China erweitert Hafen von Santiago de Cuba

Santiagos neues Frachtterminal soll 250 Meter lang werden (Quelle: Xinhua)

Kubas ehemalige Hauptstadt Santiago wird bald über den zweitgrößten Hafen der Insel verfügen. Derzeit wird mit chinesischer Hilfe ein neues Containerterminal errichtet, welches mit einer Kapazität von 565.000 TEU pro Jahr nur vom neuen Tiefseehafen in Mariel übertroffen wird. Durch die Erweiterung des Hafens können bald auch größere Containerschiffe in Santiago halt machen, was die Wirtschaft im Osten der Insel beleben soll. Das 120-Millionen-Dollar-Projekt hat im Jahr 2015 begonnen und wird nächsten Sommer in Betrieb gehen.

„Ich habe noch niemals zuvor Arbeit in dieser Geschwindigkeit und Qualität gesehen“, kommentierte der kubanische Ingenieur Carlos Manuel Domínguez gegenüber der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Domínguez, der bereits seit zwei Jahrzehnten Erfahrungen bei verschiedenen Hotel- und Tourismusprojekten hat, arbeitet derzeit mit Chinas „Communications Construction Company“ und 200 Arbeitern aus beiden Ländern an der Erweiterung des Hafens seiner Heimatstadt Santiago.

Mehr als 200 Chinesen und Kubaner arbeiten an dem Projekt, das bis Mitte 2018 fertig werden soll (Quelle: Xinhua)

Das neue Terminal, welches auf der gegenüberliegenden Uferseite der 600.000-Einwohner-Stadt liegt, soll 250 Meter lang werden und mit fünf modernen Entladekränen ausgestattet werden. Zudem entstehen zwei neue Lagerhäuser mit einer Gesamtkapazität von über 15.000  Tonnen. Durch die Ausbaggerung des Hafenbereichs auf eine Tiefe von 14 Metern sollen bald größere Containerschiffe mit einer Kapazität von bis zu 55.000 Tonnen in Santiago einlaufen können. Das bisherige Limit lag bei 30.000 Tonnen. Die Frachtkapazität soll dabei insgesamt auf 565.000 TEU pro Jahr steigen, mehr als der alte Hafen Havannas. Zum Vergleich: Kubas modernster Hafen in Mariel, der im Jahr 2014 in Betrieb ging, hat eine Kapazität von rund 800.000 TEU.

Um den Hafen möglichst effizient zu nutzen erhält das neue Terminal zusätzlich eine Anbindung an die Schiene. „Dieses Projekt dient der wirtschaftlichen Entwicklung des kubanischen Ostens“, erklärte der chinesische Hafeningenieur Ma Xichao. Neben dem höheren Warenumsatz sollen mit der Erweiterung auch die Transportkosten sinken. In Zukunft könnte neben dem Hafen zudem eine Sonderwirtschaftszone entstehen, ähnlich wie bereits in Mariel realisiert. Die Vorteile des neuen Hafens beschränkten sich dabei nicht nur auf die Stadt Santiago. „Dies wird ganz Ostkuba nützen“, so der Ingenieur. Das Projekt, welches bereits zu zwei Dritteln fertiggestellt ist, soll nächsten Sommer übergeben werden.

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Kuba veröffentlicht neuen Investitionskatalog 2017/18

Kubas Investitionskatalog geht in die vierte Ausgabe (Quelle: Camara de Comercio)

Am zweiten Tag der internationalen Handelsmesse von Havanna (FIHAV), deren 35. Ausgabe am Montag in der kubanischen Hauptstadt begann, stellte Kubas Außenhandelsminister Rodrigo Malmierca den diesjährigen Investitionskatalog der Insel vor. Darin enthalten: 150 neue Projekte für ausländische Direktinvestitionen von nun insgesamt über 10,7 Mrd. US-Dollar, vor allem in den Bereichen Landwirtschaft und Tourismus kamen dieses Jahr neue Ausschreibungen hinzu. In jüngster Zeit konnte Kuba einen deutlichen Zuwachs bei den ausländischen Investitionen verzeichnen, allein seit der letzten Messe wurden 30 neue Projekte im Wert von über zwei Milliarden US-Dollar auf den Weg gebracht.

