Volle Auslastung bei der Produktion von Solarpaneelen

Steckenpferd der kubanischen Solarindustrie: Die „UEB Energía Fotovoltaica ‚Che Guevara'“ in Pinar del Río. Foto: Granma.

Die „UEB Energía Fotovoltaica“ in Pinar del Río, Kubas bedeutendste Herstellungsanlage von Solarzellen die den stolzen Beinamen „Che Guevara“ trägt, wird in diesem Jahr die höchste Produktionsleistung seit ihrer Wiedereröffnung von 12 Jahren erzielen. Früher diente sie als Elektronikhersteller für die RGW-Staaten, wurde während der Sonderperiode jedoch für die Herstellung von Fruchtkonserven genutzt. Mit venezolanischer Hilfe wurde sie im Jahr 2011 wiedereröffnet, damals noch mit einer Kapazität von 2 Megawatt pro Jahr, die sich jedoch mit Hilfe von Investitionen auf die heutigen 10 Megawatt erweitert hat. Seit etwa sieben Monaten ist die Fabrik bei voller Auslastung, die Zahl ihrer Mitarbeiter stieg deshalb von ehemals 59 im Oktober auf heute 139. Von Januar bis November 2012 produzierte das Unternehmen 16.220 Solarmodule, 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Mit der Entscheidung des Landes erneuerbare Energien zu fördern, wobei insbesondere Solarzellen für entlegene Gebiete in Frage kommen, steigt auch die Nachfrage des Betriebes. „Im November haben wir das Rohmaterial erhalten um Solarzellen mit einem Äquivalent von einem Megawatt herzustellen, ebenso einen Teil für die geplanten 10-Megawatt in diesem Jahr“, erklärte der Leiter des Betriebs, Yoandri León, gegenüber der Granma. Ebenso hob er die 24-durchgehende und weitgehend unterbrechungsfreie Produktion hervor, die León auf die Vorausschauende Ersatzteilversorgung sowie gute fachliche Ausbildung der Werktätigen zurückführt.

Bis vor kurzem konzentrierte sich das Unternehmen noch auf die Fertigung von Modulen mit 185 Watt, ab Juli wird ein neues Modell mit 285 Watt vorgestellt werden. Allerdings sei die Firma dazu in der Lage für die Industrie auch kundenspezifische Modelle ab 2 Watt anzufertigen. „Derzeit arbeiten wir beispielsweise parallel an einem Projekt das in Wasserpumpen von Bewässerungssystem in isolierten Gegenden zum Einsatz kommen soll.“, sagte León. Auch die Zeit für die Abschreibungen von Solarmodulen hat sich in den letzten Jahren aufgrund gefallener Rohstoffpreise verbessert, die kubanischen Solarmodule sind auf eine Lebenszeit von 20 Jahren ausgelegt, wobei sie währenddessen etwa 20% ihrer Leistungsfähigkeit verlieren.

Der Anteil erneuerbarer Energien liegt in Kuba noch bei mageren 3,8 Prozent, der Großteil des Stroms der Insel wird bis heute durch Verbrennung fossiler Kraftstoffe gewonnen.  Dies soll sich jedoch rasch ändern: Bis 2020 plant Kuba 16,5 Prozent seines Energiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken, zum Einsatz kommen hierfür vor allem Biogas (das aus Zuckermelasse gewonnen wird), Solar- und auch Wasserkraft. Während in diesem Jahr die Produktion von Biomasse um 10% erhöht werden soll, wird 2014 ein Windpark mit einer Kapazität von 50 Megawatt eröffnet werden, bis 2020 sollen insgesamt acht neue Windparks mit einer Gesamtkapazität von 280 Megawatt im Land stehen. Dieses Jahr soll bereits eine größere Solaranlage mit 10 Megawatt Spitzenleistung entstehen, das Gesamtpotential der Sonnenenergie in Kuba beträgt 2.000 Megawatt. Der inländischen Solarindustrie kann diese Perspektive nur zu Gute kommen, die im übrigen auch Devisen für das Land erwirtschaftet: Im Jahr 2008 gingen 90% der Jahresproduktion dieser Fabrik in den Export, vor allem in ALBA-Länder.

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