Erfolgreicher Provinzpolitiker rückt in den Ministerrat auf

Treffen der Generationen: Auszeichnung des bisherigen ersten Parteisekretärs von Camagüey, Jorge Luis Tapia Fonseca (56, links), durch den Revolutionsveteran und langjährigen Vize Raúl Castros, Machado Ventura (Quelle: Cadenagramonte)

Kubas Regierung verjüngt sich weiter: Jorge Luis Tapia Fonseca heißt der frischgebackene Vizepräsident des Ministerrats der Insel. Der 56-jährige Ökonom löst damit den 1942 geborenen Divisionsgeneral Ulises Rosales del Toro ab, welcher sich künftig um „die Entwicklung des Programms proteinhaltiger Pflanzen“ kümmern wird, wie die Parteizeitung „Granma“ am Mittwoch bekannt gab.

Tapia Fonseca wurde 1964 in der Provinz Cienfuegos geboren und hat Volkswirtschaft studiert. Er arbeitete sich, ähnlich wie Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel, im Laufe vieler Jahre über die Parteistrukturen nach oben und wurde 2008 Parteisekretär der Provinz Ciego de Ávila. 2012 wurde er nach Camagüey versetzt. In beiden Provinzen erwarb er sich einen Ruf als guter Verwalter und erfolgreicher Problemlöser, der gegen Misswirtschaft und Korruption vorgeht. Damit gelang es ihm offenbar, neue Impulse in den ihm anvertrauten Provinzen zu setzen und das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Das Magazin „Cubastandard“ bezeichnete ihn gar als „den beliebtesten und effizientesten Parteisekretär nach seinem Kollegen Lázaro Expósito aus Santiago de Cuba“. Wer ihm in seinem Posten als erster Sekretär von Camagüey folgen wird, ist noch offen.

Divisionsgeneral Ulises Rosales del Toro (Quelle: Ecured)

Bei einer derartigen Reputation nimmt es kein Wunder, dass Tapia Fonseca seinen Weg in den Ministerrat findet, welcher im Kontext der neuen kubanischen Verfassung zum wichtigsten Exekutivorgan des Landes wird. Der 77-jährige Ulises Rosales del Toro wird dafür seinen Platz räumen. Der Divisionsgeneral spielte einst eine wichtige Rolle bei den Friedensverhandlungen in Angola und war einer der zentralen Köpfe hinter dem wirtschaftspolitischen Reformprogramm der Militärunternehmen (span.: „perfeccionamiento empresarial“), bei dem ab 1978 ausgewählte Kader zum Ökonomie-Studium nach Westeuropa geschickt wurden um moderne Management-Methoden zu lernen. Nachdem er bereits 2011 das Politbüro verlassen hat, markiert das Ausscheiden aus dem Ministerrat für Rosales del Toro vermutlich den Abschied von der großen Politik. Er soll sich stattdessen voll und ganz jenem Thema widmen, welches Fidel Castro in einer seiner letzten Zeitungskolumnen dem Land mit auf den Weg gegeben hat: dem Aufbau eines Programms zur Förderung proteinhaltiger Pflanzen wie dem Meerrettich– und dem Maulbeerbaum

Auf Kuba stehen diesen Herbst größere Veränderungen im politischen System an. Nachdem die neue Verfassung des Landes am 10. April in Kraft getreten ist, soll die neue Staatsspitze bestehend aus den Ämtern Präsident und Premierminister im Oktober gewählt werden. Der Präsident ernennt daraufhin auch einen neuen Ministerrat, der als oberstes Exekutivorgan vom Premierminister angeführt wird und die Regierung des Landes stellt. Die jüngste Kabinettsumbildung ist bereits die zweite unter Präsident Díaz-Canel. Zuletzt fand im Januar eine Neubesetzung des Transport- und Finanzministeriums statt.

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Ein Gedanke zu „Erfolgreicher Provinzpolitiker rückt in den Ministerrat auf

  1. Erfolgreicher? Von denen ist keiner erfolgreich, das land wurde zunichte gemacht von den Kommunisten.
    Seit über 60 Jahren eine Diktatur wird Zeit für ein Wechsel!

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