Umsetzung der neuen Wirtschaftsstrategie macht Fortschritte

Seit September können auf Kuba private Betriebe und Genossenschaften ihre Produkte ins Ausland exportieren, den Anfang machten Limetten aus der Provinz Mayabeque (Quelle: Cubadebate)

Zwei Monate nach Ankündigung rascher Reformen angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sind in Kuba inzwischen erste Aspekte des Programms in der Umsetzung. Wie das Außenhandelsministerium (MINCEX) gemeldet hat, befinden sich derzeit über 700 private Gewerbe sowie 119 Kooperativen in Verhandlungen. Erste Exportverträge nach Spanien sowie ein Abkommen mit einem Unternehmen aus Panama laufen bereits. Weiterlesen

Wirtschaftsreformen auf der Agenda: Kuba veröffentlicht neue Broschüre

„Kuba und seine wirtschaftliche und soziale Herausforderung“: Sonderheft zur neuen ökonomischen Strategie der kubanischen Regierung (Quelle: MEP)

Am Dienstag hat Kubas Ministerium für Wirtschaft und Planung (MEP) ein Sonderheft zur neuen Wirtschaftsstrategie des Landes veröffentlicht. Die 32-Seitige Broschüre gibt einen Überblick über sämtliche Schritte, die bis zum kommenden VIII. Parteitag der PCC im April 2021 umgesetzt werden sollen. Von kubanischen Medien wurde zuletzt vor allem das Thema der bevorstehenden Währungsreform zunehmend aufgegriffen, so dass inzwischen Havannas größte Bank Gerüchte über angebliche Details des Prozesses dementierte.

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Kuba erlaubt Ausländern die Eröffnung von Konten

Künftig können auch Ausländer ohne festen Wohnsitz auf Kuba in US-Dollar shoppen (Quelle: Directoriocubano)

Vergangenen Oktober haben auf Kuba neue Läden eröffnet, in denen Konsumgüter gegen Fremdwährungen wie Euro und US-Dollar zu konkurrenzfähigen Preisen bezogen werden können. Jetzt wird diese Möglichkeit auch auf Ausländer ohne festen Wohnsitz auf der Insel ausgedehnt. Wie das Nachrichtenportal „Cubadebate“ berichtet, können diese ab sofort Konten auf Kuba eröffnen.

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Einkaufen auf Kuba wird billiger – mit Kartenzahlungen

Mehr als 4,1 Millionen Kubaner nutzen eine Girokarte bei einer der staatlichen Banken (Quelle: Cubadebate)

Für viele Kubaner wird der Einkauf im staatlichen Handelsnetz demnächst etwas billiger. Die rund 4,1 Millionen Girokartennutzer der Insel können mit einem Rabatt zwischen zwei und fünf Prozent beim bargeldlosen bezahlen rechnen. Dies gab Kubas Zentralbank heute in einer Pressekonferenz bekannt. Neben den Kunden von Supermärkten und Kiosken sollen auch die Käufer von Baumaterialen und anderen Produkten von der Vergünstigung profitieren.

Alle Kunden, die eine Girokarte bei einer der großen Bankinstitute haben, werden die Rabatte erhalten. Neben den Kunden der Banco de Crédito y Comercio (BANDEC) zählen hierzu auch die der Banco Popular de Ahorro (BPA) sowie von Havannas Banco Metropolitano (BANMET). Die Vergünstigung variiert je nach Bank und ist sowohl für Konten in konvertiblen (CUC) als auch nationalen Pesos (CUP) gültig. Neben dem besseren Service für die Käufer soll die Maßnahme auch der wirtschaftlichen Entwicklung der Insel zu gute kommen.

Bereits Anfang des Jahres gab Kubas Regierung bekannt, die Schaffung eines staatlichen Onlinehandels sowie anderen bargeldlosen Bezahlmöglichkeiten voranzutreiben. Die Maßnahmen sind Teil der Digitalisierungsstrategie der Regierung. Sie sollen helfen, volkswirtschaftliche Kosten einzusparen, die anstehende Währungsreform zu erleichtern und durch digitale Buchhaltung der Korruption im staatlichen Handelsnetz das Wasser abzugraben.

