Mobiles Internet: neue SIM-Karte für Touristen und weitere Preissenkungen

Mit einer speziellen SIM-Karte für Touristen will Kuba den Zugang zum mobilen Internet für Reisende vereinfachen (Quelle: Directorio Cubano)

Mit einem neuen Angebot speziell für Touristen will Kubas staatliche Telefongesellschaft ETECSA die Nutzung des mobilen Internets vereinfachen. Reisende sollen demnächst  für umgerechnet rund 23 Euro direkt am Flughafen eine kubanische SIM-Karte erwerben können, die 30 Tage lang gültig ist. Darüber hinaus wurden die Preise für das neue LTE-Netz in den vergangenen Wochen weiter gesenkt.

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ETECSA senkt die Preise für mobiles Internet

Das mobile Internet wird auf Kuba immer besser (Quelle: pxhere)

Kubas staatliche Telefongesellschaft ETECSA hat am Freitag neue Tarifoptionen für das mobile Internet bekannt gegeben. Dabei wurden die bestehenden Datenpakete um weitere Optionen erweitert, die den Preis pro Megabyte deutlich senken und das mobile Internet damit für große Teile der Bevölkerung erschwinglich machen.

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Der beschwerliche Weg zurück in die Normalität

Das Fleischgeschäft von Carlos Tercero, einer der größten Lebensmittelmärkte des Landes vergangene Woche (Quelle: eigene Aufnahme)

Gut zwei Wochen nachdem die Energiekrise auf Kuba für beendet erklärt wurde, ist der Weg zurück in die Normalität für die Insel beschwerlich und graduell. Die akute Wirtschaftsflaute macht sich dieser Tage vor allem in Form von leeren Regalen und Knappheit bis zu den Grundnahrungsmitteln bemerkbar, während die USA ihre Sanktionen gegen das sozialistische Land fast im Wochentakt verschärfen.

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Preise für DSL-Anschlüsse auf Kuba halbiert

Seit Ende 2017 wurden auf Kuba rund 87.000 private DSL-Anschlüsse verlegt. Inzwischen dürfen die Nutzer ihre Netzwerke auch für die Nachbarschaft öffnen (Quelle: Escambray)

Wie Kubas Telefonversorger ETECSA bekannt gibt, wurden die Preise für den Internetzugang von zu Hause aus ab dem 1. August um die Hälfte gesenkt. Nach Ablauf des inkludierten Surfpakets kostet die Stunde für private DSL-Anschlüsse auf der Insel jetzt nur noch 0,50 konvertible Pesos (ca. 45 Eurocent), statt wie bisher 1 CUC. Darüber hinaus kann die Leitung inzwischen auch drahtlos mit der Nachbarschaft geteilt werden, womit der Internetzugang auf Kuba deutlich erschwinglicher wird.

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Kuba legalisiert Internetzugang über private Netzwerke

Mit der Öffnung der staatlichen Infrastruktur für Nachbarschafts-Netzwerke will Kuba den Internetzugang massiv erhöhen (Quelle: Cubadebate)

Der Sommer könnte den Kubanern in diesem Jahr nicht nur die alljährliche Touristenflut, sondern auch deutlich mehr Internet in die Häuser spülen. Dann tritt nämlich ein neues Gesetz in Kraft, welches private und nachbarschaftlich organisierte Netzwerke legalisiert. So könnten auch Straßen und Gemeinden, in denen bisher noch keine Hausanschlüsse verlegt wurden, an die Internetversorgung des staatlichen Anbieters ETECSA angebunden werden. Auch private Bars und Restaurants können ihren Kunden auf diesem Weg künftig WiFi anbieten. Kuba hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2020 mindestens jeden zweiten Haushalt mit Internet zu versorgen.

