„Wo gibt’s …?“ – neue App soll Einkäufe auf Kuba erleichtern

Der Dienst ist auch über die Website erreichbar (Quelle: Dondehay/CIMEX)

Mit einer neuen App will Kubas Handelskette CIMEX ihren Kunden den Einkauf erleichtern. „Donde hay …?“ – „Wo gibt’s …?“ heißt der Titel der neuen Software. Sie soll die Suche nach Produkten in den staatlichen Geschäften erleichtern, indem deren Verfügbarkeit samt Preisen, Ort und Vorratsbestand in Echtzeit abgebildet wird.

Die App, welche mehr Transparenz und schnellere Besorgungen verspricht, ist am Freitag erschienen. Kunden können darin mittels Textsuche gezielt nach bestimmten Produkten suchen und erhalten genaue Angaben über die Vorratsbestände der einzelnen Läden sowie eventuelle Rabatte. Die Resultate lassen sich nach Ort und Ortsteilen filtern und werden in einer übersichtlichen Ansicht mit Karte und weiteren Informationen wie Öffnungszeiten und Kontaktdaten der Filiale aufgelistet. Für Cubacel-Kunden ist der benötigte Internetzugang der App mittels aktiver Mobildaten kostenlos.

Unter der Webseite dondehay.cimex.com.cu lässt sich der Dienst auch ohne Smartphone-App über den normalen Browser erreichen. Wie CIMEX bekannt gab, „beginnt der Dienst mit einer Testphase und wird konstante Weiterentwicklungen und Verbesserungen erfahren, so dass neue Funktionen hinzukommen werden.“ Die Handyapp befindet sich aktuell in der Version 1.1 und ist für Android-Betriebssysteme ab Version 4.0 geeignet. Sie lässt sich direkt von der Webseite des Herstellers „Datacimex“ herunterladen. Probleme und Vorschläge können an die Entwickler unter atencionalcliente@cimex.com.cu gemeldet werden.

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„Spar“ versorgt Supermarkt in Cienfuegos

Spar-Produkte im Supermarkt „Imago“ in Cienfuegos (Quelle: 5 de septiembre)

Die Handelskette „Spar“ hat in der kubanischen Stadt Cienfuegos die Belieferung eines staatlichen Devisengeschäfts übernommen. Der frisch renovierte und modern eingerichtete Supermarkt wurde Anfang des Monats von Vertretern der Provinzverwaltung feierlich eröffnet, wie lokale Medien berichten. In den letzten Monaten schloss der Staat zahlreiche neue Verträge mit internationalen Handelskonzernen, die ihre Produkte inzwischen vielerorts auf der Insel vertreiben.

Der Supermarkt „Imago“ in der Provinzhauptstadt Cienfuegos verkaufte früher „von allem ein bisschen“, erklärte die Leiterin der Einrichtung Tania Llanes Flores gegenüber der Lokalzeitung „5 de septiembre„. Nach der Generalsanierung sieht der Laden modern und freundlich aus, doch nicht nur das Erscheinungsbild hat sich geändert: Inzwischen werden die Produkte von der niederländischen Handelskette „Spar“ geliefert. Der staatliche Handelskonzern CIMEX bleibt jedoch weiterhin der Betreiber, und auch der alte Name bleibt erhalten, wie die Zeitung berichtet.

Für die Kunden soll mit dem neuen Lieferanten vor allem die Qualität und Auswahl der Produkte steigen und auch die Versorgungsstabilität verbessert werden. „Ein schöner Laden mit großer Auswahl“, kommentierte eine der ersten Kundinnen nach der Wiedereröffnung. Doch es hagelte auch Kritik, vor allem am hohen Preisniveau, welches der „Kuba-Spar“ mit den anderen staatlichen Läden gemeinsam hat. Einige der Produkte seien „lächerlich teuer“, urteilt ein Kolumnist der Zeitung. So kostet eine Flasche Olivenöl der Spar-Eigenmarke beispielsweise 5,30 CUC, etwa 4,20 €. Einige der Preise seien „höher als in den reichsten Städten des Planeten.“

Im Juni 2017 eröffnete Kubas erster Samsung-Store in Havannas Stadtteil Playa (Quelle: Radio Habana)

Auch andernorts haben in letzter Zeit internationale Handelskonzerne auf Kuba Fuß gefasst. So öffnete der südkoreanische Elektrokonzern „Samsung“ im Juni 2017 sein erstes Geschäft auf Kuba welches sich in Havannas Stadtteil Playa befindet. Auch der Modekonzern „Mango“ betriebt inzwischen einen Shop im Einkaufsbereich des neu eröffneten Luxushotels „Manzana Gómez“ in Havannas Altstadt. Dort können Luxusprodukte internationaler Marken wie Gucci, Adidas oder Lacoste erworben werden. Seit Anfang des Jahres vertreibt auch die spanische Handelskette „El corte inglés“ ihre Produkte inzwischen in zwei Lebensmittelmärkten der kubanischen Hauptstadt.

Seit der Auflösung der Sowjetunion betreibt Kuba ein staatliches Netz aus Devisengeschäften welches das Angebot der rudimentären Bodegas (kleinere Geschäfte für basale Artikel) ergänzt. Auch die Handelskette Spar zählt schon länger zur festen Lieferantenliste der staatlichen Importfirmen. In den letzten Jahren kamen jedoch viele neue Verträge hinzu, welche das Angebot im Einzelhandel stabilisieren sollen. Neben den hohen Preisen zählen Sortimentslücken und das ständig wechselnde Angebot zu den größten Kritikpunkten der Bevölkerung am staatlichen Einzelhandelsnetz.

Vor allem in Havanna und Cienfuegos werden derzeit einige der neue Vertriebs- und Liefermodelle mit den Handelskonzernen getestet. Zuletzt eröffnete erst im Oktober 2017 ein neues Haushaltswarengeschäft unter dem Namen „Agua y Jabón“ (deutsch: Wasser und Seife) in Cienfuegos, welches exklusiv von der italienischen Handelskette „Italsav“ beliefert wird. Firmenvertreter Nicolás Oleaga Herrera erklärte damals: „alle Produkte stammen aus der Europäischen Union und unterliegen hohen Qualitätsstandards“. Zudem habe die Firma die Sanierung des Geschäfts übernommen.

Das neu eröffnete Haushaltewarengeschäft „Agua y Jabón“ in Cienfuegos (Quelle: 5 de septiembre)