Einkaufen auf Kuba wird billiger – mit Kartenzahlungen

Mehr als 4,1 Millionen Kubaner nutzen eine Girokarte bei einer der staatlichen Banken (Quelle: Cubadebate)

Für viele Kubaner wird der Einkauf im staatlichen Handelsnetz demnächst etwas billiger. Die rund 4,1 Millionen Girokartennutzer der Insel können mit einem Rabatt zwischen zwei und fünf Prozent beim bargeldlosen bezahlen rechnen. Dies gab Kubas Zentralbank heute in einer Pressekonferenz bekannt. Neben den Kunden von Supermärkten und Kiosken sollen auch die Käufer von Baumaterialen und anderen Produkten von der Vergünstigung profitieren.

Alle Kunden, die eine Girokarte bei einer der großen Bankinstitute haben, werden die Rabatte erhalten. Neben den Kunden der Banco de Crédito y Comercio (BANDEC) zählen hierzu auch die der Banco Popular de Ahorro (BPA) sowie von Havannas Banco Metropolitano (BANMET). Die Vergünstigung variiert je nach Bank und ist sowohl für Konten in konvertiblen (CUC) als auch nationalen Pesos (CUP) gültig. Neben dem besseren Service für die Käufer soll die Maßnahme auch der wirtschaftlichen Entwicklung der Insel zu gute kommen.

Bereits Anfang des Jahres gab Kubas Regierung bekannt, die Schaffung eines staatlichen Onlinehandels sowie anderen bargeldlosen Bezahlmöglichkeiten voranzutreiben. Die Maßnahmen sind Teil der Digitalisierungsstrategie der Regierung. Sie sollen helfen, volkswirtschaftliche Kosten einzusparen, die anstehende Währungsreform zu erleichtern und durch digitale Buchhaltung der Korruption im staatlichen Handelsnetz das Wasser abzugraben.

Derzeit spielen Scheine und Münzen noch die vorherrschende Rolle auf Kuba, während bargeldlose Bezahloptionen kaum genutzt werden. 90 Prozent aller Transaktionen mit Girokarten dienen der Auszahlung von Bargeld an einem der 936 Geldautomaten des Landes. Die Bezahlung mit der Karte hat sich hingegen noch kaum durchgesetzt, nicht zuletzt aufgrund der schlecht ausgebauten Infrastruktur und häufigen Verbindungsproblemen. Hier wollen Kubas Banken stärker gegensteuern. Für dieses  Jahr ist deshalb ein Investitionsprogramm geplant, welches unter anderem den Ausbau von Kartenterminals mit mobiler Datenverbindung vorsieht, die unabhängig vom Leitungsnetz funktionieren sollen.

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5 Gedanken zu „Einkaufen auf Kuba wird billiger – mit Kartenzahlungen

  1. Es ist unsozial, die Menschen mit Bankkarte zu begünstigen. Die allerärmsten haben meistens keine solche Karte und sind (wieder einmal) die Verarschten. Das entspricht nicht sozialistischen Grundhaltungen. Das ist nicht gut.
    Und etwas anderes für den Webseiten-Betreiber: Nehmen Sie doch bitte diese blöde Filmchenwerbung weg, sonst schaut hier bald niemand mehr. Mich nervt das total.

    • Danke für den Kommentar. Die Werbung wird leider von WordPress selbst gestaltet, darauf habe ich keinen Einfluss. Andere Frage: wie kommen Sie zu der Annahme, dass die allerärmsten über keine solche Karte verfügen?

      • weil ich die letzten 10 Jahre oft in Kuba war, mit einer Kubanerin verheiratet bin und gesehen habe wer ein Konto hat und wer nicht. Zum Beispiel hat in der ganzen Familie meiner Frau (die nicht einmal zu den allerärmsten gehören) nur 1 einzige Person eine Karte. Wenn wir mit wirklich armen Nachbarn gesprochen haben über Geldsachen, haben wir festgestellt, dass die oft gar nicht wussten, dass es das gibt. Ein Konto hat ja nur einen Sinn wenn man etwas einlegen kann. Das können die Armen halt nicht, ausser sie kriegen Überweisungen aus dem Ausland. Wer niemanden im Ausland hat, und nur einen Lohn von zwischen 15 und 40 CUC hat, wenn er keine schwarzen Zusatzgeschäfte macht, der hat eben nichts zum auf das Konto legen und hat dann auch keine Karte. Es ist übrigens auch hier in Europa so, dass die allerärmsten keine Karte haben, in manchen Ländern haben sie nicht einmal ein Konto. Das führt oft zu grossen Schwierigkeiten, weil z. B. Sozialhilfe nur auf Konten ausbezahlt werden und wenn man dann keines hat …..

      • Sicherlich sind noch nicht alle ausreichend informiert. Allerdings würde ich nicht behaupten, dass man eine größere Menge Geld braucht um ein Konto zu betreiben. Gerade auch unter den Leuten die eine geringe staatliche Rente beziehen gibt es viele EC-Kartennutzer, weil deren Pensionen bevorzugt auf diesem Weg ausbezahlt werden. Die Voraussetzung um ein Girokonto führen zu können sind also nicht höher als das was an CUP über die staatliche Mindestsicherung kommt. Mit dem Gesetz sollen ja gerade Anreize geschaffen werden, dass sich mehr Leute eine EC-Karte holen. So weit ich weiß gibt es keine Kontoführungsgebühren und die Beantragung der Karte ist gratis.

      • Danke für deine Antwort. Ich werde mal bei den Verwandten nachfragen, ob es an der fehlenden Information liegt und wie z. B. die Rentner ihr Geld bekommen. Oder ob es Kontogebühren gibt. Vielleicht muss ich meine Einschätzung überdenken.

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