Regierung zieht Bilanz und kündigt Zollerleichterungen an

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel richtete sich am Mittwochabend in seiner Sondersendung an die Bevölkerung, in er Bilanz über die vergangenen Tage zog (Quelle: Granma)

Nach den landesweiten Protesten vom Sonntag hat sich die Lage auf Kuba beruhigt. Wie Beobachter vor Ort bestätigten, ist die Insel inzwischen wieder online und auf den Straßen der Alltag zurückgekehrt. Präsident Miguel Díaz-Canel kündigte am Mittwochabend zusammen mit anderen Kabinettsmitgliedern eine kritische Aufarbeitung der Ereignisse sowie mehrere Sofortmaßnahmen an, darunter Erleichterungen bei der Einfuhr von Lebensmitteln und Medikamenten. Weiterlesen

Ministerrat erörtert Lage der Nation

Kubas Ministerrat hat am Wochenende unter anderem der Wirtschaft auf den Puls gefühlt (Quelle: Cubadebate)

Wenige Tage vor der regulären Sommersitzung der Nationalversammlung hat Kubas Ministerrat am Samstag wichtige Themen zur Umsetzung der laufenden Reformen und der Lage des Landes diskutiert. Wirtschaftsminister Alejandro Gil gab neue Daten zum Bruttoinlandsprodukt bekannt. „Wir haben die schwierigen ersten Jahre der Revolution und die Sonderperiode überwunden, wir werden auch diesen Moment meistern“, erklärte Präsident Miguel Díaz-Canel und rief seine Regierung dazu auf, „Bürokratie, Mittelmäßigkeit und Anpassung zu bekämpfen; alles zu abzuwerfen was ineffizient ist und bremst.Weiterlesen

Kubas Banken stoppen die Annahme von US-Dollar

Noch bis zum 21. Juni akzeptieren Kubas Banken Einzahlungen mit Dollarscheinen (Quelle: Pixabay)

Wie Vertreter der kubanischen Zentralbank gestern in einer Sondersendung angekündigt haben, werden auf der Insel ab dem 21. Juni keine US-Dollar als Bargeld zur Einzahlung auf Konten mehr entgegengenommen. Der Bevölkerung bleiben noch 10 Tage, vorhandene Ersparnisse zur Bank zu bringen um diese für Einkäufe in Devisengeschäften nutzen zu können. Die Regierung begründete die Maßnahme mit den Auswirkungen der US-Finanzsanktionen, welche die Nutzung des Dollars immer schwieriger mache. Weiterlesen

Kuba stellt Devisenumtausch an Flughäfen ein

Kubas staatliche Wechselstuben können derzeit keine Devisen mehr ausgaben (Quelle: Cadeca)

Ab dem heutigen 20. Mai werden die staatlichen Wechselstuben den Umtausch von Pesos in Dollar und andere Devisenwährungen auch an den Flughäfen des Landes einstellen. Das Nachrichtenportal „Cubadebate“ begründete den Schritt mit dem „beträchtlichen Rückgang des internationalen Tourismus und dem daraus resultierenden Defizit an frei konvertierbarer Währung“. Weiterlesen

Fünf Monate Währungsreform: Der CUC geht, die Probleme bleiben

Anstehen in Zeiten der Pandemie: Kubas ökonomische Lage ist weiter kritisch (Quelle: Granma)

Fünf Monate nach Beginn der Währungsreform auf Kuba ist der konvertible Peso (CUC) inzwischen weitgehend außer Zirkulation. Wie der Leiter der Reformkommission, Marino Murillo, bekannt gab, seien bereits 80 Prozent der Geldmenge umgetauscht oder über Verkäufe abgeschöpft worden. Der Bevölkerung bleibt noch bis zum 1. Juli für den Wechsel der ehemaligen Zweitwährung, die wirtschaftlichen Probleme der Insel werden den CUC allerdings noch lange Zeit überleben. Weiterlesen

Der VIII. Parteitag hat begonnen (+ Rede von Raúl)

