Kubanische Ärzte kehren aus Westafrika zurück

regresan-medicos-cubanos-580x384.jpg_1718483346

Kubanische Ärzte am Flughafen in Freetown/Sierra Leone kurz vor ihrem Rückflug nach Kuba (Quelle: Telesurtv.net)

Freetown/Matanzas, Kuba. Am Montag dieser Woche sind 151 Mitglieder einer staatlichen Einsatzgruppe kubanischer Ärzte nach einem Hilfseinsatz in Westafrika in ihr Heimatland zurückgekehrt. Die in der „Brigade Henry Reeve“ zusammengeschlossenen Fachärzte mit Spezialisierung auf Katastrophenschutz und Epidemiologie hatten dort in den vergangenen sechs Monaten bei der Bekämpfung des Ebola-Virus geholfen.

Noch vor Abflug aus Sierra Leones Hauptstadt Freetown wurde ihre Arbeit von verschiedenen Seiten gewürdigt. Liberias Außenminister Augustine Kpehe Ngafuan betonte, dass den Kubanern das Risiko ihrer Arbeit sehr wohl bewusst gewesen sei. Allerdings würden sie sich als die „Brüder von der anderen Seite des Ozeans“ verstehen, um in dieser Rolle solidarische Hilfe zu leisten. Auch Sierra Leones Präsident Ernest Bai Koroma dankte dem kubanischen Volk für dessen Unterstützung auf sein Hilfeersuchen. Er habe gewusst, dass Kuba sein Land nicht im Stich lassen würde. Das kubanische Volk sei sich seiner afrikanischen Wurzeln bewusst, so Koroma weiter. Sein Land werde diese Leistung nie vergessen. Auch nach Abzug des Großteils des medizinischen Personals verbleiben weitere 66 Ärzte und Krankenschwestern in Sierra Leone, die erst zum 1. April nach Kuba zurückkehren werden.

Zuletzt hatte sich im Einsatzgebiet ein erheblicher Rückgang an Neuinfizierungen und Todesfällen abgezeichnet. In Liberia wurde seit 22 Tagen keine Neuinfizierung bestätigt. Dennoch sei die Epidemie noch nicht vorüber, hieß es von Behördenseite. Über 24.000 Menschen sind laut Aussagen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Westafrika betroffen, die offiziellen Todeszahlen liegen bei über 10.000. Auch daher sei es ein Zeichen der „Professionalität des medizinischen Personals aus Kuba“, so Maurice Calderon, Vizekoodinatior für auswärtige medizinische Teams der WHO in Sierra Leone, dass sich lediglich ein kubanischer Arzt während der sechs Monate infiziert hat. Dr. Félix Báez Sarria, der in Sierra Leone gearbeitet hatte, wurde bereits erfolgreich behandelt und kehrte nach seiner Genesung zurück, um im Kampf gegen den Virus vor Ort weiterzuarbeiten. Dies sei eine „erneute Demonstration der Leistung der kubanischen Mediziner“, die ihm aus anderen Teilen der Welt bekannt sei, so Calderon weiter. Diese zeichne sich durch „hohes Engagement, gute Leistungen und Achtung vor den Menschenrechten der Kranken“ aus.

Kuba ist dafür bekannt, ein Drittel seines medizinischen Personals in andere Länder zu entsenden. Derzeit befinden sich unter anderem 4.000 Mediziner in über 30 Ländern Afrikas um gegen Krankheiten wie Ebola und Malaria zu kämpfen. Der Malaria waren seit Oktober auch zwei Kubaner zum Opfer gefallen, die zum Einsatz gegen die Ebola-Epidemie nach Westafrika gekommen waren. Daher gedachten die Rückkehrer am Montag auch ihren verstorbenen Kollegen, dem Krankenpfleger Reinaldo Villafranca, der in Sierra Leone gearbeitet hatte und Jorge Juan Guerra Rodríguez, Mitglied des Ebola-Vorausteams in Guinea.

