ETECSA senkt die Preise für mobiles Internet

Das mobile Internet wird auf Kuba immer besser (Quelle: pxhere)

Kubas staatliche Telefongesellschaft ETECSA hat am Freitag neue Tarifoptionen für das mobile Internet bekannt gegeben. Dabei wurden die bestehenden Datenpakete um weitere Optionen erweitert, die den Preis pro Megabyte deutlich senken und das mobile Internet damit für große Teile der Bevölkerung erschwinglich machen.

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Der beschwerliche Weg zurück in die Normalität

Das Fleischgeschäft von Carlos Tercero, einer der größten Lebensmittelmärkte des Landes vergangene Woche (Quelle: eigene Aufnahme)

Gut zwei Wochen nachdem die Energiekrise auf Kuba für beendet erklärt wurde, ist der Weg zurück in die Normalität für die Insel beschwerlich und graduell. Die akute Wirtschaftsflaute macht sich dieser Tage vor allem in Form von leeren Regalen und Knappheit bis zu den Grundnahrungsmitteln bemerkbar, während die USA ihre Sanktionen gegen das sozialistische Land fast im Wochentakt verschärfen.

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Internet für Touristen auf Kuba – der Stand der Dinge

Internetkarte für die Hotspots des staatlichen Telefonversorgers ETECSA (Quelle: Commons)

Viel ist bereits geschrieben worden zum Internetzugang auf Kuba. Das meiste davon jedoch schon binnen eines Jahres wieder veraltet. Wie sieht es also im Sommer 2019 konkret aus mit dem Internetzugang für Reisende auf der sozialistischen Insel? „Cuba heute“ wirft einen Blick auf den Stand der Dinge. (Letztes Update: November 2019)

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Preise für DSL-Anschlüsse auf Kuba halbiert

Seit Ende 2017 wurden auf Kuba rund 87.000 private DSL-Anschlüsse verlegt. Inzwischen dürfen die Nutzer ihre Netzwerke auch für die Nachbarschaft öffnen (Quelle: Escambray)

Wie Kubas Telefonversorger ETECSA bekannt gibt, wurden die Preise für den Internetzugang von zu Hause aus ab dem 1. August um die Hälfte gesenkt. Nach Ablauf des inkludierten Surfpakets kostet die Stunde für private DSL-Anschlüsse auf der Insel jetzt nur noch 0,50 konvertible Pesos (ca. 45 Eurocent), statt wie bisher 1 CUC. Darüber hinaus kann die Leitung inzwischen auch drahtlos mit der Nachbarschaft geteilt werden, womit der Internetzugang auf Kuba deutlich erschwinglicher wird.

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Ära des bargeldlosen Bezahlens auf Kuba eingeläutet

Erdbeer-Milchshake per QR-Code mit Smartphone kaufen? Am Dienstag wurde das bargeldlose Bezahlen über die Handyapp „EnZona“ auf Kuba offiziell gestartet (Quelle: EnZona / FB)

Am Dienstagnachmittag wurde die Einkaufs-App „EnZona“ auf Kuba offiziell freigeschalten. Mehr als 11.000 Transaktionen sind allein in den ersten Stunden über den neuen Dienst abgewickelt worden. Mit dem weiteren Ausbau des Handynetzes könnte das bargeldlose Einkaufen schon bald zum Alltag in dem sozialistischen Land gehören. Auch staatliche und private Onlineshops, deren im Produkte im ganzen Land gelistet werden, sind damit möglich.

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„toDus“ bietet bargeldloses Bezahlen über Handyguthaben

Die Messenger-App „toDus“ zählt heute rund 174.000 tägliche Nutzer und wird von einem Team der Informatik-Universität Havannas (UCI) entwickelt (Quelle: toDus/FB)

Die kommende Version 0.20 des beliebten kubanischen Messengerdienstes „toDus“ wird als wesentliche Neuerung das bargeldlose Bezahlen mit der App einführen. Produkte können damit unkompliziert verkauft und mittels QR-Code gescannt werden, die Bezahlung erfolgt über das Handyguthaben des Käufers.

Damit könnte es auf Kuba bald zwei Apps zum bargeldlosen Bezahlen geben. Die vom staatlichen Hersteller „Xedit“ entwickelte App „Enzona“ soll sich ausschließlich dem E-Commerce widmen und befindet sich gerade in der Testphase. Die Bezahlfunktion von „toDus“ soll sich dabei explizit auch mit Produkten von „Enzona“ verknüpfen lassen, wie es in der Ankündigung des Entwickerteams heißt.

