Neuer Hitzerekord auf Kuba: 39,1 Grad – niedriger als bei uns?

Am 30. Juni wurde auf Kuba ein neuer Temperaturrekord gemessen (Quelle: Cubadebate)

Wie das kubanische meteorologische Institut (INSMET) bekannt gab, wurde am vergangenen 30. Juni ein neuer Hitzerekord auf der Insel aufgestellt: Um 15:30 Uhr wurden an der Station Veguitas (Provinz Granma) erstmals 39,1 Grad Celsius gemessen – damit liegt Kubas Allzeithoch jedoch unter dem höchsten jemals gemessenen Wert in Deutschland. Wie kann das sein? „Cubaheute“ hat bei ARD-Meteorologe Sven Plöger nachgefragt, was es damit auf sich hat.

Kuba wird nicht umsonst als „Insel des ewigen Sommers“ bezeichnet. Klar definierte Jahreszeiten wie bei uns gibt in der subtropischen Karibik nicht, dafür sind die Temperaturen das ganze Jahr über meist im zweistelligen Bereich. Gerade deshalb scheint es auf den ersten Blick verwunderlich, dass das kubanische Temperaturmaximum unter dem deutschen Rekord von 40,2 Grad Celsius liegt, der im Jahr 2015 in Kitzingen gemessen wurde.

Doch warum ist dem so? ARD-Meteorologe Sven Plöger sieht einen der Hauptgründe dafür im maritimen Klima der Insel, welches für kühlende und feuchte Luft aus dem Ozean sorgt. Dies führe bei intensiver Sonneneinstrahlung fast immer zur Bildung von Quellwolken. „Deutschland ist da kontinentaler, weil die Wasserflächen weiter weg sind. Wenn mal trockene Heißluft ohne Wolken- oder gar Gewitterbildung aus dem Südwesten oder dem Südosten zu uns kommt, sind rund 40 Grad drin“, erklärte Plöger gegenüber „Cubaheute“.

Ein weiterer Grund für das niedrigere Maximum ist die kürzere Tageslänge zur Mitte des Jahres hin. „Wir bekommen im Sommer rund 16 Stunden Sonne und Kuba ’nur‘ etwa 13“, so Plöger. In Bezug auf den deutschen Rekord von Kitzingen gibt er zu bedenken: „Hier habe ich persönlich Zweifel, weil diese Station bei starker Sonneneinstrahlung immer dazu neigt, deutlich höhere Werte als das Umfeld zu liefern. Insofern liegen die Höchstwerte von Deutschland und Kuba nur wenig auseinander.“ Und ob der Unterschied am Ende eine große Rolle spielt? Durch die hohe Luftfeuchte fühlen sich die Temperaturen an schwülheißen Sommertagen auf Kuba subjektiv immer heißer an als bei uns.

Sven Plöger studierte Meterologie an der Universität Köln und arbeitete dort zwischen 1991 und 1996 an der Forschungsgruppe Tropenmeteorologie. Heute kennt man ihn als Wettermoderator der öffentlich-rechtlichen, wo er regelmäßig für „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ die Wettervorhersage moderiert.

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