von Julia Ziegler / Amerika21

Werbeanzeigen

Die Abwanderung von Fachkräften aus Kuba

EBOLA-CUBA_SPANXLAT107

Hunderte kubanische Ärzte werden für den Kampf gegen Ebola ausgebildet (Quelle: El Nuevo Herald)

Übersetzung eines Editorials aus der New York Times vom 17. November 2014. Deutsche Übersetzung durch Klaus Lehmann / Amerika21

US-Außenminister John Kerry und die US-amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, haben den Beitrag kubanischer Ärzte gelobt, die in Westafrika Ebola-Patienten betreuen. Die Zentren zur Kontrolle und Vorbeugung von Krankheiten, eine US-Bundesbehörde, entsandte kürzliche einen Funktionär zu einem von der kubanischen Regierung in Havanna organisierten Treffen, um den Kampf gegen die Epidemie zu koordinieren. In Afrika arbeiteten die kubanischen Ärzte in Einrichtungen, die von den Vereinigten Staaten errichtet worden waren. Das Virus hatte den unerwarteten Effekt einem unnötigerweise vergifteten Verhältnis gesunden Menschverstand einzuimpfen.

Trotzdem könnten die Ärzte, die in Westafrika arbeiten, heute einfach ihre Verpflichtungen hinter sich lassen, sich ein Taxi zur nächstgelegenen US-Botschaft nehmen, um mittels eines Programms, das bereits tausende von Desertionen ermöglicht hat, einen Migrationsstatus zu beantragen. Wird ihnen dieser gewährt, können sie in ein paar Wochen in die Vereinigten Staaten einreisen, um in wenigen Jahren zu US-Bürgern zu werden.

Es gibt viele verurteilungswürdige Aspekte der fehlgeschlagenen politischen Strategien der Vereinigten Staaten in Bezug auf Kuba und das seit Jahrzehnten gegen die Insel verhängte Embargo. Aber das Programm, das medizinisches Personal während offizieller Einsätze im Ausland zur Abwanderung anstiftet, ist besonders schwer zu rechtfertigen. Während des kürzlich zu Ende gegangenen Fiskaljahres hat mit 1.278 medizinischen Fachkräften eine Rekordzahl die Einwanderungsgenehmigung erhalten.

Bildschirmfoto 2014-11-23 um 17.24.51

Anzahl der kubanischen Ärzte, die während einer Auslandsmission in die USA eingebürgert wurden (Quelle: The New York Times)

Es unvereinbar, dass die Vereinigten Staaten die Beiträge der von der Regierung zur Hilfe bei Krisen in der Welt entsandten kubanischen Ärzte würdigt, wie zum Beispiel anlässlich des Erdbebens in Haiti im Jahre 2010 geschehen, während sie zugleich versuchen, den Staat zu destabilisieren, in dem sie Desertionen fördern.

Das US-amerikanische Einwanderungssystem muss den verwundbarsten Flüchtlingen und Verfolgten der Welt Vorrang einräumen, darf sich jedoch nicht dazu benutzen lassen, die Abwerbung von Fachkräften aus einem gegnerischen Land zu verstärken, insbesondere dann, wenn die Verbesserung der Beziehung zwischen den Ländern ein gangbares und vernünftiges Ziel ist.

Das von der Regierung aufgelegte Programm startete im August 2006, als Emilio González, ein strikt gegen die Regierung der Insel opponierender Exilkubaner, an der Spitze der Einwanderungs- und Ausländerbehörde der Vereinigten Staaten stand. González beschrieb die Arbeitsbedingungen der Ärzte als „staatlich sanktionierten Menschenhandel“. Zu jener Zeit betrieb die Bush-Administration auf allen Ebenen Sabotage gegen die kubanische Regierung. Die Erleichterung der Abwerbung von Ärzten, die an Auslandsmissionen teilnehmen, stellt eine Gelegenheit dar, das diplomatische Hauptwerkzeug der Insel zu attackieren und die Regierung der Castros zu demütigen.

