energie, 1,2 Prozent mehr als noch 2013. Während der Verbrauch im staatlichen Sektor um 0,8 Prozent zurückging, erhöhte sich der Stromkonsum bei den Privathaushalten um 3,5 Prozent. Aufgrund der veralteten Infrastruktur betragen die Verluste jedoch noch immer 15 Prozent pro Jahr. Bis zum Jahr 2030 plant Kuba 30.000 Gigawattstunden bereitzustellen, wobei der Anteil der erneuerbaren Energien auf 24 Prozent gesteigert werden soll.

Spitzendiplomatin der EU plant Besuch in Kuba

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Die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Federica Mogherini wird Kuba besuchen (Quelle: Mercopress)

Havanna. Die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Federica Mogherini, hat angekündigt, am 23. März nach Kuba reisen zu wollen. Es wäre seit geraumer Zeit der höchstrangigste Besuch von EU-Vertretern in Kuba. Seit dem Beginn der Gespräche mit den USA am 17. Dezember vergangenen Jahres besuchten zahlreiche Delegationen aus Europa die Insel. Vor wenigen Tagen erst empfing Kubas Präsident Raúl Castro den italienischen Außenminister Paolo Gentiloni in Havanna.

Am 12. März wurde Außenminister Gentiloni von seinem kubanischen Amtskollegen Bruno Rodríguez in der kubanischen Hauptstadt empfangen. Bei den Gesprächen wurden mögliche Felder der bilateralen Kooperation erörtert, darunter auf den Gebieten Kultur, Biotechnologie und im Bildungsbereich. Die Aktualisierung des kubanischen Modells würde es italienischen Unternehmen erleichtern, in Sektoren wie dem Tourismus oder den erneuerbaren Energien zu investieren, erklärte Gentiloni.

Der angekündigte Besuch der EU Top-Diplomatin Mogherini gilt als Zeichen für ein Tauwetter in den Beziehungen zwischen Kuba und den EU-Staaten. Im vergangenen Jahr nahmen beide Seiten diplomatische Verhandlungen auf, um den 1996 eingeführten „Gemeinsamen Standpunkt“ zu ersetzen. Das von der damaligen rechtskonservativen Regierung Spaniens durchgesetzte Dokument verlangt einen „Regimewechsel“ in Kuba. 14 EU-Staaten haben jedoch heute bereits bilaterale Abkommen mit Kuba abgeschlossen, weshalb der Druck zur Neuausrichtung der Beziehungen mit dem sozialistischen Land wächst. Hierzu trafen sich zuletzt Anfang März kubanische Diplomaten und EU-Verteter in Havanna.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

Kubas Provinz Cienfuegos – Vorreiter bei den erneuerbaren Energien

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In Cienfuegos geht demnächst der dritte Solarpark ans Netz (Quelle: Radio Rebelde)

Die kubanische Provinz Cienfuegos erzeugt heute 21,5 Prozent ihres Strombedarfs mittels erneuerbarer Energien. Damit liegt die Provinz in Zentralkuba weit über dem Landesdurchschnitt von lediglich vier Prozent. Die kubanische Tageszeitung „Juventud Rebelde“ berichtete jüngst von einem erfolgreichen Fallbeispiel für den Ausbau der erneuerbaren Energien, den sich Kuba auf die Fahnen geschrieben hat.

Die Insel plant bis zum Jahr 2030 den Anteil erneuerbarer Energien am nationalen Strommix auf mindestens 24 Prozent zu steigern. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen sind Investitionen von 3,7 Milliarden US$ notwendig. In der 400.000-Einwohner Provinz Cienfuegos wurde in den vergangenen Jahren bereits kräftig investiert, weshalb man dort dem Ziel bedeutend näher ist als die meisten anderen Landesteile. Doch wie wurde das erreicht?

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Die größte Solarthermische Anlage Kubas im Hotel „Rancha Luna“, Cienfuegos (Quelle: 5 de Septiembre)

Inocente Costa, Mitglied des Wirtschaftsausschusses der Provinz, sagt über den Ausbau der erneuerbaren Energien: „Im Jahr 2010 hatten wir 2 Kilowatt installiert, heute sind es 190 – oder mit anderen Worten: hundert Mal mehr.“ Möglich wurde dies vor allem durch die Errichtung zwier Solarparks und der Installation dutzender solarthermischer Anlagen in Hotels und anderen staatlichen Einrichtungen mit hohem Stromverbrauch. Anders als früher werden heute kaum noch kleinere Solaranlagen von unter 50 Watt installiert, dafür zahlreiche größere Panele ab 150 Watt und größere Parks mit tausenden Panelen.

