Havannas kommende Luxushotels

Das noch namenlose Hotel soll innerhalb von vier Jahren errichtet werden und mit 154 Meter das höchste Gebäude Havannas werden (Quelle: Cubadebate)

Nach der Eröffnung des „Manzana Kempinski“ im vergangenen Sommer wird Kubas Hauptstadt Havanna schon bald über drei weitere Hotels der 5-Sterne-Kategorie verfügen. Während im August das „Packard“ am Prado eröffnen soll, werden diesen September noch die Bauarbeiten an Havannas neuestem Wolkenkratzer beginnen: ein noch namenloses 154-Meter hohes Hotel im Stadtteil Vedado, welches das „Habana Libre“ in den Schatten stellen wird.

Das neue Hotel grenzt direkt an die Hauptstraße 23 (Quelle: O.Z., Facebook)

Die „Grupo Gaviota“ ist im Baufieber. Kubas wichtigster Immobilien- und Tourismuskonzern hat großes vor mit der Hauptstadt. Das dem Militär unterstellte Staatsunternehmen plant nicht weniger als den höchsten Wolkenkratzer der Stadt zu errichten. Mit „100 Prozent kubanischem Kapital“, wie das Onlineportal „Cubadebate“ berichtet, wird das 42-stöckige Gebäude in der Ecke 23 und K im Stadtviertel Vedado gebaut. In der Nähe befinden sich die legendäre Eisdiele „Coppelia“ sowie das 1958 als „Hilton Habana“ eröffnete Hotel „Habana Libre“. Mit schlappen 25 Stockwerken dürfte das neue Luxushotel den markanten Bau jedoch im wahrsten Sinne des Wortes in den Schatten stellen.

Auf dem Baugrundstück sollte einst Kubas erste Metrostation entstehen, bis das Projekt nach Auflösung der Sowjetunion eingestellt wurde. Seitdem liegt die Fläche mehr oder weniger brach. Um den Verkehrsfluss zu verbessern wird im Rahmen der Bauarbeiten auch die Calle K bis zur Hauptstraße 23 verlängert werden. Das Hotel soll 2022 fertiggestellt werden und neben 565 Zimmern auch über diverse öffentlich zugängliche Geschäfte und Restaurants im Erdgeschoss verfügen.

Das „Hotel Packard“ öffnet diesen August seine Pforten (Quelle: Prensa Latina)

Havannas Altstadt rüstet ebenfalls mit neuen Unterkünften für gut betuchte Besucher auf. Das historische „Hotel Packard“, einst 1911 fertiggestellt, soll diesen August wiedereröffnen. Lange Zeit war von dem Gebäude in der Nähe des Malecón nur noch die Fassade übrig, welche in den neuen Bau integriert wurde. Darüber hinaus erhält das Gebäude vier weitere Stockwerke im modernen Stil. Wie „Prensa Latina“ berichtet wurden bereits 192 der 321 Zimmer fertig ausgestattet, so dass der Eröffnung im August nichts mehr im Wege stehen dürfte.

Das „Prado y Malecón“ der Kategorie „5-Sterne-plus“ soll 2019 eröffnen (Quelle: Grupo Gaviota)

Nicht weit vom „Packard“ entfernt soll pünktlich zur 500-Jahrfeier der Stadt im Jahr 2019 das Hotel „Prado y Malecón“ eröffnen, ebenfalls in der Kategorie 5-Sterne „plus“. Der moderne Bau soll ein angelegtes Boot symbolisieren und wird über 250 Zimmer verfügen. Um Wind und Wetter zu trotzen werden bei den Hotels in Ufernähe moderne Versiegelungen und Salzwasserresistente Materialien eingesetzt.

Für Kuba bedeuten die neuen Luxushotels eine wichtige Grundlage für künftige Deviseneinnahmen. „Jedes Hotel ist wie eine neue Fabrik“, sagte einst Raúl Castro in einer Rede vor dem Parlament. Kuba will dieses Jahr mit 5 Millionen Touristen einen neuen Besucherrekord erreichen. Nach dem Export von Ärzten und anderen medizinischen Dienstleistungen ist der Tourismussektor die wichtigste Einnahmequelle des Landes.