Diese benötigt die Insel auch dringend. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums sind jährliche Auslandsinvestitionen von mindestens zwei bis drei Milliarden Dollar notwendig, um ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu generieren. Diese Marke wurde nun zum ersten Mal erreicht. Kuba braucht vor allem Schlüsseltechnologien und Maschinen, um neue Wertschöpfungsketten zu schaffen und weniger von Importen abhängig zu sein. Die jährliche Handelsmesse FIHAV bietet ausländischen Geschäftsleuten mit mehr als 3.400 Ausstellern auf einer Fläche von 27.000 Quadratmeter die bestmögliche Gelegenheit, mit kubanischen Wirtschaftsvertretern ins Gespräch zu kommen.

Seit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes über ausländische Direktinvestitionen im Jahr 2014 und der Eröffnung der neuen Sonderwirtschaftszone samt Hafen in Mariel im selben Jahr, ging der Prozess nur schleppend voran. Noch immer beklagen sich zahlreiche Unternehmer über die ausufernde Bürokratie und die langsamen Genehmigungsprozesse. Raúl Castro hat indes seither mehrmals bekräftigt, dass Vorurteile und irrationale Ängste gegenüber ausländischen Direktinvestitionen abgebaut werden müssten.

26 Investoren haben sich bereits in der Sonderwirtschaftszone von Mariel niedergelassen, der zugehörige Tiefseehafen verfügt über eine jährliche Kapazität von 826.000 TEU (Quelle: ZEDM)

Außenhandelsminister Cabrisas versprach nun Abhilfe. Mit einem runderneuerten Internetauftritt will die 45 Kilometer südwestlich von Havanna gelegene Sonderwirtschaftszone (ZEDM) auf der Messe für Aufmerksamkeit sorgen. Zudem gab es neue Zahlen: So sind derzeit 26 Projekte am laufen, 15 davon mit 100 Prozent ausländischem Kapital. Insgesamt flossen seit der Eröffnung 2014 rund eine Milliarde US-Dollar an Investitionen in die Zone. Neben langjährigen Partnern wie Unilever oder dem brasilianisch-kubanischen Jointventure Brascuba sind auch auf Kuba bisher unbekannte Firmen wie der mexikanische Fleischproduzent Richmeat darunter. In den kommenden Jahren sollen die Nutzerzahlen deutlich wachsen.

Damit potentielle Geschäftspartner wissen was auf Kuba gesucht wird und was die Insel zu bieten hat, veröffentlicht das Außenhandelsministerium seit 2014 jedes Jahr ein Investitionsportfolio. Die jüngste Ausgabe hat vor allem in den Bereichen Tourismus und Landwirtschaft an Umfang gewonnen, doch auch Projekte zum Ausbau der erneuerbaren Energien, im Bergbau und in der Zuckerindustrie kamen hinzu. Von Müllaufbereitungsanlagen über Glas- und Pharmaindustrien bis hin zu Käsefabriken und Aquakultur sucht Kuba in fast allen Sektoren nach ausländischen Partnern. Neu ist in diesem Jahr ebenfalls die enge Verzahnung mit dem langfristigen Entwicklungsplan der Insel, der Schlüsselbereiche für die wirtschaftliche Entwicklung bis 2030 enthält.

Investitionsportfolio Kuba 2017/18:

Kuba stellt die Bucht von Havanna unter Schutz

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Blick über die Bucht von Havanna (Quelle: Pensandoamericas.com)

Havanna. Die Bucht von Havanna (Bahía de La Habana) und die dazugehörigen Bereiche sind von der Nationalen Denkmalbehörde Kubas (CNM) vor kurzem zur Schutzzone erklärt worden. Ziel der Maßnahme ist es, den kulturhistorischen Wert und das Erscheinungsbild dieses Gebiets zu erhalten. Es schließt Teile mehrerer Bezirke der kubanischen Hauptstadt ein, darunter Guanabacoa, Regla und Casa Blanca.

Die Entscheidung wurde am vergangenen Freitag von Gladys Collazo, Präsidentin der CNM sowie Direktorin des Nationalen Rats für Kulturerbe beim Ministerium für Kultur bekanntgegeben. Diese hat zur Folge, dass nun jeder Eingriff in die Umwelt und jede bauliche Maßnahme an Land oder im Wasser in diesem Teil Havannas genehmigungspflichtig sei, erläuterte Collazo. Die Maßnahme soll auch dem Erhalt von Zeugnissen einer langen industriellen Geschichte dienen, wie den Werftsgebäuden der Astilleros de La Habana oder der Königlichen Tabakfabrik. Verwiesen wird in der Erklärung auch auf die archäologischen Schätze von enormem Wert für die kubanische Nation, die noch im Boden und auf dem Grund der Bucht existieren.