Kuba nutzt schon seit vielen Jahren seine Medizinerbrigaden als Haupteinnahmequelle und Überzeugungsmacht. Die Insel besitzt eine der höchsten Pro-Kopf-Raten von Ärzten in der Welt und vergibt jedes Jahr Stipendien für Studiengänge im Gesundheitsbereich an hunderte ausländische Studenten. Darunter waren auch schon einige US-Amerikaner. Zahlen der kubanischen Regierung zufolge sind über 440.000 der insgesamt elf Millionen Einwohner des Landes im Gesundheitssektor beschäftigt.

Havanna bezieht subventioniertes Erdöl aus Venezuela und erhält von verschiedenen Ländern Geld als Entlohnung für geleistete medizinische Versorgung. Im laufenden Jahr rechnet die Regierung, der staatlichen Tageszeitung Granma zufolge, mit Einnahmen von 8,2 Milliarden Dollar für die medizinische Tätigkeit ihres Personals im Ausland. Die große Mehrheit derjenigen, die im Moment im Einsatz sind (insgesamt etwa 46.000) arbeitet in Lateinamerika und der Karibik. Etwa 4.000 von ihnen sind auf 32 afrikanische Länder verteilt.

Die medizinischen Fachkräfte erhalten, wie die Mehrheit der Kubaner, geringe Gehälter. In diesem Jahr hat die Regierung die Löhne der Gesundheitsarbeiter erhöht. Ärzte verdienen jetzt etwa 60 US-Dollar und Krankenpflegekräfte 40 US-Dollar im Monat. Die Zuweisungen im Ausland stellen eine Gelegenheit dar, substanziell mehr zu verdienen. Die Ärzte, die zurzeit in Brasilien arbeiten, verdienen zum Beispiel etwa 1.200 US-Dollar monatlich.

Die 256 medizinischen Fachkräfte, die die Ebolapatienten in Westafrika betreuen, erhalten tägliche Zuweisungen von etwa 240 Dollar von Seiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). José Luis Di Fabio, der Leiter der WHO-Mission in Havanna sagte, dass die Ärzte und Pflegekräfte in Afrika aus eigener Entscheidung dorthin gereist seien. „Es handelt sich um Freiwillige“, sagte er während eines Interviews: „Es gab einige, die ihre Zusage zurückgezogen haben und das war kein Problem.“

Einige Ärzte, die desertiert sind, sagen, dass die Auslandszuweisungen eine stillschweigende Zwangskomponente enthielten und haben sich darüber beklagt, dass die kubanische Regierung den größten Teil des Geldes, den ihre Dienstleistungen erbringen, abkassiere. Trotzdem sagt das US-Außenministerium in seinem jüngsten Bericht über Menschenhandel, dass der vorgebliche Zwang gegenüber kubanischen Medizinfachkräften „keine einheitliche Politik der Regierung wiederzuspiegeln scheint“. Auch wenn dies so sein mag, könnte Havanna sein Personal im Ausland in großzügigerer Weise entlohnen, wo doch die Gesundheitsbrigaden weiterhin eine wichtige Einnahmequelle bilden werden.

Im vergangenen Jahr flexibilisierte die kubanische Regierung die Ausreisebeschränkungen, indem sie für die Mehrheit ihrer Staatsbürger, einschließlich der Dissidenten, eine freie Aus- und Einreise autorisierte. Auch die Ärzte, die in der Vergangenheit strengeren Restriktionen unterlagen, können heute ohne größere Probleme reisen. Die Vereinigten Staaten halten jedes Jahr 20.000 Einwanderungsvisa für Kubaner von der Insel bereit. Außerdem erhalten diejenigen, denen es gelingt auf irregulären Wegen einzureisen, automatisch die legale Aufenthaltgenehmigung.

Die kubanische Regierung betrachtet das Abwerbungsprogramm für Ärzte als Symbol der Doppelzüngigkeit seitens der Vereinigten Staaten. Es behindert die Fähigkeit Kubas, wenn es darauf ankommt, im Fall von internationalen Krisen seinen Beitrag zu leisten und bewirkt in Richtung der Schaffung einer offeneren oder demokratischeren Gesellschaft rein gar nichts. Solange diese unstimmige Politik beibehalten wird, wir es weiterhin schwierig sein, ein gesünderes Verhältnis zwischen beiden Nationen zu etablieren.