An vielen Orten auf Kuba existieren bereits seit einigen Jahren kleinere und größere private Netzwerke, welche vor allem zum Datentausch, für Chatgruppen und Spiele genutzt werden. Über Außenantennen erstrecken sie sich teilweise über ganze Straßenzüge hinweg. Das SNET“ in Havanna soll sogar rund 100.000 Nutzer zählen. Gelegentlich wird aber auch der nächste WiFi-Hotspot angezapft und für die Nachbarschaft verstärkt. Solche Anwendungen waren jedoch bisher illegal und nicht selten endete die teuer gekaufte Ausrüstung in der Asservatenkammer der lokalen Polizeistation. Das soll sich nun ändern: Kubas Kommunikationsministerium hat inzwischen die rechtlichen Regeln veröffentlicht, um solche bestehenden Netze zu legalisieren, und ruft dazu auf, umfassend von der Möglichkeit Gebrauch zu machen.

Private Netzwerke, welche auf Kuba schon vielerorts entstanden sind, können ab diesem Sommer legalisiert werden (Quelle: Cubadebate)

Voraussetzung ist, dass der Netzwerkadministrator, welcher auch Eigentümer der Wohnung mit der externen Antenne sein muss, eine Lizenz als lokaler Internetbetreiber beantragt. Diese kostet 10 Pesos (ca. 40 Eurocent) und ist für zwei Jahre gültig. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vollkommen offen, kommerzielle Zwecke dürfen damit allerdings nicht verfolgt werden. Damit können prinzipiell beliebig große Netze, die auch kabelgebunden sein dürfen, über Häusergrenzen hinweg betrieben werden. Wer allein das Signal eines öffentlichen ETECSA-Hotspots verstärken will, bekommt für den selben Preis eine fünfjährige Lizenz. Für den Unterhalt eines häuslichen WLAN-Netzwerks ist ausdrücklich keine Genehmigung erforderlich. Auch der private Import von Routern und WiFi-Antennen wird nach Inkrafttreten des Gesetzes am 29. Juli möglich sein, die Beantragung kann online über die Seite des Kommunikationsministeriums erfolgen. Betrieben werden dürfen die Netze auf den Frequenzen zwischen 2.400 und 2.483,5 Mhz sowie 5725 bis 5850 MHz.

Kubas Regierung arbeitet bereits seit einigen Jahren mit Hochdruck am Ausbau des Internetzugangs und der Digitalisierung auf der Insel. Gab es im Jahr 2014 noch einige dutzend WiFi-Hotspots, zählt das Land heute 956 öffentliche Zugangspunkte, davon in jeder Gemeinde mindestens einen. Seit 2017 wurden 80.000 neue Hausanschlüsse verlegt. Die Preise für die WiFi-Hotspots wurden in mehreren Etappen auf 1 CUC pro Stunde reduziert. Seit Inbetriebnahme des mobilen Internets im Dezember 2018 nutzen heute rund zwei Millionen Kubaner das neue Angebot. Bis Ende des Jahres soll in jeder größeren Provinzstadt 4G-Geschwindigkeit verfügbar sein. Während drahtloser Internetzugang heute vielerorts auf Kuba bereits Realität ist, kommt der Ausbau der begehrten Hausanschlüsse nur schleppend voran. Die Förderung lokaler Nachbarschaftsnetzwerke könnte hierzu einen entscheidenden Impuls liefern, das selbstgesteckte Ziel zu erreichen, bis 2020 jeden zweiten kubanischen Haushalt mit Internet „en casa“ zu versorgen.

Info:

Neues Abkommen zwischen ETECSA und Google in der Mache

Googles Vorführraum im Atelier des kubanischen Künstlers „kcho“ wurde im Jahr 2016 eröffnet und markiert den Beginn der offiziellen Zusammenarbeit zwischen dem US-Konzern und der Insel (Quelle: Commons)

Kubas Telefonanbieter ETECSA unterzeichnete jüngst eine neue Absichtserklärung über weitere Zusammenarbeit zur Verbesserung des Internetzugangs auf Kuba. Demnach wird derzeit über ein sogenanntes „Peering“-Abkommen verhandelt, welches die Infrastruktur des kubanischen Anbieter direkt mit Google verbinden würde, der bisherige Umweg über Drittanbieter entfiele damit.