Die Ausweisung als Schutzzone berührt zahlreiche bereits begonnene oder geplante Projekte staatlicher und anderer Akteure in dem Gebiet, die auf einem Entwicklungsplan des Büros des Stadthistorikers beruhen. Diese hätten nunmehr  klare gesetzliche Regeln, um sie auf die richtige Art zu verwirklichen, so Collazo. Die Präsidentin informierte außerdem darüber, dass Kuba nach 1998 ein weiteres Mal als Ausrichter des Lateinamerikanischen Kolloquiums über Industrielles Erbe ausgewählt worden sei. Die Veranstaltung findet im März kommenden Jahres in Havanna statt.

Seit ihrer Gründung 1519 als Villa de San Cristóbal de La Habana ist die Entwicklung der Stadt eng mit ihrer strategisch günstigen Lage an der Bucht verbunden. Als eine der größten der Welt bildet die taschenförmige Bucht einen sicheren natürlichen Hafen für die Schifffahrt. Im Jahr 1552 wurde Havanna die Hauptstadt Kubas. Hier war die spanische Flotte stationiert, und Havanna war Umschlagplatz unter anderem für Gold, Silber und Edelsteine, die aus der „Neuen Welt“ nach Europa transportiert wurden. Das begründete das Wachstum und den wirtschaftlichen Aufschwung Havannas in der Frühen Neuzeit. Mit prächtigen kolonialen Bauten, den Festungsanlagen San Cristóbal sowie der berühmten Uferpromenade Malecón, die schrittweise saniert wird, ist die Küste Havannas auch von großer Bedeutung für den Tourismus. In Zusammenarbeit mit der Bevölkerung haben die Behörden in den vergangenen Jahren im Bereich der Bucht auch ihre Anstrengungen zur Beseitigung von Verschmutzungen und Umweltschäden verstärkt.

von Peter Steiniger / Amerika21

Mariel zieht hunderte Investoren an

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Der Hafen von Mariel hat inzwischen den alten Hafen von Havanna als wichtigsten Containerport des Landes abgelöst (Quelle: ACN)

Die Entwicklung in Kubas neuer Sonderwirtschaftszone von Mariel (ZEDM) scheint langsam an Fahrt aufzunehmen. Nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins „Cuba Standard“ wurden bereits 120 Projekte genehmigt, wobei insgesamt über 300 Anfragen von ausländischen Unternehmen eingegangen sind. Anfang März wurde bekannt, dass die mexikanische Firma Richmeat als erstes Unternehmen in der Sonderwirtschaftszone Fuß fassen wird.

Von offizieller Seite hält man sich in Kuba stark bedeckt über neue Investitionsprojekte. Seit der Eröffnung der Sonderwirtschaftszone samt zugehörigem Containerport im Januar 2014 wurde es ruhig um das Megaprojekt. „Die genehmigten Projekte befinden sich in der Phase der Geschäftsanmeldung und werden bekannt gegeben, sobald sie auf dem Standort gegründet wurden“, sagte jüngst die Direktorin der Sonderwirtschaftszone, Ana Teresa Igarza, gegenüber der Nachrichtenagentur „Prensa Latina“.

Unter der Bedingung der Anonymität gaben kubanische Funktionäre jedoch einige Details bekannt. Viele der Interessierten Firmen kommen demnach aus Europa, China, Südkorea und Vietnam. Zu den herausragendsten Projekten, die nach Angaben von „Cuba Standard“ bereits genehmigt wurden, zählt eine Autofabrik des chinesischen Herstellers Geely sowie ein Joint-Venture mit einer chinesischen Toyota-Tochter. Auch der südkoreanische Konzern Hyundai plant offenbar eine Fabrik in Mariel zu errichten.

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Der Transport- und Logistikbereich im Bau (Quelle: ZEDM)

Die bisher genehmigten Projekte hätten eine Investitionssumme von insgesamt einer Milliarde US-Dollar. Dabei seien auch 30 Projekte wegen ihres zu geringen Umfangs abgelehnt worden, Mariel soll vor allem eine Anlaufstelle für große internationale Unternehmen werden. Mit Sicherheit bestätigt sind bisher lediglich drei Projekte: Eine Firma zur Herstellung von orthopädischen Prothesen durch das deutsche Unternehmen Otto Bock, ein Unternehmen zur Fabrikation von Waschmitteln und Windeln durch die vietnamesische Thai Binh Investment Trading Corp. sowie die Eingangs erwähnte Fleischverarbeitungsanlage des mexikanischen Unternehmens Richmeat S.A.