Genau wie für eine wachsende Zahl von Kubanern wird für viele medizinische Fachkräfte weiterhin die Möglichkeit von Interesse bleiben, auf der Suche nach verbesserten Möglichkeiten in die Vereinigte Staaten zu emigrieren und sie haben sicher auch das Recht, dies zu tun. Aber sie während Auslandsmissionen dazu aufzufordern – das geht zu weit.


Einen tieferen Einblick in das kubanische Programm der Ärzteausbildung liefert der TED-Talk der amerikanischen Journalistin Gail Reed.

Großbritannien erneuert Beziehungen mit Kuba

ebola41

Großbritanniens Außenminister Hugo Swire (rechts) trifft den kubanischen Boxer Felix Savon, nachdem ein Abkommen mit dem kubanischen Sportinstitut unterzeichnet wurde (Quelle: Progreso Weekly)

Vergangenen Mittwoch traf Großbritanniens Außenminister Hugo Swire in Havanna ein, um den Kampf gegen Ebola zu koordinieren und die Beziehungen mit der sozialistischen Insel zu verbessern. Es ist seit zehn Jahren der erste Besuch eines britischen Ministers auf der Insel. Derzeit arbeiten hunderte kubanische Ärzte in britischen Hilfseinrichtungen in Westafrika, um die Ebola-Epidemie zu bekämpfen.

Gemeinsamer Kampf gegen Ebola

„Es ist zu lange her, dass ein Minister des Vereinigten Königreichs in Kuba war, aber ich bin froh das zu korrigieren“, sagte Swire, der Mitglied bei den konservativen Torys ist. Bei dem fünftägigen Arbeitsbesuch würdigte der Minister Kubas Einsatz beim Kampf gegen die Krankheit in Westafrika und erklärte, dass Großbritanien bisher über 300 Millionen Euro für Seuchenhilfe ausgegeben habe. Beide Regierungen bekräftigen ihren Willen, stärker bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie zusammenzuarbeiten.

Doch auch auf wirtschaftlichem Gebiet soll die Kooperation mit Kuba ausgedehnt werden. „Wir haben die Absicht, den Ausbau und die Stärkung der Beziehungen mit Kuba in vielen Bereichen zu fördern“, sagte der britische Außenminister in Havanna. Mit Blick auf das neue Gesetz über Auslandsinvestitionen hob Swire die guten Bedingungen für britische Unternehmen auf der Insel hervor. Es gebe einige britische Firmen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, der Landwirtschaft und beim Tourismus, die in Kuba investieren möchten.

Zusammenarbeit trotz Differenzen

Swire traf sich auch mit der Tochter des kubanischen Präsidenten, Mariela Castro, die das kubanische Institut für Sexualaufklärung (CENESEX) leitet. Auch auf dem Gebiet der Kultur und beim Sport wurden nicht näher genannte Abkommen zur Zusammenarbeit unterzeichnet. „Obwohl wir unsere natürlichen Differenzen haben, arbeiten wir zusammen, wo wir können“, sagte Swire.

„Wir haben gewisse Bedenken über Einschränkungen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie den Einsatz von Kurzzeitverhaftungen von Aktivisten der Opposition“, wird ein Sprecher des britischen Außenministeriums zitiert. „Dennoch erkennen wir an, dass sich Kuba ändert und begrüßen die Fortschritte der letzten zwei Jahre […]. Kuba befindet sich in einem Prozess gradueller Reform und die EU möchte ebenfalls ihre Beziehungen durch die Verhandlung eines neuen Abkommens zur Zusammenarbeit verbessern“, so das Statement weiter.

