Havanna nach dem Tornado: Grundversorgung kehrt zurück

Auf der Sitzung des kubanischen Ministerrats vom 2. Februar wurde der Stand des Wiederaufbaus diskutiert (Quelle: Cubadebate)

Eine Woche nach dem Tornado, welcher mehrere Stadtteile im Süden und Osten der kubanischen Hauptstadt Havanna verwüstet hat, konnte in den betroffenen Gebieten die Grundversorgung weitgehend wiederhergestellt werden. Der Wiederaufbau der 2.699 beschädigten und zerstörten Gebäude wird auf Weisung von Kubas Präsidenten indes schnellstmöglich angegangen. Inzwischen wurden auch nähere Informationen über offizielle Spendenkanäle veröffentlicht.

Nach jüngsten Berichten des kubanischen Ministerrats, der in letzter Zeit unter Leitung seines Präsidenten Miguel Díaz-Canel fast täglich zusammenkommt, konnte die Stromversorgung nach den schweren Schäden des Tornados vom letzten Sonntag fast vollständig wiederhergestellt werden. Während in Diez de Octubre bereits 98 Prozent der Haushalte wieder am Stromnetz hängen, sind es in Regla und Guanabacoa jeweils 95 bzw. 99 Prozent. Um alle Schäden am Netz schnellstmöglich beseitigen zu können sind seit Sonntag mehr als 1.000 Techniker aufgeteilt in über 200 Brigaden rund um die Uhr im Einsatz, darunter zahlreiche Kräfte aus den Nachbarprovinzen.

Die Zahl der Todesopfer bleibt weiterhin bei vier, sie wurden inzwischen alle identifiziert. Noch immer werden die 195 Verletzten in diversen Krankenhäusern Havannas behandelt.Zur Stunde sind noch immer rund 4.800 Personen evakuiert. Fast alle konnten bei Freunden oder Familienmitgliedern unterkommen, lediglich 164 befinden sich in staatlichen Notunterkünften. Bei den ersten 144 Gebäuden wurde bereits mit dem Wiederaufbau begonnen. Die Zahl der beschädigten Gebäude hat sich indes von den ursprünglich geschätzten 1.238 auf 2.699 erhöht, darunter 78 Schulen und 23 Kinderkrippen. Während die meisten der betroffenen Häuser lediglich das Dach verloren wurden 342 Gebäude wurden vom Tornado quasi dem Erdboden gleichgemacht. Mehrere Architekten haben in der vergangenen Woche mit Unterstützung von Studenten der technischen Hochschule Havannas (CUJAE) an der Feststellung der genauen Schäden gearbeitet.

Havannas Studenten helfen beim Freiräumen der Straßen in den betroffenen Gebieten (Quelle: Twitter)

Auch beim Freischaufeln der Straßen und der Beseitigung von Trümmern waren zuletzt hunderte Stundeten der Hochschulen Havannas auf freiwilligen Arbeitseinsätzen im Katastrophengebiet. Inzwischen sind fast alle Straßen wieder passierbar, was die Reparatur der Infrastruktur beschleunigen dürfte. Hier gibt es auch noch einiges zu tun. Noch immer sind tausende Bewohner ohne Wasser und müssen per Tankwagen versorgt werden. Festnetz und Telekommunikation sind erst zur Hälfte wiederhergestellt.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel lobte indes die „arbeitsame Atmosphäre“ in den betroffenen Wohnvierteln. Er hielt seine Kader an, regelmäßig vor Ort vorbeizuschauen und mit „größtmöglicher Sensibilität“ zu agieren. Hierzu wurden auch Ärzte- und Psychologenteams entsandt, während der Verkauf von Baumaterialien bereits begonnen hat. Ziel sei es, alle Schäden zu beseitigen, damit die verwüsteten Gebiete „besser als vorher“ aussähen. Zu den bereits umgesetzten Sofortmaßnahme zählt neben der Abgabe subventionierter Lebensmittel auch eine 50-prozentige Reduktion des Kaufpreises für Baumaterialien. In besonders schwerwiegenden Fällen übernimmt der Staat die komplette Finanzierung. Betroffene können ihre Anträge in mehreren Büros direkt vor Ort stellen.

