29. November 2021

Kuba stellt eigenen Traktor vor

Kuba will den „Magric 80.2“ für eine mögliche Serienfertigung erproben (Quelle: Granma)

Wie die Parteizeitung „Granma“ berichtet, hat das Mechanikkombinat „Helden des 26. Juli“ in der ostkubanischen Provinz Holguín den Prototyp eines neuen Traktors entwickelt, welcher sich bereits in der Erprobung befindet. Der heckbetriebene „Magric 80.2“ soll mit seinen 80 Pferdestärken für diverse Einsatzbereiche in der Landwirtschaft in Frage kommen.

Die Idee für das Projekt stammt laut der Zeitung offenbar von Präsident Miguel Díaz-Canel persönlich, der bei seinem letzten Besuch in der Fabrik laut „Granma“ die Frage stellte: „Wenn ihr Raupengeräte herstellen könnt, warum dann nicht auch Traktoren?“. In den 1990er Jahren waren Kubas Landmaschinenhersteller vor allem mit der Aufbereitung von ukrainischen YUMZ-Traktoren betraut und konnten Erfahrungen mit dem Bau von Raupentraktoren in kleinen Stückzahlen sammeln.

Inzwischen importiert Kuba vorwiegend moderne Traktoren mit vergleichbarem technischen Profil aus China und Belarus. 2016 bemühte sich die US-Firma Cleber medienwirksam um die Genehmigung eines Projekts zur Fertigung von kostengünstigen Traktoren in der Sonderwirtschaftszone Mariel (ZEDM), welches 2017 aufgrund zu geringer Spezifikationen von kubanischer Seite abgebrochen wurde. Die Idee, Traktoren auf Kuba zu fertigen, hat sich jedoch gehalten. 

Der Prototyp integriere viele lokal gefertigt Teile „auf Basis unserer technologischen Möglichkeiten“, erklärte Juan Carlos Pargas, der den Herstellerbetrieb „Holmeca“ leitet. So werden unter anderem Karosserie, Kabine, vordere Felgen, Lenkachse, Hebemechanik und Pedale auf Kuba hergestellt. Insgesamt besteht der Traktor zu 30 Prozent aus heimischen Komponenten. Aus Cienfuegos stammt eine Hydraulikanlage, die optional montiert werden kann. Die übrigen Teile bezieht das Werk vorwiegend aus der Volksrepublik China, mit deren Hilfe bereits vor einigen Jahren ein neuer Zuckerrohrernter für Kuba entwickelt wurde.

Wenn die Testphase erfolgreich verläuft, könnte der Prototyp zeitnah in Serie gehen. Über mögliche Produktionskapazitäten und Kosten ist noch nichts bekannt. Sollte es grünes Licht geben, will sich der Hersteller im Rahmen der Möglichkeiten von Kubas neuer Wirtschaftstrategie mit weiteren nationalen Produzenten zusammentun um den Importanteil schrittweise zu reduzieren. Dabei könnten in der absehbaren Zukunft unter anderem Komponenten wie Getriebezahnräder und Kupplungsverkleidungen auf der Insel gefertigt werden.

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