Dies soll die Latenzzeiten und Surfgeschwindigkeit von Internetnutzern auf Kuba verbessern. Laut Bericht der Tageszeitung „Granma“ arbeiten derzeit Experten beider Firmen an der Evaluierung der notwendigen Aufrüstungen bei der technischen Infrastruktur. Seit 2016 ist Google mit einem eigenen Technologiezentrum in den Hallen des Künstlers „kcho“ in Havanna aktiv. Zuletzt nahm Google im Jahr 2017 seine Cache-Server in Betrieb, die zum Zwischenspeichern von Daten dienen, was Dienste wie YouTube oder Gmail für Kubaner beschleunigen soll.

Nach letzten Angaben von ETECSA zeigte die Nutzung der Cache-Server „positive Resultate“, weshalb die Kooperation mit Google vertieft werden soll. Die Einrichtung der Server sowie das jetzt verhandelte Peering-Agreement gehören zu den Standard-Dienstleistungen, welche Google in den meisten Ländern der Welt kostenlos unterhält, um den Internetzugang zu beschleunigen.

Havanna wird 4G-Testgebiet

Ein 4G-Sendemast auf Kuba (Quelle: Cubadebate)

Kuba macht ernst beim Ausbau der Internetversorgung. Nach der Aktivierung des mobilen Internets am 6. Dezember auf 3G-Basis soll nun die nächste Generation der Mobildaten Einzug auf der Insel halten. Seit heute läuft dazu der Testbetrieb in Teilen Havannas. Neben der höheren Geschwindigkeit verspricht sich der staatliche Telefonversorger von der 4G-Einführung vor allem eine spürbare Verbesserung der Netzqualität.

Wie ETECSA-Vertreterin Yusnely Llano González gestern erklärte, wurden die Nutzer für den Testlauf automatisch auf Basis ihres Datenverbrauchs ausgewählt. Wer mehr als 2,5 Gigabyte pro Monat an Mobildaten konsumiert, zählt zu den kubanischen Vielsurfern, und bekam eine SMS-Benarichtigung über die Möglichkeit einer kostenlosen Teilnahme am Programm. Momentan gibt es das schnelle LTE-Netz lediglich entlang der Nordküste Havannas sowie im Badeort Varadero, im Laufe des Jahres soll der Ausbau weiter vorangetrieben werden.

Seit Dezember wurden auf Kuba 92 weitere Masten der dritten Generation sowie 44 neue 4G/LTE-Sendeanlagen installiert. Während das kubanische 3G-Netz auf einer Frequenz von 900 Mhz operiert und heute rund zwei Drittel der Bevölkerung abdeckt, werden die LTE-Signale auf dem 1800 Mhz-Band ausgestrahlt. Dieses wird von den meisten aktuellen Handymodellen unterstützt. Technologisch setzt Kuba beim Ausbau des Mobilfunks auf den chinesischen Hersteller Huawei, der in der Branche als Innovationsführer gilt.

Drei Monate nach Inbetriebnahme der Mobildaten haben rund zwei Millionen Kubaner von dem Angebot Gebrauch gemacht. Inzwischen steuern die meisten Kubaner über die Mobildaten das Internet an, während die 830 WiFi-Hotspots an Bedeutung verlieren. Trotz der in Relation zum Durchschnittslohn relativ hohen Preise von 10 CUC für 1 GB erfreut sich das neue Angebot reger Nachfrage. Laut ETECSA kommen jeden Tag rund 45.000 neue 3G-Kunden hinzu.

Dabei haben nicht alle das selbe Nutzungsverhalten. Wie der Anbieter bekannt gab, wurden in den ersten drei Monaten 52 Prozent des Datenverkehrs von lediglich 7 Prozent der Nutzer emittiert, was in Ballungsgebieten mit hoher Nutzerzahl stellenweise zu Leistungseinbußen geführt. Hier soll das 4G-Netz bald für Abhilfe sorgen: während die meisten Nutzer weiterhin mit 3G im weltweiten Netz unterwegs sein werden, können Vielsurfer künftig auf die Daten-Überholspur geschickt werden. Dies soll das 3G-Netz deutlich entlasten und damit zu besserer Leistung für alle führen.