Auch internationale Hilfe kam inzwischen an. Venezuela lieferte mehr als 100 Tonnen Baumaterialien sowie chinesische Baustellenfahrzeuge nach Kuba. Bolivien hat ebenfalls seine Bereitschaft zu helfen bekräftigt. Darüber hinaus wurden inzwischen offizielle Spendenkanäle geschaltet: „Für materielle Spenden aus dem Ausland, sei es von Regierungen, Unternehmen, Nicht-Regierungsorganisationen oder natürlichen Personen kann man sich mit den Botschaften Kubas in dem Land in Verbindung setzen, in dem sich der Spender befindet“, berichtet die Tageszeitung „Granma„. Und weiter: „Die kubanische Regierung übernimmt die Ankunft, die zollfreie Einfuhr und die Verteilung. Im Fall der Spenden von finanziellen Ressourcen in Devisen hat die Banco Financiero Internacional ein Konto mit der Nummer 0300000005093523 eingerichtet.“

UPDATE (12h Ortszeit):

  • Wie das Nachrichtenportal „Cubadebate“ meldete, sind zwei der Verletzten am Samstag ihren Verletzungen erlegen, die Zahl der Todesopfer stieg damit auf 6.
  • Nach letzten Angaben sind 3.513 Gebäude betroffen.
  • Die Wiederherstellung der Telekommunikationsinfrastruktur liegt bei 65 Prozent, die Arbeiten am Stromnetz sollen diesen Sonntag abgeschlossen werden.
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Meteorit explodiert über Viñales

Fragmente des Meteoriten, welche gestern über Viñales niedergegangen waren (Quelle: Cubadebate)

Es ist noch nicht einmal eine Woche her, als ein Tornado durch Havanna zog – schon wird Kuba vom nächsten Naturereignis überrascht: am Freitag Mittag explodierte ein Meteorit über dem Örtchen Viñales in Westkuba. Was für viele Bewohner zunächst nach einem Flugzeugabstuz klang, entpuppte sich glücklicherweise als ein Naturphänomen, bei dem nach letzten Berichten weder Schäden noch Verletzte zu beklagen sind.

„Wie ein Feuerball“ beschreiben Anwohner in Viñales den Niedergang des unbekannten Meteoriten über der Tabaklandschaft, welche ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen auf der Insel ist. Eine Dumpfe Explosion ging damit einher. Was zunächst nach einem Flugzeugabsturz klang, entpuppte sich glücklicherweise schon bald als Naturphänomen ohne zerstörerische Wirkung: die größten gefundenen Trümmerteile waren 11 Zentimeter groß, wie es in einer offiziellen Pressemitteilung über das Ereignis heißt.

Die meisten Trümmerteile wurden in den Gebieten Los Jazmines, Dos Hermanas, Palmarito und El Cuajaní gefunden, alle in der Nähe des Dorfes Viñales. Auch beim „Mural de la Prehistoria“ einem beliebten Touristen-Hotspot, konnten Meteoritentrümmer entdeckt werden. Bereits wenige Stunden nach den Berichten reisten Meteorologen, Geologen und Geophysiker an, um das Ereignis zu untersuchen. Laut ersten Ergebnissen enthält das Gestein des Meteoriten vor allem Eisen, Nickel und Magnesiumsilikate und zerbrach nach dem Eintritt in die Atmosphäre in tausende Fragmente verschiedener Größen.

Etwa zur selben Zeit berichteten Bewohner der Küstenstadt Matanzas von der Sichtung eines Objekts von etwa einem Meter Durchmesser, welches unweit des Ufers ins Meer stürzte. Weitere Untersuchungen zu dem Ereignis stehen noch aus.

Video von Anwohnern in Viñales, welches die Rauchschwaden des Meteoriten zeigt:

Tornado über Havanna

Aufnahme des Tornados, welcher am Sonntagabend über Havanna hinwegzog (Quelle: Canal Habana)

Ein Tornado hat am frühen Sonntagabend eine Schneise der Verwüstung in der kubanischen Hauptstadt Havanna hinterlassen. Nach letzten Angaben vom Montagnachmittag (Ortszeit) sind drei Tote und 172 Verletzte zu beklagen, wie kubanische Medien berichten. Technikerbrigaden aus den Nachbarprovinzen wurden zur Verstärkung nach Havanna entsandt, um bei der Wiederherstellung der Strom- und Wasserversorgung der betroffenen Gebiete zu helfen.