Zum Zeitpunkt der Eröffnung der Sonderwirtschaftszone vor über einem Jahr war zunächst lediglich die Basisinfrastruktur rund um den Hafen fertiggestellt. Vergangenen Sommer wurde die Zugverbindung nach Havanna eingeweiht, diese wird aktuell um ein Verladeterminal für Container ergänzt. Der Logistik- und Lagerbereich soll noch in diesem Sommer fertiggestellt werden. Dabei hat der Hafen von Mariel mittlerweile die Funktionen des alten Hafens von Havanna übernommen und arbeitet derzeit mit einer Kapazität von 250.000 Containern pro Jahr (TEU). Die Umstellung erfolgte ab Sommer 2014.

Mit der derzeitigen Tiefe von über 13 Metern kann die Bucht bereits Containerschiffe der Panamax-Generation aufnehmen. Bis zur Eröffnung des Panama-Kanals im Juni 2016 soll der maximale Tiefgang auf 18 Meter erhöht werden, so dass auch die weltweit größten Containerschiffe der Post-Panamax Generation in Mariel andocken können. Die Verladekapazität des Hafens soll dann schrittweise auf über 820.000 TEU gesteigert werden. Bei entsprechender Nachfrage wird mit einer Verdopplung des Piers auf 2,4 Kilometer Länge gerechnet. In diesem Fall könnte der Hafen bis zu 3 Millionen TEU abfertigen.

In den nächsten Jahren könnte sich Mariel zu einem bedeutenden Logistikzentrum für die gesamte Region entwickeln. Dass ausländische Investoren – auch im Zuge der Wiederannäherung an die USA – verstärkt auf die Sonderwirtschaftszone schauen, bestätigt der Ökonom Pavel Vidal in einem Bericht des „Cuba Standard“. Die Mehrzahl der ausländischen Investitionsvorschläge würden sich auf die Sonderwirtschaftszone von Mariel und den kubanischen Tourismussektor konzentrieren. Von 106 befragten Unternehmern die in Kuba aktiv sind, erwarten 61 Prozent noch in diesem Jahr eine Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen auf der Insel. Viele der geplanten Projekte werden jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte an den Start gehen. Das entscheidende Jahr für Mariel wird deshalb wohl 2016 heißen.

Tourismus nimmt im Januar an Fahrt auf

Varadero, Cuba

Hotelkomplex in Varadero. Die Anzahl der Touristen in Kuba legte im Januar um 16% gegenüber dem Vorjahresmonat zu.  (Quelle: cmbtravel)

Die kubanische Tourismusindustrie erlebt gerade ein deutliches Wachstum. Allein im Januar 2015 kamen 371.160 Besucher auf der Insel an, 16 Prozent mehr als im selben Monat vergangenen Jahres. Nach Angaben der kubanischen Statistikbehörde ONE kommt knapp die Hälfte der Touristen aus Kanada, gefolgt von Deutschland, England und Frankreich als den wichtigsten Herkunftsländern. Die Wintermonate von November bis März markieren die Hochsaison für den Tourismus in Kuba.

Kuba profitiert bereits von der Erleichterung der Reisebestimmungen für US-Amerikaner, die im Vorfeld des Dialogs mit den Vereinigten Staaten im Dezember von Barack Obama per Dekret erlassen wurde. Im letzten Jahr besuchten 3 Millionen Menschen die Insel, 5 Prozent mehr als noch 2013. Kubas Tourismusindustrie könnte bei anhaltendem Wachstum dabei schon bald an die eigenen Kapazitätsgrenzen stoßen.

Verbesserungsbedarf gibt es nicht nur in Bezug auf die Qualität, sondern vor allem bei der Anzahl der Unterkünfte. Derzeit verfügt Kuba über 61.000 Schlafplätze, bis zum Jahr 2020 sollen es ingesamt 85.000 werden. Dafür sind auch Investitionen in die Infrastruktur notwendig. Zahlreiche Projektvorschläge für ausländische Direktinvestitionen zielen deshalb auf den Tourismus ab, der gerade in Kubas östlichen Provinzen besser entwickelt werden soll.

