Vietnam und Kuba – ¿Por qué en Cuba no ocurren milagros como los de Vietnam?

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Der Vizepräsident des Staatsrats, Salvador Valdés Mesa, (links) neben Vietnams Präsident Tran Dai Quang mit Ehefrau (Quelle: Granma)

Am gestrigen Donnerstag ging der dreitägige Staaatsbesuch des vietnamesischen Präsidenten Tran Dai Quang auf Kuba zu Ende. Es war der erste Besuch Quangs, der erst seit April 2016 als Staatsoberhaupt des südostasiatischen Landes amtiert. Während seines Aufenthalts absolvierte Quang ein umfangreiches Programm, das auch ein Treffen mit Kubas Revolutionsführer Fidel Castro beinhaltete.

Nicht zuletzt Wirtschaftsfragen standen im Zentrum des ersten Staatsbesuchs von Quang auf Kuba. Kubanische Diplomaten unterstrichen die Bedeutung der bilateralen Wirtschaftskommission, die auf einem Treffen während des Besuchs die Agenda der wirtschaftlichen Zusammenarbeit für den Zeitraum 2017 bis 2021 absteckte. Insbesondere in Fragen der Landwirtschaft, Biotechnologie und auf dem Bausektor wolle man intensiver zusammenarbeiten.

Derzeit finanziert Vietnam ein 2011 gestartetes Programm in Pinar del Río, um die Reisproduktion des Landes anzukurbeln. In diesem Jahr wird mit einer Ernte von 400.000 Tonnen gerechnet, die rund zwei Drittel des heimischen Bedarfs decken könnte, der bei rund 700.000 Tonnen liegt. Quang startete auch der Sonderwirtschaftszone in Mariel (ZEDM) einen Besuch ab, dort sollen künftig auch vietnamesische Firmen Fuß fassen.

Dabei wurden die hervorragenden diplomatischen Beziehungen beider Länder betont, die bis ins Jahr 1960 zurückreichen und mit Kubas Unterstützung im Vietnamkrieg einen ersten Höhepunkt erreichten. Das Treffen endete mit der Veröffentlichung einer gemeinsamen Erklärung beider Länder. Darin wurde bekannt, dass Raúl Castro der Einladung Quangs zum Gegenbesuch in Vietnam gerne folgen will.

Während des Besuchs berichteten die kubanischen Medien ausführlich über die vietnamesischen Wirtschaftserfolge seit Beginn der Reformpolitik „Doi moi“ im Jahr 1986. Dabei wurde die Frage nach dem weg dorthin weitgehend ausgeklammert. Im Folgenden geben wir die Meinung des ehemaligen BBC-Korrespondenten Fernando Ravsberg wieder, der seit über 20 Jahren in Kuba lebt und ein guter Beobachter des politischen Diskurses auf der Insel ist. (Englische Version, siehe hier).

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Fábrica en Vietnam (fuente: cartasdesdecuba)

Gracias a la visita del presidente vietnamita, la prensa cubana presenta los éxitos socio-económicos de ese país. Sin embargo, poco se habla sobre como lo han conseguido, más allá de algunas genéricas menciones a la Doi Moi, su proceso de reformas.

Las exportaciones crecen a un ritmo del 17% anual. Venden teléfonos, computadoras, equipos y maquinarias, madera, textiles, mariscos, arroz y café. Desde que iniciaron las reformas el Producto Bruto Interno ha crecido a un promedio del 7% anual.

Y la vida de la gente mejoró. La pobreza se redujo al 12 %, sacaron de la miseria a 25 millones de personas, tienen muy baja tasa de desempleo y el ingreso de los ciudadanos, que era de 15 y 20 dólares al mes, “ahora oscila entre los 200 y los 300”. El 90 % de la población está alfabetizada y la esperanza de vida es de 72 años.