Bereits wenige Stunden nach der Katastrophe war Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel vor Ort, um sich ein Bild von den Schäden zu machen. Zu den hauptsächlich betroffenen Gemeinden zählen die Municipios Cerro, Diez de Octubre, Regla und Guanabacoa, wo der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von über 250 Stundenkilometer wütete. Zur Stunde liegen noch keine genauen Berichte über die Anzahl der beschädigten Gebäude vor. Nach Angaben des Tourismusministers Manuel Morreno Cruz wurden jedoch keine touristischen Einrichtungen von der Windhose getroffen.

Wie die Tageszeitung „Granma“ berichtete, war der jüngste Tornado ein „Ereignis ohne vergleichbare Vorgänger“ in der kubanischen Hauptstadt. Zuletzt wurden in den 1920er Jahren sowie 1961 einzelne Tornados nahe Havanna registriert, jedoch ohne vergleichbare Zerstörungskraft. Derzeit evaluiert Kubas Ministerrat das Ausmaß der Schäden. Boliviens Präsident Evo Morales sicherte Kuba indes bereits sofortige Unterstützung zu, ebenso äußerte sich Venezuelas Staatsoberhaupt Nicolás Maduro.

UPDATE (29.01):

Karte der betroffenen Gebiete (Quelle: Cubadebate)

  • Nach letzten Angaben vom Dienstag stieg die Zahl der Todesopfer auf vier, die der Verletzten auf 195.
  • Der Tornado bildete sich am Sonntag um 20:26 Uhr (Ortszeit) und legte innerhalb von 16 Minuten einen Weg von 11,5 Kilometer zurück. Die Windhose hatte dabei eine Breite von über 500 Metern. Das Wetterphänomen nahm seinen Ursprung in der Gemeinde Cerro und bewegte sich dann über Regla und Guanabacoa hinweg mit Geschwindigkeiten von bis zu 322 Stundenkilometern (Kategorie: EF4), bevor es sich gegen 20:42 Uhr über dem Meer auflöste. 
  • Insgesamt sind 1238 Gebäude betroffen, davon wurden 123 total zerstört. Besonders schwerwiegend: Ein Krankenhaus mit 196 Patienten musste in Folge der Zerstörungen evakuiert werden. Laut Berichten über die Krisensitzung des kubanischen Ministerrats sollen schnellstmöglich Baumaterialien (insbesondere Dachelemente) für die betroffenen Bewohner bereitgestellt werden.
  • Noch am Montag Mittag waren eine halbe Million Haushalte in Havanna ohne Strom, am Dienstag waren es noch 220.000. Bis Donnerstag soll der Strom in allen betroffenen Gebieten wiederhergestellt sein. Derzeit werden Wasser und Lebensmittel an die Bevölkerung ausgegeben. Brigaden aus den Nachbarprovinzen arbeiten zur Stunde mit Hochdruck an der Beseitigung der Schäden an der Strom-, Wasser- und Telekommunikationsinfrastruktur (betroffen sind rund 8.000 Festnetzanschlüsse sowie WiFi-Hotspots und Sendemasten für das Mobilnetz). 

Fotos: Schäden und Wiederaufbau in Regla und anderen Municipios (Quelle: M&W und Cubadebate)

 

Pinar del Río kommt mit blauem Auge davon

Derzeit wird in Pinar del Río mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Stromversorgung gearbeitet (Quelle: Guerillero)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem Hurrikan „Michael“ am Montag an Kubas westlichster Provinz Pinar del Río vorbeizog, sind inzwischen erste Informationen über das Ausmaß der Schäden bekannt. Nach Angaben der Lokalzeitung „Guerillero“ wurden insgesamt 1082 beschädigte Gebäude gemeldet, während sich auf der Insel der Jugend die Schäden auf 16 Gebäude beschränken. Damit kam das Land gemessen an früheren Stürmen diesmal mit einem blauen Auge davon. Am Mittwoch stattete Präsident Díaz-Canel der Provinz Pinar del Río einen Besuch ab, um sich vor Ort über die Lage zu informieren.

Noch immer sind jedoch rund 200.000 Haushalte ohne Strom. Die Regierung hat deshalb bereits am Dienstag Reparaturbrigaden aus Sancti Spíritus und Ciego de Ávila nach Pinar entsandt. Die beiden zentralkubanischen Provinzen waren nicht nur von „Michael“ verschont worden, sondern verfügen auch über umfangreiche Erfahrungen bei der Wiederherstellung der Stromversorgung. Zuletzt verwüstete „Irma“ im Herbst 2017 große Teile Zentralkubas, wobei das Stromnetz aufgrund der schweren Schäden an einem Großkraftwerk für mehrere Tage völlig kollabierte.