Auch die Hafen- und Flugverkehrsinfrastruktur des Landes wird derzeit modernisiert. So kündigte die brasilianische Baufirma Odebrecht am Montag an, Terminal 3 des internationalen Flughafens „José Martí“ in Havanna ausbauen zu wollen. Das Unternehmen war bereits an der Errichtung des Containerports von Mariel beteiligt.  Noch diesen Monat sollen die Arbeiten am Terminal beginnen, die insgesamt 207 Mio. US$ kosten werden. Langfristig plant Kuba mit russischer Hilfe einen neuen internationalen Flughafen im 10 Kilometer entfernten San Antonio de los Baños zu errichten.

Kuba genehmigt erstes Projekt in Mariel

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Containerterminal in der Sonderwirtschaftszone von Mariel (Quelle: Traveltradecaribbean)

Havanna. Eine mexikanische Firma wird als erstes ausländisches Unternehmen in der kubanischen Sonderwirtschaftszone von Mariel (ZEDM) investieren. Dies verkündete das mexikanische Außenministerium am vergangenen Samstag in einer Pressemitteilung.

Die Firma Richmeat plant, eine Fabrik zur Verarbeitung und Verpackung von Fleischwaren in Kuba zu errichten, gab das Ministerium bekannt. Das Unternehmen sei „die erste Firma von internationalem Rang, die die Genehmigung für ein Investment in Mariel erhalten hat“, hieß es in der Erklärung weiter.

Die Sonderwirtschaftszone Mariel liegt in der westlichen Provinz Artemisa und erstreckt sich über eine Fläche von 466 Quadratkilometern. Sie wurde zusammen mit einem modernen Containerterminal im Januar 2014 eröffnet. Vergangenen Sommer wurde der Hafen an das kubanische Schienennetz angeschlossen. Derzeit laufen weitere Arbeiten zur Errichtung von Lager- und Kühlhäusern auf dem Gelände.

Im vergangenen Jahr informierten die kubanischen Behörden, dass 23 verschiedene Projektvorschläge überprüft würden, die meisten davon aus Spanien, Frankreich, Italien, Brasilien, Russland und China. Bisher wurde jedoch noch keines der anderen Projekte genehmigt.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

Kuba erweitert Hafen von Santiago de Cuba

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Bis 2018 soll der Hafen von Santiago de Cuba ausgebaut werden (Quelle: Panoramio)

In den vergangenen Tagen hat der Ausbau des Hafens von Santiago de Cuba begonnen. Der „Puerto Guillermón Moncada“ ist der zweitgrößte Frachthafen Kubas und soll bis 2018 ein neues Containerterminal bekommen, um die vorhandenen Kapazitäten zu steigern und damit den Handel im gesamten Oriente zu verbessern. Nach dem Hafenausbau von Mariel, wird nun auch in der östlichen Metropole Santiago ein modernes Containerterminal entstehen, das um ein Industriegebiet ergänzt wird.

Mit Hilfe einer chinesischen Baufirma wird in den kommenden Jahren ein Mehrzweck-Terminal errichtet, das mit Hilfe dreier Landestege Schiffe auf einer Länge von 231 Metern aufnehmen kann. Durch das Ausbaggern der Bucht sollen künftig Schiffe mit bis zu 40.000 Tonnen Fracht und 14 Metern Tiefgang entladen werden können, bisher können nur Schiffe bis zu 20.000 Tonnen in Santiago andocken. In Zukunft soll der jährliche Warenumsatz des Hafens auf 565.000 Tonnen gesteigert werden.

Zusätzlich zum Hafen wird auf dem Gelände ein Industriegebiet von mindestens 10 Hektarn Größe entstehen, welches potentiell zu einer neuen Sonderwirtschaftszone werden könnte. Zwei neue Lagerhäuser und modernste Logistiktechnologie sollen den Warenaustausch effizienter und kostengünstiger machen. Zudem erhält das neue Terminal ebenso wie in Mariel direkten Anschluss an das Schienennetz.

Mit der Hafenerweiterung will Kuba wesentliche Konzepte des Projekts von Mariel im kleineren Maßstab für den Oriente verfügbar machen. Verantwortliche Ingenieure erklärten gegenüber der kubanischen Nachrichtenagentur ACN, dass mit dem neuen Terminal ein zentraler Warenumschlagsplatz für alle östlichen Provinzen des Landes entstehen soll, der auch den Binnentransport in Kuba erleichtern wird. Vor einigen Wochen kamen bereits die ersten chinesischen Ingenieure an, um das Gelände vor Ort zu begutachten. Das 120-Millionen Dollar Projekt soll bis Anfang 2018 fertig sein und wird mit Hilfe chinesischer Kredite finanziert.