Kuba überlegt Kryptowährung einzuführen

Kubanische konvertible Pesos (Quelle: Public Domain)

Durch die Krise in Venezuela sowie die aktuelle US-Außenpolitik steht Kubas Wirtschaft unter Feuer. Um Lösungen für diese Problematik zu finden, hat der kubanische Präsident Miguel Diaz-Canel nun Pläne für eine oder mehrere Kryptowährungen angekündigt. Dies soll dabei helfen, die staatliche Fiatwährung zu stabilisieren und gleichzeitig Sanktionen aus den USA zu umgehen. So soll außerdem auch das bargeldlose Bezahlen verbessert werden. Welche Vorteile die Kryptowährung wirklich bringen könnte, zeigen bereits andere Länder.

Staatliche Kryptowährungen – Ein Aufschwung für die Wirtschaft?

Die Idee einer staatlichen Kryptowährung ist eigentlich nichts Neues. Bereits kurz nachdem der Bitcoin der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurden, betrachtete man mögliche Anwendungsbereiche. Tatsächlich haben bisher einige Länder über die Möglichkeit nachgedacht, eine staatliche Kryptowährung einzuführen. Diese soll in vielen der vorgeschlagenen Modelle an den Wert der Fiatwährung des Landes gebunden und damit starken Schwankungen weniger ausgesetzt sein als Bitcoin und Co. Dies könnte jedoch vor allem in Ländern wie Kuba, in denen die Kaufkraft der Landeswährung niedrig ist, auch negative Folgen auf die Kryptowährung haben.

Venezuela hat mittlerweile selbst eine eigene Kryptowährung angelegt, den Petro. Dieser ist nun eine von zwei offiziellen Währungen des Landes, die zweite ist eine Fiatwährung, die an den Petro gekoppelt ist. Da die Kryptowährung dezentralisiert ist, also von keiner zentralen Stelle ausgeht, kann sie durch Banken und Spekulationen nicht beeinflusst werden. Der Staat hat mittlerweile bereits Rentnerboni mit dem Petro ausgezahlt und seit kurzem müssen auch Banken die Währung annehmen. Dies soll die mangelnde Nachfrage unter den Bewohnern Venezuelas zu einem Umdenken bewegen, denn bisher ist der Petro relativ wirkungslos geblieben. Auch Länder wie Iran sind bereits in der Planung einer eigenen Kryptowährung. Auch hier sind US-Sanktionen ein großer Grund für die Überlegung, aber man erhofft sich dadurch auch einen Aufschwung der Wirtschaft. Da auch Menschen aus anderen Ländern in die Kryptowährung investieren können, könnte hier wieder mehr Geld in das Land fließen. Nun will auch Kuba dem Beispiel folgen, gleichzeitig will man das duale Währungssystem, in dem es derzeit zwei Währungen gibt, wieder vereinen.

Könnte der Bitcoin bald nach Kuba kommen? (Quelle: Public Domain)

Kryptowährungen als Zahlungsmittel

Besonders die stärkste Kryptowährung Bitcoin wurde schon in verschiedenen Branchen und Bereichen als Zahlungsmittel akzeptiert. Einerseits können damit oftmals Luxusgüter wie teure Autos oder sogar Luxusimmobilien mit der virtuellen Münze erstanden werden, aber auch andere Unternehmen wollen auf den Zug aufspringen. Der Vorteil von Einzelhandelsunternehmen liegt darin, dass sie die Zahlungsmethode jederzeit wieder abschaffen können, sollte die Kryptowährung stark an Wert verlieren. Da Bitcoin und Co. besonders volatil sind, kann die Wertschöpfung, aber auch der Wertverlust schwer vorhergesagt werden. Würden eCommerce-Plattformen wie Amazon oder Ebay auf den Zug aufspringen, bestünde hier ein größeres Risiko.

Trotzdem scheinen Kryptowährungen immer mehr zur Währung der Zukunft zu werden. Nachdem die meisten Währungen im Dezember 2017 ihren Höchstwert erreicht hatten und im Jahr 2018 immer weiter abgesunken sind, hat sich der Kryptomarkt 2019 wieder erholt. Jetzt stehen die Währungen stark unter Beobachtung. Sollten sie ihre Wertschöpfung dieses Mal besser halten können, steht einer Zukunft als Zahlungsmethode eigentlich nichts mehr im Weg. Branchen, die sich jetzt schon für Bitcoin und Co. interessieren, finden sich vor allem im Bereich der Online-Spiele. Die Plattform Steam hat die Kryptowährung bereits angeboten, musste dies durch die Einbußen 2018 jedoch wieder pausieren. Besonders Online-Casinos wie Betway suchen stetig nach einer Möglichkeit, um eine große Auswahl an sicheren Zahlungsmethoden anzubieten. Derzeit werden auf der Casino-Plattform Option wie Neteller, PayPal und die Zahlung per Visa-Kreditkarte angeboten. Diese Zahlungsmethoden bieten Nutzern eine große Sicherheit, müssen jedoch mit einem Bankkonto verbunden werden. Hier hätten Kryptowährungen einen Vorteil.  Außerdem verbuchen Kryptowährungen unveränderbare Einträge auf der Blockchain, weshalb sie nicht gefälscht werden können und sind damit sicher sind.

Laut Angaben des kubanischen Präsidenten ist die staatliche Kryptowährung bereits in der Planung. Angekündigt wurde das Vorhaben im Rahmen der Sommersitzung des kubanischen Parlaments im Juli. Diese soll mit der Fiatwährung gekoppelt werden, um starke Volatilität zu vermeiden und die Wirtschaft anzukurbeln. Natürlich hofft man auch, dass andere Länder in die Kryptowährung investieren und somit eine weitere Einnahmequelle für das Land lukriert wird. Steigt die Kaufkraft der Kryptowährung würde damit auch der Wert der Fiatwährung ansteigen. Außerdem können kubanische Unternehmen mit Hilfe der Kryptowährung US-Sanktionen umgehen und hier große finanzielle Einbußen umgehen. Auf den ersten Blick scheint die Einführung der Kryptowährung also nur Vorteile zu bringen. Wie man jedoch am Beispiel von Venezuela sieht, müssen zahlreiche Maßnahmen getätigt werden, damit die Währung überhaupt angenommen wird.

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