Laut Angaben von „Guerillero“ funktionierte das von der UN als vorbildlich gelobte Evakuierungssystem auch dieses mal, weshalb es zu keinen menschlichen Verlusten kam. Noch immer seien jedoch zahlreiche Gegenden aufgrund von Erdrutschen und Überschwemmungen nicht erreichbar. Die Normalität läuft langsam an und beginnt zunächst mit der Beseitigung der gröbsten Schäden, umgestürzten Bäumen und vor allem der Wiederherstellung der Stromversorgung, von der auch die Normalisierung der Wasserversorgung abhängt.

Kubas Präsident Díaz-Canel stattete den betroffenen Gebieten am Mittwoch einen Besuch ab. Unter anderem besuchte er eine Tabakplantage der Gegend um Vueltabajo. Rund 32 Prozent der Tabakernte sind von den Schäden betroffen. Tabak gilt als wichtigstes Exportprodukt der Provinz, die für den groß der nationalen Produktion aufkommt. Als wichtige Sofortmaßnahme der Katastrophenhilfe werden 1,5 Millionen Eier und andere Lebensmittel in die Provinz geliefert. Dazu sollen mehr als 15.000 neue Dächer kommen. Immerhin: an Wasser dürfte es der ländlich geprägten Provinz in Zukunft nicht fehlen. Die durch die letzten Niederschläge ohnehin schon gut gefüllten Staubecken weisen nach „Michael“ einen Füllstand von 98 Prozent aus.

Hurrikan „Michael“ zieht über Pinar del Río und Insel der Jugend

Position von „Michael“ um 23:00 am Montag, deutscher Zeit (Quelle: Windy.com)

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern zieht Hurrikan „Michael“ derzeit über den westlichen Zipfel Kubas sowie die vorgelagerte Insel der Jugend hinweg. Dort, und in der Provinz Pinar del Río, wurde bereits die höchste Warnstufe ausgegeben. Nach ersten Berichten sind derzeit etwa 55.000 Kubaner ohne Strom, während der Zivilschutz Kohletabletten und andere Versorgungsgüter ausgegeben hat.

Seit Montagmittag, 13 Uhr, gilt in den betroffenen Provinzen Pinar del Río und dem Sonderverwaltungsgebiet Insel der Jugend die höchste Warnstufe, die etwas weiter östlich gelegenen Provinzen Artemisa, La Habana, Mayabeque und Matanzas befinden sich jedoch ebenfalls in Alarmbereitschaft. Die Ausläufer des Sturms ziehen derzeit, von starken Niederschlägen und Winden von bis zu 130 Stundenkilometern, über den Westteil Kubas hinweg. Vier Gemeinden in den betroffenen Gebieten sind derzeit ohne Strom. In der Saffir Simpson-Skala ist „Michael“ ein Sturm der niedrigsten Kategorie 1.

Schäden in der Gemeinde Minas de Matahambre, Pinar del Río (Quelle: Radio Guamá)

Laut ersten Berichten wurden in zahlreichen Orten Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt. Verwüstungen wurden unter anderem in den Gemeinden Cabo de San Antonio, Minas de Matahambre, Mantua, La Palma und Viñales gemeldet. Das ganze Ausmaß das Schäden dürfte jedoch erst sichtbar werden, wenn sich der Sturm im Laufe des Dienstags von der Insel entfernt. Es kam bisher offenbar zu keinen menschlichen Verlusten.

Kuba will Erntekalender dem Klimawandel anpassen

Kubas Zuckersaison fällt in diesem Jahr mager aus (Quelle: La Demajagua)

Havanna. Das sozialistische Kuba wird in diesem Jahr wohl kaum mehr als eine Millionen Tonnen Rohrzucker produzieren, wie nach Schätzungen der staatlichen Holding „Azcuba“ bekannt wurde. Das schlechte Ergebnis hängt offenbar auch mit der mehrjährigen Dürre zusammen, welche die Insel bis zur Mitte dieses Jahres heimsuchte. Das Land sucht aus diesem Grund nach Möglichkeiten, den traditionellen Erntekalender der Zuckerindustrie den Bedingungen des Klimawandels anzupassen

Mit einem Endergebnis von wenig mehr als einer Million Tonnen Rohrzucker weist die kubanische Zuckerindustrie in der Saison 2017/18 das schlechteste Ergebnis seit Jahren aus. Lediglich die Saison 2009/10, welche mit einem Ergebnis von rund 1,1 Millionen Tonnen die niedrigste Produktion seit fast einem Jahrhundert markierte, ist damit vergleichbar. Damit kann Kuba zwar den lokalen Bedarf decken, dürfte jedoch empfindliche Einbußen bei den Exporterlösen verzeichnen.