A pesar de las diferencias culturales y geográficas, mirarse en el espejo de Vietnam parece bastante lógico, teniendo en cuenta que se trata de un pequeño país, de escasos recursos naturales, organizado con un sistema socialista y dirigido por un solo partido. […]

por Fernando Ravsberg

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Kuba reduziert Preise für Lebensmittel und Konsumgüter um bis zu 50 Prozent

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Seit dem 22. April sind viele Konsumgüter und Lebensmittel deutlich günstiger auf Kuba (Quelle: BBC)

Kubas Regierung hat die Preise für eine Reihe von Produkten reduziert, wie das Ministerium für Finanzen und Preise jüngst bekannt gab. Die Maßnahme zeige den „politischen Willen der Staats- und Parteileitung jede Möglichkeit zu realisieren, um die Situation der Bevölkerung zu verbessern und die Kaufkraft des Peso Cubano zu erhöhen“, heißt es in einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur ACN.

Die Preissenkungen betreffen auch einige essentielle Produkte in den den staatlichen Läden in nationaler Währung (Bodega). Der Preis für ein Pfund Reis wurde dort beispielsweise von 5 auf 4 Pesos Cubanos (CUP) um 20 Prozent gesenkt. Reis und Erbsen aus heimischer Produktion werden nun statt mit 3,50 CUP mit 3 CUP bepreist. Die Preisreduzierungen greifen für alle staatlichen Läden des Landes und traten am 22. April in Kraft.

Der aktuelle Durchschnittslohn auf Kuba beträgt 687 Pesos Cubanos, was etwa 27 US$ entspricht. Obwohl die Löhne seit 2013 um 45 Prozent gestiegen sind, bekräftigte Präsident Raúl Castro zuletzt auf dem letzten Parteitag der regierenden Kommunistischen Partei (PCC) Ende April, dass „Löhne und Renten weiterhin unzureichend sind um die basalen Bedürfnisse der kubanischen Familien zu befriedigen.“

In Kuba stießen die Maßnahmen auf große Resonanz und wurden von der Bevölkerung begrüßt. Obwohl sie noch immer unzureichend seien, würden nun immerhin einige wichtige Produkte des täglichen Bedarfs für viele Erschwinglicher werden. Auch wurde gelobt, dass sich die Preisreduzierungen nicht nur auf Lebensmittel, sondern auch auf Konsumgüter wie Seife und Energiesparlampen ausdehnten. Letztere wurden beispielsweise um 40 Prozent billiger. Im Nachfolgenden eine vollständige Liste der neu bepreisten Produkte.

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Kubanische Landwirtschaft wächst um 6,6 Prozent

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Einer der neuen Bauernmärkte auf genossenschaftlicher Basis in Havannas Stadtteil Vedado (Quelle: Cubadebate).

Die kubanische Landwirtschaft konnte ihre Produktion vergangenen Jahr um 6,6 Prozent steigern, wie aus einer Veröffentlichung der nationalen Statistikbehörde ONE hervorgeht. Demnach wuchs die Landwirtschaft (ohne Zuckersektor) im Jahr 2013 um 5,9 Prozent, die Viehwirtschaft um 7,9 Prozent. Während der Anbau von Zitrusfrüchten um 18,7 Prozent zurückging, konnte die Produktion wichtiger Grundnahrungsmittel wie Reis (+16,3 Prozent), Mais (+20,3 Prozent) und Gemüse (+15,4 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr bedeutend gesteigert werden. Damit erbrachten die im Jahr 2012 vertieften Reformen der Landwirtschaft erste Ergebnisse. Die Änderungen der Landwirtschaftspolitik spiegeln sich auch in der Statistik wieder: Wurden 2012 noch 42,8 Prozent aller Erzeugnisse an das für seine Ineffizienz bekannte staatliche Distributionsnetz Acopio abgegeben, sank dieser Anteil im darauf folgenden Jahr auf 38,2 Prozent.