Die Digitalisierung des Landes zählt zu den Hauptprioritäten der kubanischen Regierung, auch die Förderung von eigenen Apps und Onlinehandel solll in diesem Rahmen vorangetrieben werden (Quelle: Cubadebate)

Die von Havannas Informatikuniversität UCI entwickelte Messenger-App ist vor rund einem Jahr veröffentlicht worden und wurde seitdem mehr als zwei Millionen Mal auf dem kubanischen App-Store „Apklis“ heruntergeladen. Sie zählt heute rund 174.000 täglich aktive Nutzer. Im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie will das sozialistische Kuba künftig Softwareentwicklung und Onlinehandel stärker fördern. Hierzu soll das Internet in der Fläche immer besser verfügbar gemacht werden. Bis 2020, so das Ziel, soll mindestens jeder zweite kubanische Haushalt über einen Internetzugang verfügen.

Kuba legalisiert Internetzugang über private Netzwerke

Mit der Öffnung der staatlichen Infrastruktur für Nachbarschafts-Netzwerke will Kuba den Internetzugang massiv erhöhen (Quelle: Cubadebate)

Der Sommer könnte den Kubanern in diesem Jahr nicht nur die alljährliche Touristenflut, sondern auch deutlich mehr Internet in die Häuser spülen. Dann tritt nämlich ein neues Gesetz in Kraft, welches private und nachbarschaftlich organisierte Netzwerke legalisiert. So könnten auch Straßen und Gemeinden, in denen bisher noch keine Hausanschlüsse verlegt wurden, an die Internetversorgung des staatlichen Anbieters ETECSA angebunden werden. Auch private Bars und Restaurants können ihren Kunden auf diesem Weg künftig WiFi anbieten. Kuba hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2020 mindestens jeden zweiten Haushalt mit Internet zu versorgen.

An vielen Orten auf Kuba existieren bereits seit einigen Jahren kleinere und größere private Netzwerke, welche vor allem zum Datentausch, für Chatgruppen und Spiele genutzt werden. Über Außenantennen erstrecken sie sich teilweise über ganze Straßenzüge hinweg. Das SNET“ in Havanna soll sogar rund 100.000 Nutzer zählen. Gelegentlich wird aber auch der nächste WiFi-Hotspot angezapft und für die Nachbarschaft verstärkt. Solche Anwendungen waren jedoch bisher illegal und nicht selten endete die teuer gekaufte Ausrüstung in der Asservatenkammer der lokalen Polizeistation. Das soll sich nun ändern: Kubas Kommunikationsministerium hat inzwischen die rechtlichen Regeln veröffentlicht, um solche bestehenden Netze zu legalisieren, und ruft dazu auf, umfassend von der Möglichkeit Gebrauch zu machen.

Private Netzwerke, welche auf Kuba schon vielerorts entstanden sind, können ab diesem Sommer legalisiert werden (Quelle: Cubadebate)

Voraussetzung ist, dass der Netzwerkadministrator, welcher auch Eigentümer der Wohnung mit der externen Antenne sein muss, eine Lizenz als lokaler Internetbetreiber beantragt. Diese kostet 10 Pesos (ca. 40 Eurocent) und ist für zwei Jahre gültig. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vollkommen offen, kommerzielle Zwecke dürfen damit allerdings nicht verfolgt werden. Damit können prinzipiell beliebig große Netze, die auch kabelgebunden sein dürfen, über Häusergrenzen hinweg betrieben werden. Wer allein das Signal eines öffentlichen ETECSA-Hotspots verstärken will, bekommt für den selben Preis eine fünfjährige Lizenz. Für den Unterhalt eines häuslichen WLAN-Netzwerks ist ausdrücklich keine Genehmigung erforderlich. Auch der private Import von Routern und WiFi-Antennen wird nach Inkrafttreten des Gesetzes am 29. Juli möglich sein, die Beantragung kann online über die Seite des Kommunikationsministeriums erfolgen. Betrieben werden dürfen die Netze auf den Frequenzen zwischen 2.400 und 2.483,5 Mhz sowie 5725 bis 5850 MHz.

Kubas Regierung arbeitet bereits seit einigen Jahren mit Hochdruck am Ausbau des Internetzugangs und der Digitalisierung auf der Insel. Gab es im Jahr 2014 noch einige dutzend WiFi-Hotspots, zählt das Land heute 956 öffentliche Zugangspunkte, davon in jeder Gemeinde mindestens einen. Seit 2017 wurden 80.000 neue Hausanschlüsse verlegt. Die Preise für die WiFi-Hotspots wurden in mehreren Etappen auf 1 CUC pro Stunde reduziert. Seit Inbetriebnahme des mobilen Internets im Dezember 2018 nutzen heute rund zwei Millionen Kubaner das neue Angebot. Bis Ende des Jahres soll in jeder größeren Provinzstadt 4G-Geschwindigkeit verfügbar sein. Während drahtloser Internetzugang heute vielerorts auf Kuba bereits Realität ist, kommt der Ausbau der begehrten Hausanschlüsse nur schleppend voran. Die Förderung lokaler Nachbarschaftsnetzwerke könnte hierzu einen entscheidenden Impuls liefern, das selbstgesteckte Ziel zu erreichen, bis 2020 jeden zweiten kubanischen Haushalt mit Internet „en casa“ zu versorgen.

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