Santiago de Cuba bekommt eigenen Malecón

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Computermodell der neuen Uferpromenade (Quelle: Cubadebate)

Annlässlich des 500-jährigen Stadtjubiläums im Juli bekommt Ostkubas Metropole Santiago de Cuba eine neue Uferpromenade. Dabei soll die Stadt nicht nur zum Meer geöffnet werden, sondern auch erstmals seit Jahrzehnten wieder eine Straßenbahnlinie erhalten. Nachdem Santiago im Jahr 2012 vom Hurrikan „Sandy“ verwüstet wurde, hat Kubas Regierung ein umfangreiches Wiederaufbauprojekt in die Wege geleitet, wozu auch sozialer Wohnungsbau gehört.

Im Unterschied zur Landeshauptstadt Havanna, die von einer langen Uferpromenade (Malecón) geziert wird, ist in Santiago der Meereszugang weitgehend von Industrie- und Hafenanlagen versperrt. Zwar erhielt die Stadt im Jahr 1840 mit dem Paseo Alameda einen Stadtpark am Meer, doch die Umgebung wurde in der Zwischenzeit zugebaut und ist heute vom starkem Verkehrsaufkommen der 500.000 Einwohner-Stadt geprägt.

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Hier soll nun eine 400-Meter lange Promenade bis zum alten Zollgebäude entstehen, die mit schattenspendenden Bäumen und neuen Parkanlagen Raum zur Erholung bietet. Der Kinderspielplatz am Beginn des Malecón soll neu ausgestattet werden, außerdem werden geteerte Gehwege angelegt, die mit Straßenlaternen flankiert sind. Ein altes Lagerhaus am Ende des Boulevards soll in eine Bierbrauerei umgewandelt werden, ähnlich wie in Havanna. Dieser Teil des Projekts soll bis zum 25. Juli dieses Jahres – dem Tag des 500. Stadtjubiläums – abgeschlossen sein.

In den kommenden Jahren soll die Uferpromenade weiter verlängert und um eine 1,5 Kilometer lange Straßenbahnlinie ergänzt werden. Diese soll von Beginn des Malecóns bis zum Paseo Martí reichen und das Verkehrsaufkommen in dem Gebiet reduzieren. Sie wäre die erste Straßenbahnlinie, die seit der kubanischen Revolution in Betrieb geht. Von 1908 an fuhren in Santiago de Cuba einige Straßenbahnen auf verschiedenen Linien, bis diese 1952 von Bussen abgelöst wurden.

Im Vorfeld der Planungen wurden Umfragen durchgeführt, um mögliche Bedenken der Bevölkerung zu berücksichtigen. Zu den dadurch entstandenen Änderungen gehört die Trennung des Straßenverkehrs von dem der Fahrradtaxis, die eine eigene Spur parallel zur Promenade erhalten werden. Das Projekt begann bereits vergangenen Herbst und wird vom Büro des Stadthistorikers zusammen mit verschiedenen staatlichen Behörden und Unternehmen durchgeführt, darunter auch das Sportinstitut und die Telefongesellschaft ETECSA.

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Geplante Ausdehnung des Malecón-Projekts (Quelle: Santiagohace)

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