Mehr Lebensmittelproduktion ist oberstes Gebot in Kuba

CienfuegosCafe

Im Landwirtschaftsbetrieb Eladio Machín in Cienfuegos wird auch Kaffee angebaut und verarbeitet (Quelle: 5 de Septiembre)

Cienfuegos, Kuba. Kritische Stimmen zum Thema Nahrungsmittelproduktion wurden bei den im Juli abgehaltenen Versammlungen der im Agrarsektor aktiven Municipios (Gebietskörperschaften) in der kubanischen Provinz Cienfuegos laut. Mehr Lebensmittel für die Bevölkerung seien grundlegend und dringend, so der Tenor.

Zahlreiche interne Probleme wurden dabei beleuchtet wie etwa Ineffizienz, niedrige Erträge, nicht erfüllte Pläne, das Nichteinhalten von Arbeitszeiten sowie eine mangelhafte Kommunikation zwischen den Produktionseinheiten und deren Leitung.

Scharfe Kritik gab es zur Situation der Arbeiter der Landwirtschaftskooperative UBPC Limones, denen fünf Monate kein Gehalt ausbezahlt wurde. In solchen Fällen müssten die Betriebsleiter mit Sensibilität und Bewusstsein agieren, meinte Lidia Esther Brunet Nodarse, Mitglied des Zentralkomitees und erste Sekretärin der Kommunistischen Partei der Provinz. Ihrer Ansicht nach gab es in einigen Agrarbereichen schlecht funktionierende Leitungsgremien. Auch habe es an Organisation, Disziplin, Verantwortung, Kontrolle, Management, Dialog und Zusammenarbeit gemangelt. Die meisten der Schwierigkeiten verursache der Faktor Mensch, so Nodarse.

Man habe allerdings auf allen Ebenen damit begonnen, die notwendigen Antworten darauf zu geben, um diese bedauerliche Situation umzukehren und auf den Plätzen und Märkten der Provinz jene Nahrungsmittel bereitzustellen, die von der Bevölkerung verlangt werden.

Aktuell gebe es in Cienfuegos die besten objektiven Voraussetzungen dafür. Die derzeitige Situation unterscheide sich von vergangenen Zeiten, da dem Agrarsektor die notwendigen materiellen Ressourcen zur Verfügung stehen und durch die Erhöhung der Ankaufspreise durch den Staat auf verschiedenen Linien die Anreize zur Produktion gesteigert werden. Darüber hinaus können die Löhne der Arbeiter im Einklang mit den produktiven Ergebnissen erhöht werden.

Cienfuegos, deren wichtigster Wirtschaftszweig traditionell die Zuckerproduktion ist, war im Jahr 2013 die führende kubanische Provinz in der städtischen Landwirtschaft sowie in den städtischen Randgebieten.

Die hohen Lebensmittelpreise und Mängel in der Nahrungsmittelproduktion waren unlängst auch Thema bei der turnusmäßigen Sitzung des kubanischen Parlaments. Um die Lebensmittelproduktion anzukurbeln, hat Kuba seit dem Jahr 2008 mehr als 1,7 Millionen Hektar Ackerland an über 200.000 Kleinbauern übergeben. Diese bewirtschaften inzwischen gut 27 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

von Michael Wögerer / Amerika21

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