Europa geht auf Kuba zu

Der Besuch des britischen Außenministers steht ganz im Kontext einer neuen Annährung zwischen der EU und Kuba, um den „Gemeinsamen Standpunkt“ von 1996 abzulösen. Darin wird die Blockadepolitik der USA unterstützt und ein Systemwechsel gefordert, was Kuba als Einmischung in innere Angelegenheiten zurückweist. Bis das neue Vertragswerk steht könnte zwar noch gut ein Jahr vergehen, allerdings nutzen zahlreiche europäische Länder bereits die Möglichkeit des neuen politischen Klimas.

So war dieses Jahr bereits Frankreichs Außenminister Laurent Fabius in Havanna zu Gast, bis zum Ende des Jahres soll der spanische Außenminister folgen. Auch Portugals Vizepremier Paolo Portas ist derzeit in Havanna. Er wohnte der Eröffnungszeremonie der internationalen Handelsmesse (FIHAV) am Sonntag bei. Dort erklärte er, dass Portugal gerade erst beginne, den kubanischen Markt zu betreten und die Handelsbeziehungen mit Kuba zu stärken möchte. Aus der Bundesrepublik kamen bisher keine Signale einer Wiederannährung.

ALBA-Länder koordinieren Kampf gegen Ebola

RTR4AVH6_0

ALBA-Gipfel zu Ebola: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro (Rechts) plädierte auch für ein baldiges Treffen der größeren Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) (Quelle: junge Welt)

Havanna. Bei einem Sondergipfel der Regierungschefs des linksgerichteten Staatenbündnisses Bolivarische Allianz für Amerika (ALBA) in Kubas Hauptstadt Havanna haben die Teilnehmer am Montag einen gemeinsamen Plan zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie ausgearbeitet. Der jüngste Ausbruch der Krankheit hat bisher schon mehr als 4.500 Opfer gefordert, die meisten davon in den westafrikanischen Staaten Sierra Leone, Guinea und Liberia.

„Ich bin davon überzeugt, dass diese Bedrohung, wenn sie nicht mittels einer sofortigen internationalen Antwort in Westafrika gestoppt wird, zu einer der schwersten Pandemien in der menschlichten Geschichte werden könnte“, sagte Kubas Präsident Raúl Castro auf dem Gipfel. Er bekräftigte den Willen zur Zusammenarbeit seines Landes in der Sache mit allen Ländern, inklusive der USA, die bis heute eine Blockade aus Zeiten des Kalten Krieges gegen die sozialistische Insel aufrecht erhalten.

Die Delegierten, darunter Gesundheitsminister und -Experten, kritisierten die bisherigen Reaktionen der Weltgemeinschaft als ungenügend und erarbeiteten einen eigenen Aktionsplan, der neben der Bekämpfung der Epidemie vor Ort auch Präventionsmaßnahmen vorsieht. Bisher blieben Lateinamerika und die Karibik von der gefährlichen Infektionskrankheit verschont.

Der Vertreter der Vereinten Nationen auf der Tagung, David Navarro, hob derweil Kubas Engagement in dem Krisengebiet hervor, das er als „Zeichen von Solidarität und Brüderlichkeit der ersten Güte“ bezeichnete.

Bei dem Treffen waren unter anderem die Präsidenten von Venezuela, Bolivien, Nicaragua und Haiti anwesend. Andere ALBA-Mitglieder sowie UNO und Weltgesundheitsorganisation (WHO) schickten offizielle Vertreter.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

Fidel Castro bietet USA Zusammenarbeit im Kampf gegen Ebola an

Raul-Castro-at-sendoff-Cuban-doctors-to-Africa-v.-Ebola-1014

Kubanische Mediziner auf dem Weg nach Afrika werden von Präsident Raúl Castro verabschiedet (Quelle: Escambray)

Havanna. Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro hat in seinem jüngsten Beitrag in der Parteizeitung „Granma“ den USA die Zusammenarbeit im Kampf gegen das Ebola-Virus angeboten. „Gerne arbeiten wir mit dem nordamerikanischen Personal in dieser Angelegenheit zusammen“, erklärte der 88-jährige in seinem Artikel mit dem Titel „Die Stunde der Pflicht“.