Raúl Castro bei seiner voraussichtlich letzten Rede als Generalsekretär am Freitag (Quelle: Vanguardia)

Auf Kuba hat der VIII. Parteitag der Kommunistischen Partei (PCC) begonnen. Der alle fünf Jahre tagende Kongress findet diesmal in reduzierter Besetzung mit nur 300 Delegierten in Havanna statt. Trotz der Pandemie sei es „nicht nur möglich, sondern sogar notwendig“ den Parteitag abzuhalten, betonte der scheidende Generalsekretär Raúl Castro. Derzeit diskutieren die Delegierten in drei Arbeitsgruppen über die Beschlussvorlagen für Wirtschaft und Politik. Die Wahl des Politbüros ist für Montag angesetzt. Weiterlesen

Ministerrat diskutiert Wirtschaftsthemen

Logo des VIII. Parteitags der PCC (Quelle: Cubadebate)

Wenige Wochen vor dem nächsten Parteitag der regierenden Kommunistischen Partei (PCC) blickt Kubas Regierung erneut auf die Lage von Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Mehr als 127.000 Personen haben sich inzwischen auf die Suche nach einer Beschäftigung begeben, 60 Prozent konnten vermittelt werden. „Wir stehen vor der großen Herausforderung, in allen Sektoren der Wirtschaft neue und qualitative Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Wirtschaftsminister Alejandro Gil auf der Tagung des Ministerrats. Weiterlesen

Erste Zwischenbilanz zur Währungsreform

Eine der ersten messbaren Folgen der Währungsreform: Der Stromverbrauch in Havanna ist deutlich gesunken (Quelle: Escambray)

Mehr als einen Monat nach Beginn der Währungsreform haben Regierungsvertreter auf der sozialistischen Insel eine vorsichtig positive Zwischenbilanz des Prozesses gezogen. Mit der Abschaffung des konvertiblen Peso (CUC) kehrte Kuba am 1. Januar nach einem Vierteljahrhundert wieder zu einer einzigen Landeswährung zurück. Inzwischen seien bereits die Hälfte der 700 Millionen CUC aus der Zirkulation gezogen worden. Der Bevölkerung bleibt noch bis zum 1. Juli für den Umtausch. Weiterlesen

Zeitenwende für den Privatsektor? (+Negativliste als PDF)

Kuba will weite Teile der Wirtschaft für den Privatsektor öffnen (Quelle: Clandestina)

Gut einen Monat nach Beginn der Währungsreform werden die Schlangen (nicht nur) vor den Arbeitsämtern auf Kuba immer länger. Inzwischen sind so gut wie alle Stellen, die der Staat Anfang des Jahres ausgeschrieben hatte, bereits vergeben. Angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten hat sich der Druck zur Aufnahme einer Beschäftigung auf der Insel erhöht. Mit der bisher umfangreichsten Öffnung der „Arbeit auf eigene Rechnung“ (span.: Cuentapropismo) will Kubas Regierung neue Stellen im Privatsektor schaffen und kann damit zugleich einen wichtigen Meilenstein ihrer Reformagenda abhaken. Weiterlesen

Zwei Wochen Währungsreform: Wie läuft die „Neuordnung“ in Kuba an?

Januar 2021: Das Angebot auf Havannas Märkten ist dünn, aber anders als von manchen befürchtet sind die Preise bisher nicht explodiert (Quelle: eigene Aufnahme)

Gut zwei Wochen sind seit dem „Tag Null“ auf Kuba vergangenen, der den Beginn der umfangreichsten Wirtschaftsreform der Insel seit 1959 markierte. Lange Schlangen vor den Banken und Geschäften prägen vielerorts das Straßenbild, wozu auch die aktuell verschärfte Pandemielage beiträgt. Dabei hat sich in dieser kurzen Zeit schon viel getan. „Cuba heute“ versucht die ersten Signale auszuwerten, von denen einige zunächst auf einen verhältnismäßig guten Start der „Aufgabe Neuordnung“ hindeuten.

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