Neue Banknoten für Kuba und Debatte um Währung

Billete 50 pesos

Werden erneuert: Kubanische Peso-Scheine (Quelle: Aplopress)

Havanna. Kubas Zentralbank hat die Ausgabe neuer Geldscheine der Landeswährung Kubanischer Peso (CUP) mit zusätzlichen Sicherheitsmarken angekündigt. Die Maßnahme betrifft Neu-Emissionen von Banknoten im Wert von 100, 50 sowie 20 Pesos. Bereits zirkulierende Scheine behalten ihre Gültigkeit.

Die Maßnahme ist vor dem Hintergrund der geplanten Währungszusammenführung zu sehen. In Kuba existieren seit 1994 zwei Währungen. Neben dem CUP besteht der sogenannte Konvertible Peso (CUC), dessen Wert an den US-Dollar gekoppelt ist. Der offizielle Wechselkurs beträgt 24:1. Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Regierung die Abschaffung der Doppelwährung angekündigt. Das Kabinett habe dazu einen Zeitplan gebilligt, hieß es in einer Regierungserklärung. Geplant sei ein Übergang ohne „Schocktherapie“.

Die Währungszusammenführung sei „unaufschiebbar“ und hätte „schon vor langer Zeit geschehen müssen“, erklärte erst kürzlich der kubanische Ökonom Joaquín Infante Ugarte, Berater des Präsidenten der Vereinigung kubanischer Volkswirte und Buchhalter (ANEC), gegenüber der kubanischen Tageszeitung Granma. Das parallele Währungssystem verschleiere die wirklichen Produktionskosten und verzerre unter anderem die wirtschaftliche Einschätzung von Investitionen. Auch würden Exporte und Importe unterbewertet, so Infante Ugarte. Das hängt damit zusammen, dass in der Buchführung von staatlichen Unternehmen und Banken in der Regel mit einem Kurs von 1:1 gerechnet wird. Zudem gebe es in Kuba eine dritte Währung, sie sogenannten Liquiditätspapiere (CLC), die nur vom Staat verwendet werden und „als diejenigen CUC bezeichnet werden, die eine Deckung in Devisen aufweisen.“ Daher bestehe gerade für staatliche Transaktionen „die dringende Notwendigkeit“ beide Währungen zusammenzuführen. Die Währungsdualität provoziere eine „übermäßige Zentralisierung operativer Entscheidungen, den formalen Charakter der Finanzen und die Lenkung der Wirtschaft durch administrative Entscheidungen statt konjunkturellen und finanziellen Indikatoren zu folgen.“

In den vergangenen Monaten sind bereits einige Maßnahmen ergriffen worden, die mit der geplanten Abschaffung des parallelen Währungssystems im Zusammenhang stehen. So kann seit kurzem in einigen Supermärkten und staatlichen Geschäften bereits mit beiden Währungen zum Kurs von 1:25 bezahlt werden. Damit entfällt für die Kunden der vorherige Geldumtausch – mehr Kaufkraft erhalten sie indes nicht. Eine Steigerung der Kaufkraft gehe auch nicht automatisch mit der Währungszusammenführung einher, warnt Infante Ugarte – dafür sei eine Steigerung der Produktivität nötig.

von Andreas Knobloch / Amerika21

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