Advertisements

„Spar“ versorgt Supermarkt in Cienfuegos

Spar-Produkte im Supermarkt „Imago“ in Cienfuegos (Quelle: 5 de septiembre)

Die Handelskette „Spar“ hat in der kubanischen Stadt Cienfuegos die Belieferung eines staatlichen Devisengeschäfts übernommen. Der frisch renovierte und modern eingerichtete Supermarkt wurde Anfang des Monats von Vertretern der Provinzverwaltung feierlich eröffnet, wie lokale Medien berichten. In den letzten Monaten schloss der Staat zahlreiche neue Verträge mit internationalen Handelskonzernen, die ihre Produkte inzwischen vielerorts auf der Insel vertreiben.

Der Supermarkt „Imago“ in der Provinzhauptstadt Cienfuegos verkaufte früher „von allem ein bisschen“, erklärte die Leiterin der Einrichtung Tania Llanes Flores gegenüber der Lokalzeitung „5 de septiembre„. Nach der Generalsanierung sieht der Laden modern und freundlich aus, doch nicht nur das Erscheinungsbild hat sich geändert: Inzwischen werden die Produkte von der niederländischen Handelskette „Spar“ geliefert. Der staatliche Handelskonzern CIMEX bleibt jedoch weiterhin der Betreiber, und auch der alte Name bleibt erhalten, wie die Zeitung berichtet.

Für die Kunden soll mit dem neuen Lieferanten vor allem die Qualität und Auswahl der Produkte steigen und auch die Versorgungsstabilität verbessert werden. „Ein schöner Laden mit großer Auswahl“, kommentierte eine der ersten Kundinnen nach der Wiedereröffnung. Doch es hagelte auch Kritik, vor allem am hohen Preisniveau, welches der „Kuba-Spar“ mit den anderen staatlichen Läden gemeinsam hat. Einige der Produkte seien „lächerlich teuer“, urteilt ein Kolumnist der Zeitung. So kostet eine Flasche Olivenöl der Spar-Eigenmarke beispielsweise 5,30 CUC, etwa 4,20 €. Einige der Preise seien „höher als in den reichsten Städten des Planeten.“

Im Juni 2017 eröffnete Kubas erster Samsung-Store in Havannas Stadtteil Playa (Quelle: Radio Habana)

Auch andernorts haben in letzter Zeit internationale Handelskonzerne auf Kuba Fuß gefasst. So öffnete der südkoreanische Elektrokonzern „Samsung“ im Juni 2017 sein erstes Geschäft auf Kuba welches sich in Havannas Stadtteil Playa befindet. Auch der Modekonzern „Mango“ betriebt inzwischen einen Shop im Einkaufsbereich des neu eröffneten Luxushotels „Manzana Gómez“ in Havannas Altstadt. Dort können Luxusprodukte internationaler Marken wie Gucci, Adidas oder Lacoste erworben werden. Seit Anfang des Jahres vertreibt auch die spanische Handelskette „El corte inglés“ ihre Produkte inzwischen in zwei Lebensmittelmärkten der kubanischen Hauptstadt.

Seit der Auflösung der Sowjetunion betreibt Kuba ein staatliches Netz aus Devisengeschäften welches das Angebot der rudimentären Bodegas (kleinere Geschäfte für basale Artikel) ergänzt. Auch die Handelskette Spar zählt schon länger zur festen Lieferantenliste der staatlichen Importfirmen. In den letzten Jahren kamen jedoch viele neue Verträge hinzu, welche das Angebot im Einzelhandel stabilisieren sollen. Neben den hohen Preisen zählen Sortimentslücken und das ständig wechselnde Angebot zu den größten Kritikpunkten der Bevölkerung am staatlichen Einzelhandelsnetz.

Vor allem in Havanna und Cienfuegos werden derzeit einige der neue Vertriebs- und Liefermodelle mit den Handelskonzernen getestet. Zuletzt eröffnete erst im Oktober 2017 ein neues Haushaltswarengeschäft unter dem Namen „Agua y Jabón“ (deutsch: Wasser und Seife) in Cienfuegos, welches exklusiv von der italienischen Handelskette „Italsav“ beliefert wird. Firmenvertreter Nicolás Oleaga Herrera erklärte damals: „alle Produkte stammen aus der Europäischen Union und unterliegen hohen Qualitätsstandards“. Zudem habe die Firma die Sanierung des Geschäfts übernommen.

