Kuba eröffnet Hafen von Mariel

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Die ersten 700 Meter des neuen Containerterminals in Mariel (Quelle: Cubadebate).

Havanna. Der kubanische Präsident Raúl Castro hat am Montag in einer feierlichen Zeremonie den Hafen von Mariel und die gleichnamige Sonderwirtschaftszone eingeweiht.

Gemeinsam mit der brasilianischen Präsidentin Rousseff nahm Castro den 700 Meter langen Steg in Augenschein, an dem bereits am Sonntag das erste reguläre Schiff andockte. Brasilien ist wesentlich an der Finanzierung des Hafens und der Errichtung der Sonderwirtschaftszone beteiligt.

Die ersten Bauarbeiten des Projekts, das als größtes Bauvorhaben seit Beginn der Revolution gilt, begannen im Jahr 2010. Ziel war die Errichtung eines modernen Hafens, der auch Frachter der neuesten Generation mit bis zu 50 Metern Breite und 18 Metern Tiefgang empfangen kann, die ab 2015 den Panamakanal passieren. Der Hafen von Mariel bietet die notwendigen Voraussetzungen, um Schiffe mit über 12.000 Containern (TEU) zu entladen und verfügt bereits über eine Kapazität von 824.000 Container pro Jahr, nach vollständigem Ausbau im kommenden Jahr soll diese auf über eine Million steigen. Damit wird Kuba über einen der leistungsfähigsten Häfen der Karibik verfügen. Zum Vergleich: Die Kapazitätsgrenze des bisherigen Hafens von Havanna liegt bei etwa 350.000 Containern pro Jahr, der größte Karibikhafen in den Bahamas verfügt über eine Kapazität von 1,2 Millionen Containern.

An den Hafen schließt sich eine 466 Quadratkilometer große Sonderwirtschaftszone an, die mit Vorteilen wie guter Infrastruktur und zehnjähriger Befreiung von der Unternehmenssteuer ausländische Investoren ins Land locken soll. Seit 1. November können sich Unternehmen registrieren lassen, bisherige Investitionen kommen vor allem aus China, Brasilien und Venezuela, wobei noch keine genauen Zahlen bekannt sind. Mariel soll damit als Drehscheibe für Waren und Exportprodukte zur Entwicklung der kubanischen Wirtschaft beitragen. Das gesamte Projekt kostet 957 Millionen US-Dollar, wovon 682 Millionen von der brasilianischen Bank für Entwicklung als Kredit gegeben wurden. Die Ausführung erfolgt durch das brasilianische Unternehmen Odebrecht.

Bei der Zeremonie sagte Rousseff, Mariel sei „ein Symbol der anhaltenden Freundschaft“ zwischen beiden Ländern. Raúl Castro führte in seiner Rede aus: „Dieses Container-Terminal und die dazugehörige mächtige Infrastruktur sind konkreter Ausdruck des Optimismus und der Zuversicht, welche die Kubaner in Hinblick auf die sozialistische und wohlhabende Zukunft des Landes haben.“

Die zweite Bauphase des Projekts umfasst die Verlängerung des Docks auf 2,4 Kilometer Länge, die Anbindung an den Schienenverkehr und die Steigerung der Kapazität des Hafens. Sie wird voraussichtlich 2015 zusammen mit der Erweiterung des Panamakanals abgeschlossen sein.

Quelle: Amerika21 / von Marcel Kunzmann.

Weitere Infos, siehe Cubadebate:

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Der Ausbau des Schienennetzes ist bis 2015 geplant, bereits diesen Sommer wird das direkte Verladen von Containern auf die Schiene ermöglicht.

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Geplanter Ausbau des Terminals bis 2015.

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Bisher konnten in Kubas Häfen nur die obersten beiden Schiffsklassen andocken, Mariel wird auch Schiffen der „Post Panamax“ und „New Panamax“-Generation den Zugang ermöglichen.

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2 Gedanken zu „Kuba eröffnet Hafen von Mariel

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