Derzeit spielen Scheine und Münzen noch die vorherrschende Rolle auf Kuba, während bargeldlose Bezahloptionen kaum genutzt werden. 90 Prozent aller Transaktionen mit Girokarten dienen der Auszahlung von Bargeld an einem der 936 Geldautomaten des Landes. Die Bezahlung mit der Karte hat sich hingegen noch kaum durchgesetzt, nicht zuletzt aufgrund der schlecht ausgebauten Infrastruktur und häufigen Verbindungsproblemen. Hier wollen Kubas Banken stärker gegensteuern. Für dieses  Jahr ist deshalb ein Investitionsprogramm geplant, welches unter anderem den Ausbau von Kartenterminals mit mobiler Datenverbindung vorsieht, die unabhängig vom Leitungsnetz funktionieren sollen.

Kuba startet Online-Banking Portal

Kubanische Online-Banking-App „Transfermóvil“ (Quelle: cubatotal)

Auf Kuba begann vor wenigen Tagen die Ära des Online-Bankings. Die staatliche „Banco de Crédito y Servicios“ (Bandec) hat den neuen Service nach einer mehrmonatigen Testphase für die Öffentlichkeit freigegeben. Die rund 3,5 Millionen kubanischen EC-Kartenbesitzer können so nach der persönlichen Anmeldung über eine Smartphone-App verschiedene Bankdienste digital abwickeln. Einige der neuen Möglichkeiten richten sich auch speziell an Kunden aus dem Privatsektor.

So können Kubas Cuentapropistas (span.: Arbeiter auf eigene Rechnung) ab sofort ihre Steuererklärung auch in digitaler Form abgeben. Über das Onlineportal „Kiosko“ können darüber hinaus auch Überweisungen getätigt, sowie die Rechnungen für Strom, Wasser und Telekommunikation beglichen werden. Speziell für Cuentapropistas ist die Option gedacht, Gewerbesteuern direkt an die Behörde zu überweisen sowie Kredite abzubezahlen.

Doch auch Privatkunden profitieren von dem neuen Service, der mit einigen technischen Anlaufschwierigkeiten begann. Mittels der App „Transfermóvil“ kann der Kontostand abgefragt, Überweisung getätigt sowie Rechnungen beglichen werden. Die App richtet sich nicht nur an Bandec-Kunden, sondern steht auch Kunden anderer kubanischer Banken zu Verfügung. Die Android-App lässt sich durch einen Besuch in der Filiale aktivieren und ist dann über das Internet sowie Kubas Intranet nutzbar. Auch vom Browser aus ist der neue Service, der sich „Virtual Bandec“ nennt, zu erreichen.

Onlinebanking ist auf Kuba kaum verbreitet. Bisher haben lediglich einige staatliche Unternehmen digitale Überweisungen untereinander abgewickelt, die Erprobung für Privatkunden begann erst im vergangenen Jahr. Mitarbeiter der 1997 gegründeten Bandec waren die ersten, die den neuen Service testeten. Auch wenn die neuen Onlinedienste noch in den Kinderschuhen stecken, rechnen Kubas Banken mit einem raschen Aufholprozess. Derzeit testet die kubanische Post „Correos de Cuba“ einen neuen Dienst, der in Verknüpfung mit dem Onlinebanking das Bezahlen von Rechnungen sowie elektronische Sendungsverfolgung ermöglichen soll.

Bis zum Ende des Jahres sollen auf Kuba mehr als 38.000 Haushalte über private Internetanschlüsse verfügen, während sich die Zahl der öffentlichen WiFi-Hotspots inzwischen auf 500 erhöht hat. Gleichzeitig mit dem Internetausbau auf Kuba will die Insel auch ihr Bankenwesen modernisieren. Die Regierung verspricht sich durch die neuen Online-Dienste mehr Komfort für die Nutzer, kürzere Schlangen in den Filialen sowie weniger Bürokratie bei der Steuerbehörde.