Kuba erstmals nach vier Monaten ohne neue Corona-Fälle

Kubas Chefepidemiologe Dr. Francisco Durán (Quelle: Cubadebate)

Havanna. Am Sonntag wurden auf Kuba keine neuen Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 gemeldet. Wie Kubas Chefepidemiologe Francisco Durán erklärte, seien 2.914 Labortests ausgewertet worden, von denen alle negativ ausfielen. Damit verzeichnete der Inselstaat seit Ausbruch der Pandemie vor rund vier Monaten seinen ersten Tag ohne Neuinfektionen.

Derzeit gebe es auf Kuba 38 aktive Fälle, so Durán, der seine tägliche Pressekonferenz im Fernsehen neuerdings ohne Mundschutz abhält. 123 Verdachtsfälle befinden sich zur Gesundheitsüberwachung im Krankenhaus, 135 Personen in häuslicher Quarantäne. Seitdem am 11. März die ersten Fälle verzeichnet wurden, sind auf Kuba 229.000 Tests durchgeführt worden, bei denen insgesamt 2.404 Personen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. 87 Personen starben an den Folgen der Erkrankung.

Mit einem umfangreichen Lockdown ab dem 20. März konnte die Insel eine weitere Ausbreitung des Virus bremsen, sodass es zu keiner Überlastung des Gesundheitssystems kam. Dieser dauerte – mit Ausnahme Havannas – bis zum 17. Juni an. Dort und in der Provinz Mayabeque waren weiterhin noch lokale Übertragungsereignisse bekannt. Seit dem 3. Juli hat die erste Phase der Lockerungen auch die kubanische Hauptstadt erreicht. Gastronomie, Geschäfte und ÖPNV haben den Betrieb wieder aufgenommen. Am Montag trat „Phase III“ der Lockerungen in allen Provinzen mit Ausnahme Havannas und Mayabeques in Kraft.

Mittlerweile können auch Touristen wieder auf die Insel reisen, allerdings nur in die Hotelpools der vorgelagerten Inseln, der sogenannten Cayos. Wann ausländische Besucher sich wieder frei im Land bewegen dürfen, ist noch nicht absehbar. Großveranstaltungen und Messen sind für das restliche Jahr abgesagt, Schulen und Universitäten werden erst im November wieder den normalen Lehrbetrieb aufnehmen. Auch Nachtklubs bleiben bis auf weiteres geschlossen.

Premierminister Manuel Marrero warnte zuletzt immer wieder davor, bei der Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln und dem Tragen des Mund-Nasen-Schutzes nachlässig zu werden. Das weitere Voranschreiten zurück in die Normalität hänge jetzt von der „Verantwortung und Disziplin“ jedes Einzelnen ab. Wie Kubas Gesundheitsbehörden vor einigen Wochen bekanntgaben, geht man fest von einer zweiten Welle im Herbst aus.

Kubas Pandemie-Management, welches in enger Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation erfolgt, wurde von Forschern und Gesundheitsexperten weltweit gelobt. Wie Gail Reed, Chefredakteurin des Journals Medicc Review erklärte, habe vor allem die systematische Verfolgung von Infektionsketten und das Aufspüren asymptomatischer Fälle unter Einsatz großer menschlicher Ressourcen zur schnellen Eindämmung des Virus beigetragen. „Ihr realer Erfolg liegt darin, dass sie den politischen Willen aufgebracht haben, all jene Gesundheitsmaßnahmen umzusetzen, die von Medizinern rund um den Globus als effektiv angesehen werden“, so Reed gegenüber der britischen Tageszeitung The Guardian. (A21)

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