Kuba hat seit Anfang Oktober dieses Jahres 165 Ärzte und Krankenpfleger in die westafrikanischen Länder Sierra Leone und Liberia entsandt und plant eine Aufstockung des medizinischen Personals um weitere 300 Personen in der nahen Zukunft. Damit stellt die Karibikinsel das größte ausländische medizinische Kontingent vor Ort im Kampf gegen Ebola.

Experten erklären immer wieder, dass es in den Krisengebieten an Personal vor Ort am dringlichsten mangelt. „Es hat unser Land nicht eine Minute gekostet, den internationalen Hilfsagenturen zu antworten, die Unterstützung im Kampf gegen diese brutale Epidemie anforderten“, schrieb Castro.

Mittlerweile hat auch US-Außenminister John Kerry das Engagement der sozialistischen Insel anerkannt: „Kuba, ein Land von gerade elf Millionen Einwohnern, hat 165 professionelle Mediziner geschickt und plant knapp 300 weitere zu entsenden“, hob er den Beitrag des Landes im Kampf gegen Ebola hervor.

In der kubanischen Hauptstadt Havanna beginnt am heutigen Montag auch eine außerordentliche Tagung des linksgerichteten Staatenbündnisses Bolivarische Allianz für Amerika (ALBA) zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

UNO und WHO danken Kuba für Ärzte im Kampf gegen Ebola in Afrika

Havanna. Die kubanische Regierung wird zur Unterstützung des Kampfes gegen die Ebola-Epidemie 165 Ärzte nach Westafrika entsenden. Dies gab der Gesundheitsminister Kubas, Roberto Morales Ojeda, am Freitag bekannt. Im Rahmen einer Pressekonferenz in der Zentrale der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf sagte Morales Ojeda, dass die ersten Mediziner den Plänen zufolge Anfang Oktober in Sierra Leone eintreffen werden.

In Westafrika sind offiziellen Zahlen zufolge in einer der schlimmsten Epidemien bereits 2.300 Menschen gestorben. Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Die Epidemie betrifft Liberia, Sierra Leone und Guinea, seit im März die ersten Fälle aktenkundig geworden waren. Auch Nigeria und Senegal haben erste Kranke gemeldet.

cuban-ebola-team-image

WHO-Chefin Chan und Kubas Gesundheitsminister Morales (Quelle: WHO)

Das kubanische Engagement ist weltweit bei Fachorganisationen und in Medien auf ein großes Echo gestoßen. Medien wie Forbes, Reuters oder die BBC berichteten ausführlich über die Initiative. Die Entsendung von Ärzten in Länder des Südens hat in Kuba Tradition. In Haiti etwa sind seit Jahren hunderte Mediziner aus Kuba aktiv.

Das langfristige Engagement wurde von Experten als effizienter anerkannt als die kurzfristige Katastrophenhilfe westlicher Staaten.

Auch aktuell lobt die WHO-Direktorin Margaret Chan Kubas Einsatz, der nach ihren Worten für Sierra Leone „eine wichtige Unterstützung“ bedeutet. „Wenn wir gegen Ebola in den Krieg ziehen wollen, dann brauchen wir Ressourcen dafür“, sagte sie. „Kuba ist weltweit dafür bekannt, dass es herausragende Ärzte und Pflegekräfte ausbildet und anderen Staaten generös auf dem Weg zum Fortschritt beisteht“, so Chan weiter.

Nach kubanischen Angaben werden der Delegation Ärzte, Pflegekräfte, Epidemiologen, Spezialisten in Seuchenkontrolle, Intensivmediziner und Sozialarbeiter angehören.

Neben der WHO-Chefin sprach auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon Kuba seinen Dank aus. „Der Generalsekretär möchte die von der kubanischen Regierung bekanntgegebene Initiative, kurzfristig 165 Ärzte zum Kampf gegen Ebola nach Sierra Leone zu entsenden, aufs Herzlichste begrüßen“, heißt es in der online veröffentlichten Note.

von Harald Neuber / Amerika21