Universität von Havanna richtet Lehrstuhl zum Studium der Ideen Fidel Castros ein

Die Universität von Havanna (UH) wurde 1728 gegründet und gilt im Berich der Geistes- und Sozialwissenschaften als bedeutendste Universität des Landes (Quelle: Commons)

Die Universität von Havanna, Kubas älteste und anerkannteste Hochschule, kündigte vergangene Woche die Eröffnung eines neuen Lehrstuhls an, der sich dem „Studium des Denkens Fidel Castros“ widmen soll. Rund ein halbes Jahr nach dem Tod des langjährigen Staatschefs und Revolutionsführers, soll dessen ideologisches Erbe mit diesem Schritt erstmals systematisch erfasst und erforscht werden.

Die eremitierte Historikerin Francisca López soll den Lehrstuhl besetzen (Quelle: Cubadiario)

Die Ehrenprofessur („Cátedra Honorífica“) soll dabei von der emeritierten Historikerin Francisca López übernommen werden, die sich bereits mit dem Studium des Werks von José Martí als Leiterin der Cátedra Martí einen Namen gemacht hat.

Bei der Veranstaltung zur Verkündigung der Gründung des Lehrstuhls waren neben dem Rektor der Universität von Havanna auch der Leiter des ICAP und „Held der Republik“ Fernando González anwesend, der im Rahmen einer von Fidel Castro initiierten Kampagne vor wenigen Jahren aus der Haft in den USA entlassen wurde.

Fernando González ist neuer Chef des ICAP

Fernando González kehrte als zweiter der „Cuban Five“ im Februar 2014 nach Kuba zurück (Quelle: Radio Rebelde)

Fernando González von den „Cuban Five“ ist neuer Leiter des kubanischen Instituts für Völkerfreundschaft (ICAP). Dies meldete das Institut in einer Pressemitteilung, die dem Nachrichtenportal „Cubadebate“ vorliegt. Bereits seit 2014 ist González, der von Präsident Raúl Castro mit dem Orden „Held der Republik Kubas“ ausgezeichnet wurde, Vizepräsident der traditionsreichen Einrichtung.

González wurde zusammen mit vier anderen Geheimagenten im Jahr 1997 in den USA inhaftiert, weil er Informationen zur Verhinderung von Terroranschlägen auf Kuba an die US-Behörden weitergab. Trotz internationaler Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens, wurde die Gruppe zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Im Rahmen von Verhandlungen der kubanischen Regierung mit der Obama-Administration wurde er im Februar 2014 als zweiter der „Cuban Five“ aus der Haft entlassen. Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen Kuba und den USA kehrten auch die übrigen der Gruppe im Dezember 2014 nach Kuba zurück. Fernando González übernahm noch im selben Jahr die Vizepräsidentschaft des ICAP.

Die bisherige Leiterin des Instituts, Kenia Serrano Puig, bekleidete diesen Posten seit acht Jahren. Sie wurde von ihrer Tätigkeit mit Lob für ihre „verdiente politische Arbeit“ freigestellt, heißt es in dem Pressestatement. Vor seiner Tätigkeit als Geheimagent machte Fernando González 1987 einen Abschluss im Bereich der internationalen Beziehungen auf der Akademie des kubanischen Außenministeriums und diente bis 1989 im Rahmen einer Freiwilligenmissionin in einer Panzerbrigade in Angola.

Das kubanische Institut für Völkerfreundschaft (ICAP) wurde am 30. Dezember 1960 gegründet und hatte zunächst die Betreuung ausländischer Arbeitsbrigaden und Studenten zum Auftrag. Heute  koordiniert das ICAP die Solidaritätsarbeit zahlreicher Länder mit Kuba. Das ICAP besitzt Niederlassungen in allen kubanischen Provinzen.

Noam Chomsky nimmt an Konferenz für die „Cuban Five“ teil

noam-chomsky-asistira-a-jornada-por-los-cinco-580x290

Noam Chomsky (Quelle: Cubadebate)

Washington. Der US-amerikanische Linguist und Buchautor Noam Chomsky wird im Juni an einer internationalen Konferenz in Washington für die Freilassung der „Cuban Five“ teilnehmen. Bei dem Treffen werden neben Chomsky zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus Politik und Kultur anwesend sein, um über Möglichkeiten zur Befreiung der verbliebenen drei Gefangenen der Gruppe aus US-Gefängnissen zu diskutieren.