Die bereits im März vergangenen Jahres festgestellte positive Tendenz in der Viehwirtschaft konnte sich durch das gesamte Jahr hinweg manifestieren: Von Januar bis März 2013 wuchs sie bereits um 16,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, exakt die selbe Zahl konnte für das gesamte Jahr gehalten werden. Die Produktion von Schweinefleisch stieg um gut 10.000 Tonnen auf 41.300 Tonnen an. Erstaunlicherweise geht dieses Wachstum vor allem auf die staatlichen Farmen zurück, die knapp 80 Prozent des im Land verbrauchten Schweinefleichs herstellen. Sie konnten im vergangenen Jahr große Erfolge bei der Intensivierung aufweisen: der seit Jahren durchschnittliche Ertrag von 80 Kilogramm pro Schwein konnte in einem Jahr auf 89,6 Kilogramm gesteigert werden. Trotz anhaltender Schwierigkeiten bei der Viehhaltung, konnte sich der Bestand im vergangenen Jahr gut erholen.

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Milchproduktion Kubas, 2002 bis 2013 (Quelle: ONE).

Probleme gibt es allerdings bei der Herstellung von Milch. 2013 konnten 503,6 Millionen Liter erreicht werden, 12,7 Millionen weniger als im Jahr zuvor. Auch der durchschnittliche Ertrag pro Kuh ging leicht zurück. Sowohl Milch- als auch MIlchpulver müssen oftmals importiert werden, da die derzeitige Produktion nicht ausreichend zur Deckung des heimischen Bedarfs genügt. Bessere Neuigkeiten gibt es dagegen bei der Herstellung von Eiern, denen ebenfalls eine große Bedeutung auf dem kubanischen Speiseplan zukommt. Ihre Produktion konnte um 14,3 Prozent auf gut 2 Millionen Stück gesteigert werden.

Vor wenigen Tagen machte Landwirtschaftsminister Gustavo Rodríguez weitere Angaben zur finanziellen Situation der Landwirtschaft: Demnach erlitten im vergangnen Jahr 86 Staatsbetriebe Verluste von insgesamt 210 Millionen Peso (ca. 8,4 Mio. US$), während die Kooperativen meist profitabel waren. Acopio machte 2013 einen Verlust von 70 Millionen Peso (ca. 2,8 Mio. US$). Dennoch konnten die Verkäufe um 10,4 Prozent angehoben werden, wobei neben den staatlichen Bauernmärkten vor allem der Privatsektor an Bedeutung gewann. Die auf eigene Rechnung arbeitenden Transporteure konnten ihre Verkäufe um 17,6 Prozent steigern. Sie spielen allerdings noch immer eine marginale Rolle und kommen für lediglich 13,8 Prozent der Gesamtumsätze aus. Die neuen Bauernmärkte auf genossenschaftlicher Basis spielten mit unter 2 Prozent noch eine unbedeutende Rolle, was auch an den anhaltend hohen Preisen liegt, die ihre Waren für viele unerschwinglich werden lässt.

Insgesamt also mal wieder durchwachsene Signale von der kubanischen Landwirtschaft, allerdings diesmal mit deutlich positiverer Tendenz. Während das „Rückgrat der kubanischen Wirtschaft“ im Jahr 2012 unter den Schäden von Hurrikan „Sandy“ litt und um lediglich 1,3 Prozent zulegen konnte, war 2013 wieder ein gutes Jahr für Kubas Bauern. Der letzte große Wachstumsschub erfolgte 2011 mit 8,7 Prozent, während im Jahr 2010 sogar ein Rückgang von 4,2 Prozent erfolgte. Die Entwicklung ist also noch alles andere als stetig. Dennoch nähren die zahlreichen Reformen der letzten Jahre die Hoffnung, dass es künftig konstant bergauf geht. Dies ist auch dringend notwendig, schließlich hat man gerade einmal das Niveau von 2007 erreicht, bei steigenden Weltmarktpreisen für Importe. 2013 mussten 1,74 Milliarden US$ für Importe ausgegeben werden, 102 Millionen mehr als noch ein Jahr zuvor. Doch die Produktionsresultate des letzten Jahres lassen auch das Planziel für 2014 nicht ganz unrealistisch erscheinen, das ein Wachstum von sieben Prozent vorsieht.