ETECSA führt weitere Testläufe für mobiles Internet durch

Kuba verfügt heute über mehr als fünf Millionen Handynutzer, welche bald auch das mobile Internet nutzen können (Quelle: Cubadebate)

Mehr als 800.000 Kubaner nahmen am letzten Dienstag am landesweiten Test des mobilen Internets teil, wie der Telefonversorger ETECSA jüngst bekannt gab. Erst am Mittwoch fand wieder eine kostenlose Erprobung statt, bei der jeder Nutzer ein Volumenpaket von 70 Megabyte geschenkt bekam. Derzeit nimmt Kubas Internetversorger auf Basis der ermittelten Nutzerdaten weitere Optimierungen am Netz vor, so dass das kommerzielle Angebot in wenigen Wochen an den Start gehen kann.

Derzeit gibt es auf Kuba mehr als fünf Millionen Handynutzer, nicht alle verfügen jedoch bereits über ein Smartphone. Immerhin fast jeder fünfte von ihnen ist bereits beim eMail-Dienst „Nauta“ registriert und konnte so am 14. August an der landesweiten Erprobung des mobilen Internets teilnehmen. Beim zweiten Testlauf am 22. August nahmen bis 13:30 nach ersten Angaben 257.000 Nutzer teil. Gegen 14 Uhr musste der Test jedoch aufgrund technischer Schwierigkeiten für rund eine halbe Stunde unterbrochen werden. Kuba verfügt heute in vielen Teilen des Landes über 3G-Abdeckung, die Qualität und Ausbaustufe des Netzes schwankt jedoch teilweise stark. Die Erprobungsphase will ETECSA nutzen, um die bestehenden Probleme im Netz zu beseitigen und den Bedarf der Kunden besser einschätzen zu können. Vor dem Start des kommerziellen Angebots solle der Dienst optimiert werden, berichtete das Nachrichtenportal „Cubadebate.“

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Kuba startet kostenlose Testphase des mobilen Internets

Am heutigen 14. August begann der landesweite Testbetrieb des mobilen Internets auf Kuba (Quelle: Tour Republic)

Am heutigen Dienstagmorgen ereignete sich um genau 11 Uhr Ortszeit auf Kuba die Überraschung des Jahres: der Beginn der landesweiten Testphase des mobilen Internets – gratis! Wie mehrere Medien berichten, ist die Erprobungsphase vollumfänglich gebührenfrei und kann von jedem „Nauta„-Kunden des staatlichen Telefonanbieters in Anspruch genommen werden. Derzeit hat Kuba etwa fünf Millionen Handynutzer, von denen viele die lang angekündigte Inbetriebnahme des Datennetzes bereits sehnlichst erwartet haben. Für viele weitere dürfte heute erstmals die Ära des Internets richtig anbrechen.

Um die Mobildaten nutzen zu können, müssen ETECSA-Kunden zunächst ihr „Nauta„-Konto richtig konfiguriert haben. Dieses Angebot ermöglicht ihnen bereits seit einigen Jahren eMails von unterwegs aus zu versenden und zu empfangen. Zur Nutzung des mobilen Internets ist nun die Wahl des Codes „*133#“ und die anschließende Auswahl der Optionen „Mobildaten [Datos]“ und „Verbrauchstarif [Tarifa por consumo]“ notwendig. Daraufhin wird die kostenlose Testphase aktiviert, welche dazu dienen soll „den späteren Dienst vor seinem kommerziellen Start besser kennen zu lernen“, wie eine ETECSA-Mitarbeiterin erklärte. Nutzer könnten so die in ihrem Gebiet vorhandenen Geschwindigkeiten testen, während der Anbieter Daten über Nachfrage und Verbrauch erhält um den Netzausbau zu planen.

Erste Rückmeldungen zeigten, dass nicht nur soziale Medien wie Facebook und Twitter funktionieren, sondern auch das Hochladen von Videos vielerorts möglich ist. Die Angaben über die verfügbare Bandbreite schwanken jedoch stark.  Während Kuba inzwischen größtenteils mit 3G-Empfang abgedeckt ist, sind moderne LTE-Netze noch auf wenige Ballungszentren beschränkt. Wann die kostenlose Testphase durch das kommerzielle Angebot ersetzt wird, ist indes noch nicht bekannt. Ersten Informationen zu Folge soll es verschiedene Tarifmodelle geben, die sich flexibel wechseln und den eigenen Nutzungsgewohnheiten anpassen lassen sollen.

ETECSA stellt Telefon- und Internetdienste nach Zwischenfall wieder her

Kuba will dieses Jahr das mobile Internet für die rund fünf Millionen Handynutzer verfügbar machen (Quelle: Cubadebate)

Nach einem schweren Brand in Zentralkuba waren vergangene Woche fast 2 Millionen Handynutzer auf Kuba ohne Empfang. Inzwischen sollten die Dienste „für 80 Prozent der Nutzer“ wieder funktionieren, wie der Telefonversorger ETECSA bekannt gab. Eine weitere Panne legte am Dienstag den eMail-Dienst Nauta sowie einige staatliche Server lahm, der Schaden konnte jedoch bis zum Mittwoch behoben werden.

