Kuba plant Reifenfabrik in Mariel

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Zukünftiger Industriepark in der Sonderwirtschaftszone von Mariel (Computergrafik) (Quelle: Cubastandard)

Mariel, Kuba. In der kubanischen Hafenstadt Mariel sollen ab 2015 die ersten Joint-Ventures in der neu eröffneten Sonderwirtschaftszone ihre Arbeit aufnehmen. Seit im November 2013 ein zuständiges Büro eröffnet wurde, das die wirtschaftlichen Kontakte koordiniert, sind dutzende Vorschläge eingetroffen, von denen sich über 30 derzeit in der Verhandlung befinden. Darunter auch die Errichtung einer Reifenfabrik, für die jetzt chinesische und russische Partner gefunden werden konnten. Dies meldete die kubanische Nachrichtenagentur ACN.

Das russische Mineralölunternehmen Tatneft mit einem jährlichen Umsatz von 18,9 Milliarden US-Dollar will zusammen mit kubanischen Partnern ein Joint-Venture in Mariel gründen. Die Investitionssumme für die neue Fabrik beträgt 223 Millionen US-Dollar. Sie soll mindestens 1,2 Millionen Reifen pro Jahr sowohl für Automobile als auch für LKWs herstellen. Auf Kuba werden jährlich etwa 800.000 Reifen benötigt. Die restliche Produktion soll in den Export gehen.

Kuba muss bereits seit zehn Jahren Reifen importieren, da die heimische Industrie den Bedarf nicht annähernd decken kann. Dies könnte sich nun kurzfristig ändern. Zusätzlich zu der Fabrik in Mariel schlägt die kubanische Seite die Modernisierung zweier Reifenfabriken in den Provinzen Havanna und Mayabeque vor, die mit Hilfe der Sowjetunion errichtet worden waren. Hier soll nach Möglichkeit auch wieder russische Technik zum Einsatz kommen, um die bestehenden Anlagen zu modernisieren.

Die Finanzierung der Projekte soll derweil durch chinesische Kredite abgesichert werden, die Präsident Xi Jinping bei seinem letzten Besuch in Havanna im Juli zugesichert hat. Vor wenigen Tagen hat Kuba sein neues Investitionsportfolio vorgestellt, in dem 246 Projekte mit einer Gesamtsumme von 8,7 Milliarden US-Dollar vertreten sind, darunter auch die erwähnte Reifenfabrik. Kuba plant damit jährlich mindestens zwei Milliarden US-Dollar an Investitionsmitteln zu gewinnen.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

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