Kuba erneuert Wassernetze

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Kubas ineffiziente Wasserversorgung soll in den nächsten Jahren erneuert werden (Quelle: Radio Rebelde)

Über die Hälfte des kubanischen Trinkwassers geht auf dem Weg zum Konsumenten verloren. Aus diesem Grund will das Land seine Trinkwasserversorgung in den nächsten Jahren verbessern, vor allem die Infrastruktur der großen Städte soll einer Generalüberholung unterzogen werden. Dies kündigte das nationale Institut für Wasserwirtschaft (INRH) vergangene Woche in der Parteizeitung „Granma“ an.

Bereits auf vergangenen Parlamentssitzungen wurde das Problem der veralteten Leitungsnetze und der geringen Anreize zum Wassersparen besprochen. Zwar haben über 97 Prozent der Kubaner Zugang zu sauberem Trinkwasser, allerdings werden 26 Prozent von ihnen mangels adäquater Wasserrohre durch LKWs mit Frischwasser versorgt. Durch steigende Verluste musste in der Vergangenheit immer mehr Geld für die Wasserwirtschaft aufgewendet werden.

Hinzu kommen Trockenperioden, die für einige Provinzen in diesem Jahr zusätzliche Anstrengungen bedeutet haben. Gerade im Ostteil und den großen Städten des Landes stellt die Versorgung per LKW die einzige Möglichkeit dar, um entlegene Dörfer zu erreichen oder kaputte Rohrsysteme aus der Kolonialzeit zu umgehen. Um diese im Laufe der Sonderperiode angesammelten Probleme nicht zum Dauerzustand werden zu lassen, hat das Institut für Wasserwirtschaft einen langfristigen Plan entwickelt.

Im ersten Teil, der von 2013 bis 2016 umgesetzt werden soll, geht es vor allem um die Sanierung der bestehenden Aufbereitungs- und Kläranlagen sowie der Wasserreservoirs. Bisher wurden 125 von 242 dieser Anlagen wieder Instand gesetzt, etwas mehr als die Hälfte. In den kommenden fünf Jahren soll zudem die Produktion von Rohrleitungen hochgefahren werden, um die bestehenden Systeme in zwölf Städten zu erneuern: Havanna, Camagüey, Las Tunas, Holguín, Santiago de Cuba, Trinidad, Manzanillo, Bayamo, Baracoa, Nueva Gerona, Guantánamo y und die Siedlung San Pedrito bei Santiago de Cuba.

In diesen Städten steht es um die Wasserleitungen besonders schlecht, dort sollen insgesamt 13.200 Kilometer neue Leitungen verlegt werden. Ab 2017 werden die Arbeiten schließlich auf Pinar del Río und Villa Clara ausgedehnt. Bis Ende Oktober dieses Jahres gingen über 53.000 Eingaben beim Wasserinstitut ein, wobei für über 74 Prozent eine Lösung gefunden werden konnte.

Dennoch könnten die angestauten Probleme nicht alle über Nacht gelöst werden, betonte die Vorsitzende des INRH, Inés Maria Chapman. Hierzu müsse eine Kultur des Wassersparens entwickelt und die notwendigen Investitionen getätigt werden. Dieser Prozess wird in Kuba noch viele Jahre in Anspruch nehmen, wobei die ersten Ergebnisse schon in den kommenden Jahren zu spürbaren Verbesserungen führen sollen.

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