Feier zum 60. Jahrestag der Revolution findet am Grab Fidel Castros statt

Getreu des Ausspruchs Martís, wonach „aller Ruhm der Welt in ein einziges Maiskorn“ passe, wurde Fidel Castros Grab bewusst schlicht gehalten. Links im Hintergrund: das Mausoleum des Nationalhelden José Martí (1853 – 1895) (Quelle: Trabajadores)

Der kommende 60. Jahrestag der kubanischen Revolution soll dieses Jahr am Grab des 2016 verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro in Santiago de Cuba begangen werden. Mehr als 1.000 Menschen werden an dem Ereignis teilnehmen, das auf dem Friedhof „Santa Ifigenia“ im Nordwesten der Stadt stattfindet. Auf Kuba wird traditionell in der Silvesternacht neben dem neuen Jahr zugleich auch der Einzug der Rebellenarmee nach Santiago gefeiert, wo Fidel Castro am 1. Januar 1959 den Sieg der Revolution verkündete.

Kubas östliche Metropole Santiago de Cuba ist bekannt für ihre revolutionäre Gesinnung. Hier startete Fidel Castro zusammen mit einigen Dutzend Mitstreitern am 26. Juli 1953 das erste bewaffnete Manöver der Revolution, den gescheiterten Angriff auf die „Moncada“-Kaserne. Nur durch die Unterstützung der lokalen Bevölkerung konnten sich die verbliebenen Rebellen in der Folge neu gruppieren, Fidel Castro im Exil eine neue Truppe zusammenstellen. Es war deshalb auch kein Zufall dass die Motoryacht „Granma“ 1956 im Osten der Insel landete, um den dreijährigen Revolutionskrieg zu starten, dessen Sieg am 1. Januar 1959 auf dem Balkon des Rathauses von Santiago de Cuba verkündet wurde.

Nach seinem Tod am 25. November 2016 wurde Fidel Castros Leichnahm in einer eindrücklichen Zeremonie von Havanna nach Santiago de  Cuba, in den Osten des Landes zurückgebracht. Rund 100 Kilometer von der östlichen Metropole entfernt liegt auch der Geburtsort der Castro-Brüder, im beschaulichen Dörfchen Birán in der Provinz Holguín. Doch in der 600.000-Einwohner-Stadt Santiago liegt der Herz der Revolution. Hier wurden schon die wichtigsten Schlachten der Unabhängigkeitskriege ausgetragen, hier ruht der Nationalheld José Martí, dessen Mausoleum in Sichtweite des Granitfelsen liegt, der heute als Grabstein Fidel Castros dient. In Anlehnung an Martís Spruch, dass „aller Ruhm der Welt in ein Maiskorn passt“, wurde der Naturfelsen aus der Sierra Maestra nach dieser Form bearbeitet.

Insofern nimmt es nicht wunder, dass gerade der Heldenfriedhof in Santa Ifigenia zu diesem besonderen Revolutionsjubiläum für die zentralen Feierlichkeiten ausgewählt wurde. Auch wenn auf der Anlage nur Platz für 1.000 geladene Gäste sein wird, sollen immerhin weitere 2.000 Santiagueros über eine Videoleinwand im Theater „Heredia“ die Veranstaltung verfolgen können. In Havanna wird das Jahr 2018 indes mit den traditionellen Kanonen auf der Hafenfestung „Morro“ verabschiedet, welche zum Jahreswechsel genau um Mitternacht „21 Artelleriesalven anlässlich des 60. Jahrestags der Revolution“ abfeuern werden.