21. Juli 2024

Schwere Unwetter hinterlassen Schäden in Westkuba

Ein Tiefdruckgebiet mit schweren Regenfällen und Hagel hat am Wochenende zu Überflutungen, eingestürzten Häusern und Schäden an landwirtschaftlichen Flächen im Westen von Kuba geführt. Wie der meterologische Dienst Kubas berichtet, betrugen die Niederschläge während der Hochphase am Freitag bis zu 300 Millimeter innerhalb von 24 Stunden bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 Stundenkilometern.

Hagel in Havannas Stadtteil Arroyo Naranjo (Quelle: Cubadebate)

In allen fünf westlichen Provinzen, Havanna, Pinar del Río, Artemisa Mayabeque und Matanzas, kam es zu Stromausfällen, von denen bis zu 270.000 Menschen betroffen waren. Auch die Wasserversorgung wurde durch den Energiemangel unterbrochen. Wie die Behörden am Samstag mitgeteilt haben, sind 26 Gebäude vollständig und 122 teilweise eingestürzt. 148 Personen wurden in staatliche Gebäude evakuiert, 762 sind bei Freunden oder Verwandten untergekommen. Menschliche Schäden gab es nicht. Am Sonntag ereignete sich im Viertel San Isidro (Habana Vieja) ein weiterer Einsturz, bei dem ebenfalls niemand zu Schaden gekommen ist. Starkregen und Stürme stellen insbesondere in der Altstadt von Havanna die vielerorts schlechte Bausubstanz regelmäßig auf die Probe.

In der Hauptstadt standen in Folge des mehrtägigen Starkregens zahlreiche Straßenzüge unter Wasser. Der Verkehr kam zum Erliegen und öffentliche Veranstaltungen wurden abgesagt. Am stärksten von den Niederschlägen betroffen waren Havannas Gemeinden Boyeros, Diez de Octubre, Cotorro, San Miguel del Padrón, Arroyo Naranjo, Cerro und La Lisa. In der Provinz Pinar del Río waren insbesondere die Regionen an der Nordküste betroffen. In mehreren Gegenden gingen große Hagelkörner nieder, die teilweise Fensterscheiben durchschlugen und für kurze Zeit ganze Straßenzüge weiß färbten. Aus der Tabakregion Los Palacios in Pinar del Río wurden Schäden an Tabakplantagen und umgestürzte Bäume in Folge von Hagel und Winden berichtet.

Wie der staatliche Stromversorger UNE erklärte, wurden Elektrikermannschaften aus den zentralkubanischen Provinzen Ciego de Avila und Villa Clara mobilisiert, um die Reparaturen im Westen zu unterstützen. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte am Sonntag, dass sich die unmittelbaren Wiederaufbaumaßnahmen auf das Beseitigen von Trümmern, die Wiederherstellung der Wasser- und Stromversorgung sowie die Bereitstellung von Lebensmittelpaketen für Gebiete konzentrieren wird, die weiterhin ohne Strom sind.

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