9. August 2022

Guide: Deutsches Fernsehen auf Kuba schauen mit einem VPN

Deutsche Auswanderer und Urlauber, die auf Kuba leben, können nicht einfach so deutsches Fernsehen streamen. ARD und ZDF funktionieren nicht, wenn Nutzer sich auf Kuba befinden und anstelle von Nachrichten, Fußball und dem Tatort erscheint nur eine Fehlermeldung.

Dafür verantwortlich ist das sogenannte Geoblocking. Trotz der EU-Portabilitätsverordnung, die 2018 in Kraft trat, funktionieren deutsche Livestreams nicht im Ausland. Ein VPN hilft dabei, doch noch deutsches Fernsehen auf Kuba zu streamen.

Kein deutsches TV oder Netflix auf Kuba? Hier liegt das Problem

Wer von Kuba aus die Livestreams von ARD oder ZDF nutzen möchte, wird nichts weiter sehen als eine Fehlermeldung. Auch Inhalte, die in Deutschland bei Netflix, Amazon Prime Video und Co. verfügbar sind, sind nicht automatisch auch auf Kuba zu finden.

Woran liegt das? Grund dafür sind in den meisten Fällen die Lizenzen. Streaming-Dienste und TV-Sender kaufen Lizenzen ein, um bestimmte Inhalte zeigen zu dürfen. Diese gelten jedoch nur für festgelegte Länder.

Es liegt dann an dem Streaming-Dienst sicherzustellen, dass nur Nutzer in den Ländern, für die eine Lizenz vorliegt, die Inhalte sehen können. Hat das ZDF beispielsweise die Lizenzen für die Fußballweltmeisterschaft für den deutschen Markt gekauft, dann dürfen nur Nutzer aus Deutschland die Spiele sehen. Wer auf Kuba ist, hat keine Chance, die Inhalte zu streamen.

Diese Einschränkung erfolgt über die IP-Adresse. Diese verrät nämlich, wo ein Nutzer sich befindet. Wer auf Kuba ist, hat automatisch eine kubanische IP-Adresse. Das ZDF erkennt dies und sperrt die Inhalte. Das Ganze nennt sich Geoblocking.

Um dieses System, das häufig zum Nachteil der Zuschauer ist, zu unterbinden, trat 2018 die EU-Portabilitätsverordnung in Kraft. Diese besagt, dass Nutzer kostenpflichtige Abos auch im Ausland zu denselben Bedingungen wie im Heimatland und ohne Zusatzkosten schauen dürfen.

Dabei gibt es aber zwei Probleme: Erstens ist Kuba nicht Teil der EU und somit gilt die Verordnung nicht. Zweitens zählen ARD und ZDF nicht als kostenpflichtiges Abo, da die Livestreams kostenlos angeboten werden. Die Inhalte werden also gesperrt.

Bei Streaming-Diensten wie Netflix ergibt sich ein etwas anderes Problem: Es gibt in jedem Land ein anderes Sortiment. In Deutschland und Kuba sind unterschiedliche Titel verfügbar. So kann es sein, dass deutsche Serien und Filme auf Kuba nicht im Sortiment enthalten sind. Wie man die Sperren von Netflix umgeht, erfährst du hier.

Zudem ist Deutschland eines der Länder mit der größten Auswahl bei dem Streaming-Dienst: Es sind insgesamt über 6900 Titel. Auf Kuba ist der Anbieter erst seit 2015 verfügbar und hat deshalb weniger Inhalte im Angebot.

Geoblocking in Kuba mit einem VPN umgehen

Wer auf Kuba ist und deutsches Fernsehen schauen möchte, braucht eine deutsche IP-Adresse. Diese ist am einfachsten über ein VPN zu ändern. So eine Software ist nicht nur schnell eingerichtet, sie lässt sich auch ganz leicht bedienen.

Schritt 1: Einen geeigneten VPN-Anbieter finden
Nicht alle VPNs schaffen es, das Geoblocking von ARD, ZDF, Netflix und Co. zu umgehen. Deshalb braucht es ein gutes und vor allem zuverlässiges VPN, das die Ländersperre aushebelt. Welche Dienste besonders gut sind, erfährst du in diesem Test.

Schritt 2: VPN herunterladen & installieren
Ist ein guter Anbieter gefunden, dann sollte dieser unbedingt von der Website des Betreibers heruntergeladen werden und nicht aus zweifelhaften Quellen. Anschließend beginnt die Installation. Diese ist schnell abgeschlossen und bei den meisten Anbietern selbsterklärend.

Schritt 3: VPN öffnen & die Verbindung mit einem Server aus Deutschland herstellen
Sobald das VPN eingerichtet ist, kann man in einer Serverliste oder auf einer Karte alle verfügbaren Server sehen. Um ARD und ZDF zu schauen, ist eine Verbindung zu einem deutschen Server nötig. Jetzt muss man nichts weiter tun, als Deutschland in der Karte herauszusuchen und mit einem Klick eine Verbindung herzustellen.

Damit ZDF und ARD in Kuba funktioniert, muss die VPN-Verbindung für die Dauer des Streamings aufrechterhalten werden. 

Dafür ist ein VPN auf Kuba sonst noch nützlich

Das Umgehen von Geoblocking ist nicht der einzige Vorteil, den ein VPN bietet. Diese Software eignet sich beispielsweise auch dafür, die Einschränkungen der US-Blockade auf Kuba zu umgehen. Wer längere Zeit auf Kuba und dabei auf einen Rechner angewiesen ist, wird das Problem kennen: vom Intel-Grafiktreiber über PayPal bis hin zum Apple Store, viele Produkte und Dienstleistungen sind auf Kuba mit Verweis auf geltende US-Exportrestriktionen nicht verfügbar.

Häufig bleibt einem dann nur der Umweg über (nicht immer sichere) Drittwebsites, anstatt die gewünschte Software direkt vom Hersteller laden zu können. In manchen Fällen, wie z.B. bei der Nutzung von PayPal und anderen Finanzdiensten, geht ohne VPN schlichtweg gar nichts.

Während die meisten Websites und Social Media Portale von Regierungsseite her keiner Einschränkung unterliegen (Facebook, Twitter, Instagram, YouTube, Wikipedia und auch Zeitungen wie der „Miami Herald“ fallen nicht darunter) sind Nachrichtenportale der Dissidentenbewegung wie z.B. Cibercuba oder 14ymedio gesperrt. Auch diese lassen sich mit einem VPN lesen.

Darüber hinaus hat die Nutzung eines VPNs den Effekt, dass deine Privatsphäre im Netz erhöht wird. Weder eine Regierung noch irgendein Internetprovider können einsehen, welche Inhalte aufgerufen werden. Hinzu kommt, dass eine VPN-Verbindung es auch für Hacker sehr schwer macht, Daten abzufangen.

VPNs ermöglichen es, auf Kuba deutsches Fernsehen zu streamen

Ein VPN ist eine einfache und effektive Methode, auf Kuba deutsches Fernsehen zu streamen. Die Livestreams von ARD und ZDF können dank der Verbindung mit einem deutschen VPN-Server genutzt werden. Und auch für weitere Streaming-Dienste wie Netflix und Prime Video bietet ein VPN den Vorteil, dass dieselben Inhalte wie in Deutschland verfügbar sind. Zusätzlich wird mit einem VPN der gesamte Datenverkehr verschlüsselt. Eine Win-win-Situation also.

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Privacy Tutor, die sich der Vermittlung von Kenntnissen im Bereich Netzsicherheit und Datenschutz widmen.

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