Elektrifizierung erfolgreich abgeschlossen

2019 will Kuba 43 neue Solarparks mit einer installierten Leistung von 179 Megawatt errichten (Quelle: Cubadebate)

Seit April dieses Jahres ist der Prozess der Elektrifizierung auf Kuba abgeschlossen, wie das staatliche Fernsehen in einem Bericht jüngst bekannt gab. Alle 17.614 Haushalte, die bis dahin noch ohne Strom waren, werden inzwischen mit Elektrizität versorgt. Doch die Investitionen in die Stromerzeugung gehen weiter. Im kommenden Jahr will der Energieversorger UNE über 900 Millionen Pesos für die Erneuerung mehrerer Blockkraftwerke aufwenden.

Mit dem Sieg der kubanischen Revolution 1959 wurde die Elektrisierung des ganzen Landes als eine der prioritären sozialen Aufgaben des neuen Staates begriffen. Damals lag die Elektrifizierungsrate bei rund 56 Prozent. Obwohl schon seit den späten 1980er Jahren über 90 Prozent der Haushalte ans Stromnetz angeschlossen waren, stellte sich gerade das letzte Zehntel als schwierige Herausforderung dar: die meisten der letzten stromlosen Haushalte waren in den Bergen, im Dschungel und anderen abgelegenen Gebieten mit schlechter Infrastruktur.

Die Fertigung von Solarpanelen hatte sich in den letzten Jahren als gute Lösung herausgestellt, um auch diese Haushalte dezentral mit Strom versorgen zu können. Damit konnte der kubanische Elektrifizierungsgrad in den letzten Jahren auf über 99 Prozent gesteigert werden. Seit April hat auch der letzte Haushalt Strom, entweder übers reguläre Netz, zumindest aber über ein Solarpanel. Dieses kommt zusammen mit einem Akku, dessen Leistung für einen Fernseher sowie mehrere Lampen und Handyladegeräte ausreichend ist.

Doch mit der Elektrifizierung ist der Ausbau der kubanischen Energieversorgung keineswegs abgeschlossen. Das Land hat ambitionierte Pläne und will bis 2030 rund ein Viertel des Stroms aus erneuerbaren Quellen erzeugen. Dennoch müssen in den nächsten Jahren auch die bestehenden Schwerölkraftwerke, welche überwiegend aus den 1970er Jahren stammen, grunderneuert werden. 2019 sollen zunächst drei Kraftwerksblöcke in Mariel und Holguín mit einer Gesamtleistung von 700 Megawatt überholt werden. Parallel dazu wird es im kommenden Jahr auch bei den erneuerbaren Energien vorangehen: 43 neue Solarparks mit einer Leistung von 179 MW und zwei Windparks mit je 50 MW sollen bis Ende 2019 ans Netz gehen.