Bei der Analyse der Erträge der letzten Jahre rückten dabei neben den üblichen Faktoren – veraltete Maschinen und Anlagen – die Folgen des Klimawandels in der Rangordnung auf. Erst diesen Sommer ging auf Kuba eine dreijährige Dürreperiode zu Ende, welche den fortschreitenden Rückgang der Zuckerrohrernte seit 2015 maßgeblich beeinflusste, nachdem sich die schwer gebeutelte Industrie zuletzt ab 2011 wieder zu erholen begann.

„Man muss den Einfluss des Klimas in den letzten Saisons und den Einfluss auf die Planung der Zuckerrohrernte untersuchen“, forderte Kubas Präsident Díaz-Canel im Gespräch mit der Tageszeitung Granma, dem Zentralorgan der regierenden Kommunistischen Partei „Die Jahreszeiten ändern sich, und wir müssen in der Lage sein, uns ihnen anzupassen“, so der 59-jährige. Nach dem Ende der Dürre machten schließlich die schweren Regenfälle Anfang des Jahres Probleme. Von den 53 Zuckermühlen, die für die Ernte vorgesehen waren, konnten aufgrund der Niederschläge lediglich 29 eingesetzt werden. Um den Folgen des Klimawandels besser begegnen zu können, forderte Díaz-Canel die Zuckerindustrie dazu auf, den traditionellen Erntezeitraum, der von November bis April reicht, gegebenenfalls anzupassen und nach hinten zu verlängern.

Von Marcel Kunzmann / Amerika21

Holguín und Guantánamo wieder verbunden

In wenigen Wochen soll die neue Brücke über den Río Toa eröffnet werden. Die Vorgängerkonstruktion wurde im Oktober 2016 zerstört. (Quelle: ACN/Youtube)

Nachdem Hurrikan „Irma“ letzten September eine Schneise der Verwüstung in Kubas Osten hinterlassen hat, beginnt sich die Infrastruktur der Region spürbar von den Folgen zu erholen. Ein starkes Signal dafür ist die bevorstehende Fertigstellung der neuen Brücke über den „Río Toa“, welche die beiden Provinzen Holguín und Guantánamo inzwischen wieder miteinander verbindet. Auch Touristen können bald wieder einfacher in der Region verreisen.

Derzeit wird die Brücke noch asphaltiert (Quelle: Cubadebate)

Von den 42.338 Gebäuden, welche die beiden Stürme Matthew (2016) und Irma (2017) in der Provinz beschädigt oder zerstört haben, sind laut aktuellen Angaben 35.513 wiederhergestellt, was 84 Prozent entspricht. Von den 8.413 Totalverlusten an Gebäuden konnten bis heute immerhin fast 2.000 wieder errichtet werden.

Durch Matthew wurde im Herbst 2016 auch die alte Brücke über den Fluss Toa zerstört, die in den 1980er Jahren errichtet wurde und zu den „sieben Wundern der kubanischen Ingenieurskunst“ zählte. Die alte Brücke war einer der zentralen Verkehrsknotenpunkte, welcher die Stadt Baracoa mit der Gegend um Moa in der Nachbarprovinz Holguín verbunden hat. Vorher – und in der Zeit nach der Zerstörung – konnte der Fluss nur mit Hilfe von Booten gequert werden.

Die neue Brücke indes wiegt 533 Tonnen und wurde mit Hilfe Venezuelas errichtet. Sie ist mit 11,8 Metern etwas höher als ihre Vorgängerin und soll zudem durch eine bessere Spreizung der Trägersäulen – die 50 Meter voneinander entfernt stehen – deutlich stabiler bei Sturm und Hochwasser sein. Der aktuelle Baufortschritt beträgt 95 Prozent, die beiden Enden der Brücke sind bereits miteinander verbunden. Offizielle Einweihung soll im Juli sein.