„toDus“ bietet bargeldloses Bezahlen über Handyguthaben

Die Messenger-App „toDus“ zählt heute rund 174.000 tägliche Nutzer und wird von einem Team der Informatik-Universität Havannas (UCI) entwickelt (Quelle: toDus/FB)

Die kommende Version 0.20 des beliebten kubanischen Messengerdienstes „toDus“ wird als wesentliche Neuerung das bargeldlose Bezahlen mit der App einführen. Produkte können damit unkompliziert verkauft und mittels QR-Code gescannt werden, die Bezahlung erfolgt über das Handyguthaben des Käufers.

Damit könnte es auf Kuba bald zwei Apps zum bargeldlosen Bezahlen geben. Die vom staatlichen Hersteller „Xedit“ entwickelte App „Enzona“ soll sich ausschließlich dem E-Commerce widmen und befindet sich gerade in der Testphase. Die Bezahlfunktion von „toDus“ soll sich dabei explizit auch mit Produkten von „Enzona“ verknüpfen lassen, wie es in der Ankündigung des Entwickerteams heißt.

Die Digitalisierung des Landes zählt zu den Hauptprioritäten der kubanischen Regierung, auch die Förderung von eigenen Apps und Onlinehandel solll in diesem Rahmen vorangetrieben werden (Quelle: Cubadebate)

Die von Havannas Informatikuniversität UCI entwickelte Messenger-App ist vor rund einem Jahr veröffentlicht worden und wurde seitdem mehr als zwei Millionen Mal auf dem kubanischen App-Store „Apklis“ heruntergeladen. Sie zählt heute rund 174.000 täglich aktive Nutzer. Im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie will das sozialistische Kuba künftig Softwareentwicklung und Onlinehandel stärker fördern. Hierzu soll das Internet in der Fläche immer besser verfügbar gemacht werden. Bis 2020, so das Ziel, soll mindestens jeder zweite kubanische Haushalt über einen Internetzugang verfügen.

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Kuba testet neue App zum bargeldlosen bezahlen

Darstellung der Entwicklungsversion der App des staatlichen Softwareherstellers Xedit (Quelle: Cubadebate)

Die kubanische Softwareschmiede „Xedit“ arbeitet derzeit an einer App, welche „den gesamten elektronischen Zahlungsverkehr der Insel vereinheitlichen“ soll, wie das Nachrichtenportal „OnCuba“ berichtet. Das Programm mit dem Namen „EnZona“ soll künftig bargeldlose Bezahlungen, Kundenbewertungen und andere Dienste mittels QR-Code auf dem Smartphone ermöglichen.

Mit der App sollen künftig „alle elektronischen Transaktionen“ zwischen Einzelpersonen sowie staatlichen und privaten Unternehmen abgewickelt werden, versprechen die Entwickler. Funktionieren soll die Anwendung ähnlich wie der chinesische Messenger-Dienst „WeChat“, mit dem im Reich der Mitte bereits heute fast überall bargeldlos bezahlt werden kann. Dabei wird es spezielle Profile sowohl für Kunden als auch Geschäftsbesitzer geben, welche die App jeweils für ihre Zwecke nutzen können.

Mittels QR-Codes können Kunden dann in Geschäften, Restaurants und anderen Dienstleistern das gewünschte Produkt einscannen und über das verknüpfte Girokonto Zahlungen tätigen. „Eine einzige Person wäre dann ausreichend, um die Rechnungen nach dem Kauf zu verifizieren“, berichtet „Cubadebate„. Auch anonyme Kundenbewertungen könnten über ein Feedback-Formular abgegeben werden. Damit sollen sich Transparenz und Komfort im staatlichen wie im privaten Gewerbe für alle Beteiligten verbessern. Auch die Buchhaltung soll mit der App stark vereinfacht werden.

In einem auf Facebook veröffentlichten Video zeigte der staatliche Hersteller Xedit bereits erste Anwendungsbeispiele für die App, deren Erscheinungsdatum noch nicht bekannt ist. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel machte die Digitalisierung zu einer Priorität seiner Regierung. Nach der Inbetriebnahme des mobilen Internets vergangenen Dezember sollen noch in diesem Jahr 17 neue Online-Shops entstehen, mit denen moderne bargedlose Bezahlsysteme getestet werden.

„Wo gibt’s …?“ – neue App soll Einkäufe auf Kuba erleichtern

Der Dienst ist auch über die Website erreichbar (Quelle: Dondehay/CIMEX)

Mit einer neuen App will Kubas Handelskette CIMEX ihren Kunden den Einkauf erleichtern. „Donde hay …?“ – „Wo gibt’s …?“ heißt der Titel der neuen Software. Sie soll die Suche nach Produkten in den staatlichen Geschäften erleichtern, indem deren Verfügbarkeit samt Preisen, Ort und Vorratsbestand in Echtzeit abgebildet wird.

Die App, welche mehr Transparenz und schnellere Besorgungen verspricht, ist am Freitag erschienen. Kunden können darin mittels Textsuche gezielt nach bestimmten Produkten suchen und erhalten genaue Angaben über die Vorratsbestände der einzelnen Läden sowie eventuelle Rabatte. Die Resultate lassen sich nach Ort und Ortsteilen filtern und werden in einer übersichtlichen Ansicht mit Karte und weiteren Informationen wie Öffnungszeiten und Kontaktdaten der Filiale aufgelistet. Für Cubacel-Kunden ist der benötigte Internetzugang der App mittels aktiver Mobildaten kostenlos.

Unter der Webseite dondehay.cimex.com.cu lässt sich der Dienst auch ohne Smartphone-App über den normalen Browser erreichen. Wie CIMEX bekannt gab, „beginnt der Dienst mit einer Testphase und wird konstante Weiterentwicklungen und Verbesserungen erfahren, so dass neue Funktionen hinzukommen werden.“ Die Handyapp befindet sich aktuell in der Version 1.1 und ist für Android-Betriebssysteme ab Version 4.0 geeignet. Sie lässt sich direkt von der Webseite des Herstellers „Datacimex“ herunterladen. Probleme und Vorschläge können an die Entwickler unter atencionalcliente@cimex.com.cu gemeldet werden.