Die „Cuban Five“ oder „Miami Five“ sind fünf kubanische Agenten, die während der neunziger Jahre in der exilkubanischen Hochburg Miami zur Aufdeckung terroristischer Aktivitäten gegen Kuba eingesetzt wurden. Nach ihrer Verhaftung 1997 wurden sie zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, was zu weltweiter Kritik und Zweifeln an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens geführt hat.

Nach der Freilassung von René González und Fernando González 2011 und 2014 sind die drei übrigen Kubaner noch immer den USA inhaftiert. „Es ist ein erstaunlicher Fall. Kuba hat den USA die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus angeboten. Das FBI hat daraufhin tatsächlich seine Leute nach Kuba geschickt, um sich zu informieren. Was aber als nächstes passierte, war die Verhaftung der Kubaner, die terroristische Gruppierungen infiltriert hatten“, kommentierte Chomsky die Ereignisse.

Zu den prominentesten Unterstützerrn der Cuban Five gehören neben Chomsky auch der spanische Journalist Ignacio Ramonet, der US-Schauspieler Danny Glover, die US-Politaktivistin Angela Davis sowie der brasilianische Befreiungstheologe Frei Betto.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

Fernando González von den „Cuban Five“ ist frei

FGonzalez

Fernando González bei der Begrüßung durch Raúl Castro zusammen mit seiner Familie (Quelle: Cubadebate).

Safford, Arizona. Fernando González, einer der in den USA inhaftierten „Cuban Five“, ist am Donnerstag freigelassen worden. González war 15 Jahre im Gefängnis. Er wurde gemeinsam mit René González, Ramón Labañino, Gerardo Hernández und Antonio Guerrero im Jahr 2001 in einem Prozess verurteilt, der nach Einschätzung der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen und Amnesty International nicht die Standards eines fairen Verfahrens erfüllt hat. Gestern traf Fernando González in Kuba ein, wo er von seiner Familie und Kubas Präsident Raúl Castro empfangen wurde.

Der 50-jährige González saß seine Strafe in einem Gefängnis in Safford, Arizona ab. Er war zunächst zu 19 Jahren Haft wegen Besitzes gefälschter Dokumente und „Nicht-Registrierung als ausländischer Agent“ verurteilt worden. Die Strafe wurde später auf 17 Jahre reduziert. Wegen „guten Betragens“ kam er jetzt nach 15 Jahren frei.

Er ist nach René González der zweite Haftentlassene der „Cuban Five“, die 1998 verhaftet wurden. Antonio Guerreros Strafe soll voraussichtlich 2017 enden, die von Ramón Labañino 2024 und Gerardo Hernández soll nach dem Willen der US-Regierung das Gefängnis nicht lebend verlassen: Er wurde zu zweimal Lebenslänglich plus 15 Jahren verurteilt. Während des Prozesses hatten die fünf Männer erklärt, dass sie im Auftrag der kubanischen Regierung terroristische Exilgruppen der extremen Rechten in den USA überwacht und infiltriert haben, um Attentate zu verhindern. Kuba hatte sie Ende der neunziger Jahre in die USA geschickt, als offensichtlich von Florida aus geplante Terrorakte auf der Insel zunahmen – darunter Bombenanschläge auf Tourismus-Einrichtungen.

Am kommenden 7. und 8. März wird in London eine internationale Untersuchungskommission aus Rechtsexperten und Vertretern aus Politik und Wissenschaft zusammentreffen und eine Anhörung zu ihrem Fall durchführen. Zeugen werden über persönliche Erfahrungen mit dem Terrorismus gegen Kuba berichten und es werden Beweise für das unrechtmäßige Vorgehen der US-Justiz in den Verfahren, den Urteilen und den Haftbedingungen der „Cuban Five“ vorgelegt und analysiert.

von Eva Haule / Amerika21.