Offenbar war ein elektrischer Funke in der Bedienkonsole einer Klimaanlage die Ursache für den Brand, der vergangene Woche ein Rechenzentrum in in der zentralkubanischen Stadt Santa Clara verwüstete. Dies gab das kubanische Innenministerium am Dienstag in einem Bericht bekannt, den das Nachrichtenportal „Cubadebate“ veröffentlichte. Nach dem Brand waren in vier Provinzen des Landes mehr als 200 Handymasten nicht mehr ansteuerbar und mussten repariert, teilweise ausgetauscht werden.

Nachdem der Empfang wenige Tage später in Pinar del Río wiederhergestellt werden konnte, haben inzwischen auch Cienfuegos und Villa Clara wieder Netz. In der ebenfalls betroffenen Provinz Sancti Spíritus warten jedoch noch über 30 Prozent der Nutzer auf die Wiederherstellung des Mobilfunks. Fast die Hälfte aller Sendemasten musste dort ausgetauscht werden. „Rund 80 Prozent“ der Kunden sollen laut ETECSA-Bericht vom Sonntag das Mobilnetz inzwischen wieder nutzen können. Derzeit arbeite man bereits an der Rückvergütung und Wiederherstellung der von den Nutzern gebuchten Diensten und Angeboten, die für den Zeitraum der Panne nicht erreichbar waren. Laut Kommentaren auf „Cubadebate“ ist das Netz jedoch in allen betroffenen Gebieten zeitweise weiterhin instabil.

Ein weiterer Zwischenfall sorgte am diesen Dienstag für einen offenbar landesweiten Ausfall des eMail-Dienstes „Correo Nauta“. Auch weitere staatliche Server waren betroffen, weshalb das Internetangebot der drei überregionalen Zeitungen „Granma“, „Juventud Rebelde“, und „Trabajadores“ nicht erreichbar war. Der entsprechende Fehler konnte jedoch bis Mittwoch wieder behoben werden, die Ursache ist noch unklar. Die Pannen bei ETECSA kommen kurz vor geplanten Inbetriebnahme des mobilen Internets, welche den Datendurchsatz im Mobilnetz signifikant erhöhen dürfte.

Pinar del Río hat wieder Netz

Vier Einsatzwagen waren an den Löschungsarbeiten im Zentrum von Santa Clara beteiligt (Quelle: Cubadebate)

Nachdem am Montag ein verheerender Brand in einem Rechenzentrum in Santa Clara zu großflächigen Störungen im kubanischen Handynetz geführt hat, konnte inzwischen der Empfang in der Provinz Pinar del Río wiederhergestellt werden. Mehr als 1,3 Millionen Handynutzer sind derzeit noch immer von der Havarie betroffen, an deren Beseitigung mit Hochdruck gearbeitet wird.

Es hätte kaum ungünstiger laufen können: wenige Wochen vor der geplanten Inbetriebnahme des mobilen Internets auf Kuba führte ein Brand in einem zentralen Knotenpunkt des Mobilnetzes zu einem umfassenden Ausfall. Mehr als 723.000 Handynutzer in Santa Clara sind derzeit ohne Netz. Die Nachbarprovinzen Cienfuegos und Sancti Spíritus verzeichnen jeweils 278.000 und 300.000 Ausfälle. 217 der über 600 Handymasten des Landes waren nach dem Brand funktionsuntauglich. Insgesamt sind 1,3 Millionen Personen betroffen, was etwa jedem vierten Handynutzer auf Kuba entspricht.

Die Schäden betreffen sowohl das 2G als auch das bereits ausgebaute 3G-Netz. WiFi-Hotspots sowie das Festnetz sind hingegen nicht betroffen. Bei dem Brand in Santa Clara wurde offenbar ein wichtiges Rechenzentrum des Telefonanbieters ETECSA schwer beschädigt, das genaue Ausmaß der Schäden sowie die Brandursache werden zur Stunde ermittelt. 381.000 Nutzer in Pinar del Río haben seit Mittwoch wieder Netz. Um die Bevölkerung in den noch betroffenen Provinzen zu entlasten, ermöglicht ETECSA Gratistelefonate in „neuralgischen Punkten“ wie Krankenhäusern, Busbahnhöfen und anderen Einrichtungen.

Kuba bereit für „Internetwelle“

In wenigen Wochen soll das mobile Internet auf Kuba starten (Quelle: Laredcubana)

Das sozialistische Kuba ist bereit für eine „Welle des Internets“, die in Kürze über die Insel hereinbrechen wird. Dies versicherten gestern Vertreter des Kommunikationsministeriums im Rahmen des lateinamerikanischen Informatikkongresses, welcher dieses Jahr in der kubanischen Küstenstadt Varadero stattfindet. Mit der Inbetriebnahme des mobilen Internets würden die Kubaner bald über „universellen Internetzugang“ verfügen. Inzwischen sind auch neue Details zu den geplanten Tarifmodellen bekannt.