Doch auf diesem Ergebnis will man sich nicht ausruhen. In nächster Zeit wird die Region ihren dritten Solarpark mit einer Kapazität von 2,5 Megawatt in Betrieb nehmen. Die Kapazität des Wasserkraftwerks im Municipio San Blas soll auf 1,6 Megawatt ausgebaut werden. Da die Provinz über Landwirtschaft und fünf Zuckermühlen verfügt, wird auch der Ausbau der Biogasanlagen entscheidend für die weitere Steigerung der erneuerbaren Energien sein. Mehr als 300 sind geplant, die meisten dafür für staatliche und private Schweinemasten. „Biogas gilt als dekontaminierend für die Umwelt und zusätzlich zur Herstellung von Kraftstoffen mit hohem Methangehalt kann die Restflüssigkeit als Biodünger verwendet werden.“

Dabei sollen nicht nur neue Anlagen errichtet, sondern auch die bestehenden mit neuen Filtersystemen zur Reduzierung von Schwefeldämpfen ausgerüstet werden. In einigen Munizipios wird Biogas bereits zum kochen verwandt und konnte so zu einer Reduzierung des Stromverbrauchs beitragen. „Das schwierigste war das Ausheben des Lochs, was mich eine Woche gekostet hat. Diese Form der erneuerbaren Energien hat keine Nachteile“, sagt der Campesino Francisco Javier aus dem Munizipio Abreus über seine neue Biogasanlage, mit deren Hilfe er ebenfalls Dünger für seine Felder gewinnt.

Über 350.000 Kubaner erhielten Kredite vom Staat

Kubas Banken haben in den vergangenen Jahren Kleinkredite im Wert von 3,2 Mrd. Peso an die Bevölkerung ausgegeben, was einer Summe von 129 Millionen US$ entspricht. Im Interview mit der kubanischen Tageszeitung Granma erklärte der Vizepräsident der kubanischen Zentralbank, Francisco Mayobre, das seit Beginn des Programms Ende 2011 Kleinkredite an über 378.000 Personen für verschiedene Zwecke ausgegeben wurden. Den größten Anteil hatten Kredite für Baumaßnahmen, die 63 Prozent aller vergebenen Darlehen ausmachten.

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Francisco Mayobre, Vizepräsident der kubanischen Zentralbank (Quelle: Granma)

Mit den Mikrokrediten will Kuba vor allem private Bautätigkeiten beschleunigen und Hurrikanopfern gezielte Hilfe zukommen lassen. Bis August 2013 wurden umgerechnet 60 Millionen Dollar ausgegeben, diese Zahl wurde nun mehr als verdoppelt. 1,1 Mrd. Peso (ca. 4 Millionen US$) wurden Kleinbauern zu Verfügung gestellt. Eine Summe von umgerechnet 400.000 US$ kam dem Erwerb von energiesparenden Haushaltsgeräten zu Gute, die ebenfalls durch das Programm gefördert werden. Bereits während der „Energierevolution“ im Jahr 2005 wurden Energiesparlampen und neue Kühlschränke über Kredite an die Bevölkerung gebracht.

Durch die gestiegene Nachfrage nach Bankdienstleistungen bilden sich jedoch immer größere Schlangen vor den Dienststellen, was zu erheblichen Wartezeiten führen kann. Um dem Problem entgegenzuwirken wurden die Öffnungszeiten der meisten Fillialen bis in die frühen Abendstunden verlängert und die Eröffnung neuer Geschäftsstellen in Erwägung gezogen.

Ein weiterer Schritt um Qualität und Verfügbarkeit des Bankwesens zu erhöhen, ist die Errichtung neuer Bankautomaten und die Ausgabe von Magnetkarten. Dadurch sollen beispielsweise Rentner ihre Pension über die Geldautomaten beziehen können. Viele Kubaner könnten sich dann den Gang in die überlasteten Büros sparen. Auf lange Sicht ist auch das bargeldlose Bezahlen in den Läden des Landes vorgesehen. Heute gibt es in Kuba lediglich 581 Geldautomaten, davon befinden sich 396 in Havanna. Für 2015 plant die Zentralbank den Bestand um 30 Prozent zu vergrößern und 175 neue Automaten aufzustellen. Außerdem sollen 2,4 Millionen Geldkarten in Umlauf gebracht werden.

Allerdings gibt es auch Probleme: Die Privatunternehmen beklagen sich über mangelnden Zugang zu Krediten und Bankkonten. „Wir haben Umfragen durchgeführt und festgestellt, dass viele Selbstständige Bedenken und Probleme mit der Arbeit der Bank haben“, sagte Mayobre. Ihre Vorschläge seien im vergangenen Jahr teilweise umgesetzt wurden, als die Kreditvergabe erleichtert und zusätzliche Sicherheiten akzeptiert wurden. Dennoch wurden bis heute weniger als 100 Kleinkredite an Privatunternehmen vergeben.

Kubas staatlicher Bankensektor steht derzeit vor der Herausforderung, sich rasch dem wachsenden Bedarf an professionellen Bankdienstleistungen anzupassen und gleichzeitig die anstehende Währungsreform zu bewältigen. Die Ausgabe von Kleinkrediten nahm in den letzten Jahren rasch an Fahrt auf und könnte bald zu einer wichtigen Stütze des neuen Privatsektors werden. Um dem gerecht zu werden, kündigte Mayobre die Reduzierung der Zinssätze und die Erleichterung von Kontoeröffnungen an.