Regierung erlaubt Privatimporte in US-Dollar und Euro

Samsung-Geschäft in Havanna (Quelle: eigene Aufnahme, M.K.)

Kubas Regierung hat vergangene Woche neue Wirtschaftsmaßnahmen angekündigt, welche den Import von Haushaltsgeräten, Autoteilen und anderen Waren vereinfachen und günstiger machen sollen. 70 Geschäfte werden ab Ende Oktober Bestellungen entgegennehmen, mit denen diese Waren „zu wettbewerbsfähigen und in der Region üblichen Preisen“ gegen US-Dollar und Euro bezogen werden können.

Die Außenhandelsreform wurde am Dienstag in einer Sondersendung des kubanischen Fernsehens vorgestellt. Sie soll die Abschöpfung von Devisen verbessern und zugleich viele Waren für die Bevölkerung erschwinglicher machen. Kühlschränke, Fernseher, Autoteile, Motorroller, Waschmaschinen und andere Konsumgüter werden derzeit häufig von Privatpersonen aus Panama und anderen Nachbarländern eingeführt, da diese in den staatlichen Geschäften mit 240 Prozent Preisaufschlag verkauft werden. Der Privatimport lohnt sich daher trotz Zollgebühren.

Das führt dazu, dass viele Einkäufe seit Jahren „en masse“ im Ausland getätigt werden, während der Staat auf seinen Waren sitzen bleibt. Das könnte sich jedoch demnächst ändern. Während sich an den bestehenden Zollvorschriften nichts ändert und die Einfuhr aus Panama legal bleibt, will der Staat mit marktbasierten Preisen vor Ort um die Gunst der Käufer werben. In zunächst 70 staatlichen Devisenläden können ab Ende Oktober Produkte direkt importiert werden. Voraussetzung ist allerdings ein Bankkonto in Euro oder US-Dollar, welches sich demnächst bei kubanischen Banken eröffnen lässt. Bezahlt werden kann ausschließlich mittels Girokarte. Das Angebot richtet sich ausschließlich an kubanische Staatsbürger und soll „die Situation der Familien verbessern“ helfen: kommerzielle Importe für den grauen Markt sind nicht vorgesehen, um Preisaufschläge durch Wiederverkäufer („revendedores“) zu vermeiden.

Preisbeispiele für Elektroroller (Quelle: Cubadebate)

Tatsächlich sind die auf diesem Weg angebotenen Produkte nicht wesentlich teurer als in anderen lateinamerikanischen Ländern. So kostet ein LED Smart-TV der Marke Samsung (43 Zoll) laut den veröffentlichten Beispielpreisen 549 US-Dollar, die günstigste Waschmaschine der Marke Daewoo 233 US-Dollar. Elektroroller sind ab 999 US-Dollar verfügbar. Der Staat wirbt mit Garantie und Umtauschrecht, welches bei einem Erwerb über Drittländer schwierig werden kann. Neben den Katalogangeboten sollen zudem auch spezifische Kundenwünsche bei Marke und Modell berücksichtigt werden, wie Regierungsvertreter in der Sondersendung ankündigten.

Der Plan der Regierung könnte durchaus aufgehen, was eine win-win-Situation bedeutet: Kubaner erhalten Zugang zu deutlich preiswerteren Produkten, während der Staat dringend benötigte Devisen abschöpfen kann, die bisher im Ausland landen. Damit soll in den kommenden Monaten die staatliche Industrie rekapitalisiert werden, was eine wichtige Voraussetzung für die anstehende Währungsreform ist. Die einzigen Verlierer der Reform dürften indes die Privatimporteure („mulas“) sein, deren Geschäft demnächst deutlich unattraktiver wird.

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3 Gedanken zu „Regierung erlaubt Privatimporte in US-Dollar und Euro

  1. jajaja…alles schön und gut. wenn du aber nichts zu futtern hast, dich und deine wäsche nicht waschen kannst, bei dem kleinsten zipperlein keine medikamente bekommst, die guten ärzte auswandern…was willst du dann von geld, was du nicht hast, kaufen ?
    okojoko kennt sich ein wenig aus- klagt seine kubanera tagtäglich über das leid ihrer kinder und enkel.

    • … die guten Ärzte auswandern ???? wieviele gibt es !!!
      Wenn nur die GUTEN Ärzte auswandern würden – da würde beinahe niemand auswandern – die dummen Sprüche von den „guten kubanischen Ärzten“ – einfach NAIV (Entschuldigung)

  2. Pingback: Der beschwerliche Weg zurück in die Normalität | Cuba heute

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