Nach der Installation von inzwischen über 700 WiFi-Hotspots und mehrmaligen Preissenkungen will Kubas staatliche Telekom ETECSA die über 5,1 Millionen Handynutzer des Landes mit 3G-Netz versorgen. Der bereits letztes Jahr angekündigte Plan befindet sich in den ersten Zügen der Umsetzung. Derzeit läuft die Erprobung der Infrastruktur, welche bereits über drei Viertel der Landesfläche mit mobilem Internet zu versorgen imstande ist.

Auch wenn sich ETECSA über die genauen Preise noch in Schweigen hüllt, soviel steht fest: die Internetnutzung soll über zwei verschiedene Tarifmodelle möglich sein. Neben dem klassischen Volumentarif (z.B. in Paketen á 1 Gigabyte Internet plus 500 Megabyte lokales Intranet) soll es auch die Möglichkeit geben, nur die Nutzung bestimmter Apps (z.B. Facebook, WhatsApp oder Spotify) mit unbegrenztem Datenvolumen zu buchen. Beide Tarifmodelle werden sich vom Kunden überall auf der Insel über das kostenlose Nutzerportal hinzubuchen bzw. wechseln lassen. Die Abrechnung erfolgt bequem über das normale Handyguthaben.

Seit Inbetriebnahme des Unterseekabels Alba-1 aus Venezuela im Jahr 2014 hat sich der Internetzugang auf Kuba massiv verbessert. Neben dem Ausbau von öffentlichen WiFi-Hotspots begann ETECSA letzten Herbst mit der Installation der ersten DSL-Hausanschlüsse. Bis zum Ende des Jahres sollen so über 50.000 Haushalte mit Internet versorgt werden. Die breite Nutzung wird jedoch mittels des mobilen Datennetzes erfolgen, welches für das erste Halbjahr 2018 angekündigt wurde und nun kurz vor der Freigabe steht.

„Wo gibt’s …?“ – neue App soll Einkäufe auf Kuba erleichtern

Der Dienst ist auch über die Website erreichbar (Quelle: Dondehay/CIMEX)

Mit einer neuen App will Kubas Handelskette CIMEX ihren Kunden den Einkauf erleichtern. „Donde hay …?“ – „Wo gibt’s …?“ heißt der Titel der neuen Software. Sie soll die Suche nach Produkten in den staatlichen Geschäften erleichtern, indem deren Verfügbarkeit samt Preisen, Ort und Vorratsbestand in Echtzeit abgebildet wird.

Die App, welche mehr Transparenz und schnellere Besorgungen verspricht, ist am Freitag erschienen. Kunden können darin mittels Textsuche gezielt nach bestimmten Produkten suchen und erhalten genaue Angaben über die Vorratsbestände der einzelnen Läden sowie eventuelle Rabatte. Die Resultate lassen sich nach Ort und Ortsteilen filtern und werden in einer übersichtlichen Ansicht mit Karte und weiteren Informationen wie Öffnungszeiten und Kontaktdaten der Filiale aufgelistet. Für Cubacel-Kunden ist der benötigte Internetzugang der App mittels aktiver Mobildaten kostenlos.

Unter der Webseite dondehay.cimex.com.cu lässt sich der Dienst auch ohne Smartphone-App über den normalen Browser erreichen. Wie CIMEX bekannt gab, „beginnt der Dienst mit einer Testphase und wird konstante Weiterentwicklungen und Verbesserungen erfahren, so dass neue Funktionen hinzukommen werden.“ Die Handyapp befindet sich aktuell in der Version 1.1 und ist für Android-Betriebssysteme ab Version 4.0 geeignet. Sie lässt sich direkt von der Webseite des Herstellers „Datacimex“ herunterladen. Probleme und Vorschläge können an die Entwickler unter atencionalcliente@cimex.com.cu gemeldet werden.

Digital in der Sierra

Campesino mit Empfang: beim Internetausbau versucht Kubas Regierung besonders ländliche Gebiete nicht zu vernachlässigen (Quelle: Cubadebate)

Tief in den Bergen der südöstlichen kubanischen Provinz Granma, zwischen dichtem Regenwald und unberührter Natur mit kristallklaren Flüssen, liegt der kleine Ort Santo Domingo. Wenige Kilometer von hier errichteten 1958 die Revolutionäre um Fidel Castro mit der »Comandancia General de La Plata« die Kommandozentrale der Rebellenarmee, versteckt im dichten Dschungel. Nur wenige Touristen verirren sich in jene Provinz, meist auf den historischen Spuren der Anfangsstunden der kubanischen Revolution in den grünen Gebirgszügen der Sierra Maestra. Die Region, die auch als eine Wiege der Revolution gilt, wo befestigte Straßen auch heute eher die Ausnahme sind, ist jetzt per Internet erreichbar. […]

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