Das neu eröffnete Haushaltewarengeschäft „Agua y Jabón“ in Cienfuegos (Quelle: 5 de septiembre)

Kubas erstes Luxushotel öffnet seine Pforten

Das „Gran Hotel Manzana“ empfängt seit gestern die ersten Gäste (Quelle: Granma)

Am gestrigen Mittwoch eröffnete in Kubas Hauptstadt Havanna mit dem „Gran Hotel Manzana“ das erste Luxushotel der Insel. Das Fünfstern-Superior-Hotel wird als das luxuriöseste und modernste des Landes beworben und beherbergt neben 246 Unterkünften auch eine öffentliche Einkaufsmall mit Markenläden. Bei der feierlichen Eröffnung waren neben Kubas Tourismusminister Manuel Marrero auch Havannas Stadthistoriker Eusebio Leal sowie Markus Semer, CEO der Kempinski-Gruppe, anwesend.

Das „Gran Hotel Manzana“ gehört auf kubanischer Seite zur „Grupo Gaviota“, Kubas größtem Tourismusunternehmen, welches den Streitkräften (FAR) unterstellt ist. Betrieben wird es jedoch von der Schweizer Firma Kempinski, Europas älteste Luxushotelgruppe. Die Renovierung des Gebäude, welches aus dem frühen 20. Jahrhundert stammt, begann im Jahr 2012 in Zusammenarbeit mit der französischen Baufirma „Bouygues Construction„. 2014 stieg Kempinski in das Projekt ein. Neben kubanischen Arbeitern waren auch mehr als 360 Inder an dem Bau beteiligt.

Im Kempinski soll es den Gästen an nichts fehlen. Neben einem Spa- und Saunabereich mit Wasserspielen verfügt das Hotel über mehrere Bars, Räume für Geschäftstreffen, eine Zigarrenlounge mit eigens angestelltem Sommelier. Der Pool auf dem Dach des Gebäudes verfügt als erster in einem kubanischen Hotel über kostenloses WiFi. Zudem steht den Gästen ein persönlicher Service zur Verfügung, der vom Taxi bis zum Tagesausflug allerlei Dienste für die Hotelgäste erledigen wird. Die Preise für eine Nacht reichen von 360 US-Dollar für ein kleines Zimmer in der Nebensaison bis hin zu 5.000 US-Dollar für die Präsidentensuite.

Die Mall im Innenhof (Quelle: Tripadvisor)

In der Mall befinden sich 16 Devisenläden, die von der kubanischen Handelskette „TRD Caribe“ in Zusammenarbeit mit ausländischen Edelmarken betrieben werden. Hier können unter anderem Produkte der Marken L’Occitane, Lacoste und Mont Blanc erworben werden. Der „Guardian“ nennt einige Preisbeispiele: So sind zur Eröffnung etwa eine Bulgari-Uhr für 10.200 US-Dollar sowie eine Anti-Aging-Creme für 162,40 US-Dollar im Sortiment. Ein Acacia-Gesichtswasser wandert dort für schlappe 95,20 US-Dollar über die Ladentheke.

Die Einwohner Havannas nahmen die Wiedereröffnung der einstigen Ruine mit gemischten Gefühlen wahr. „Sie haben der Altstadt ihren Glanz zurückgegeben“, kommentierte der Lehrer Abraham Rodriguez (45) gegenüber Reuters. Andere sehen zwar die Vorteile der Tourismuseinnahmen für das Land, wünschen sich allerdings mehr Wohnungsbau. Einige junge Kubaner nutzten die Eröffnung, um Selfies von sich vor den Geschäften zu machen. „Das ist ein High-end spot, sehr schön! Etwas, das wir so noch nicht gesehen haben“, sagt ein junger Kubaner gegenüber dem „Guardian“.

Viele waren offenbar gekommen, um sich in den neuen Läden der Einkaufsmall im Innenhof umzusehen. „Das tut weh, denn ich kann hier überhaupt nichts kaufen“, sagte der 71-jährige Rentner Rodolfo Hernandez Torres gegenüber dem britischen Medium und fügt hinzu: „Es gibt Leute, die hierherkommen um Dinge zu kaufen, aber das kann vielleicht einer von zehn“.


Vorstellung des Hotels in den kubanischen Nachrichten: