Kuba hat über eine Millionen Computer

Nauta

Eingang eines Nauta-Internetcafés (Quelle: Walfrido Lopez)

Vergangene Woche veröffentliche das kubanische Statistikamt ONE einen aktuellen Zwischenbericht über die Entwicklung des Informations- und Telekommunikationssektors auf der Insel. Dem Dokument zu Folge verfügte das Land am Ende des vergangenen Jahres über eine Millionen Computer, ein Zuwachs von 18 Prozent im Vergleich zu 2012. Die Zahl der Internetnutzer stieg um 1,8 Prozent an. Derzeit benutzen knapp drei Millionen Kubaner das Internet, wobei auch Nutzer des kubanischen Intranets in der Statistik mitgezählt werden.

Ein wichtiger Indikator für den Netzzugang ist auch die Anzahl der registrierten .cu-Domains. Diese stieg von 2.345 im Jahr 2012 auf nun 4.839 – ein Zuwachs von gut 52 Prozent. Durch die Eröffnung von zahlreichen neuen Internetcafés im vergangenen Sommer, sowie die Senkung des Preises von 6 CUC auf 4,50 CUC (3,40€) pro Stunde, konnte die staatliche Telefongesellschaft ETECSA zumindest einen Teil ihrer Versprechungen wahr werden lassen. Der Hunger nach Internet- und Mobilfunkverbindungen ist in Kuba derweil weiter groß.

Seit der Legalisierung der privaten Mobilfunknutzung im Jahr 2008 ist die Zahl der Handybesitzer in Kuba auf knapp 2 Millionen gestiegen, 85% der Bevölkerung lebt in Gebieten mit Netzabdeckung. Die Anzahl der Gesprächsminuten bei internationalen Telefonverbindungen hat sich seit 2012 um gut 23 Prozent erhöht. Dennoch verfügt heute nur gut jeder Dritte Kubaner über einen eigenen Festnetz- oder Mobiltelefonanschluss. Alle anderen sind auf die knapp 56.000 öffentlichen Telefonzellen des Landes angewiesen.

Die Zahlen zeigen ein beträchtliches Wachstum im kubanischen Telekommunikationssektor, wenn auch von einem extrem niedrigen Ausgangsniveau. Seit der Inbetriebnahme des Unterseekabels aus Venezuela im Januar 2013 hat sich so eine messbare Verbesserung der digitalen Informationskanäle eingestellt. Interessant ist auch, dass nach dem Besuch von Google-Chef Eric Schmidt in Kuba der Chrome-Browser auf der Insel seit neuestem offiziell erhältlich ist. Abzuwarten bleibt, ob ETECSA die Versprechung wahr machen wird, bis zum Ende des Jahres private Internetanschlüsse zu ermöglichen.

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