25. September 2021

„Cuba heute“ im neuen Design

Neun Jahre sind eine lange Zeit. 2012, dem Jahr in dem dieses Projekt als kleiner Blog anfing, befand sich Havannas Kapitol gerade ganz am Anfang der inzwischen abgeschlossenen Sanierung. Die Reformleitlinien waren erst wenige Monate alt und niemand ahnte, wie viele Hochs- und Tiefs die Insel noch zu Lebzeiten der Castros durchlaufen würde. All dies fand auf diesen Seiten seinen Widerhall und wird auch in Zukunft in gewohnt sachlicher und fundierter Weise aufbereitet werden.

Für eine Website sind neun Jahre jedoch nicht nur lange, sondern eine halbe Ewigkeit. Mehr als genug Anlass also für einen technischen Neuanfang. Manche werden schon bemerkt haben, dass sich in den letzten Wochen hier einiges verändert hat: im Juli stand, zunächst noch im alten Design, der Umzug zu unserem neuen Hostingpartner Sellfirst an. Dort sind auch unsere neuen Partner, das Kubaforum sowie utransto beheimatet, auf deren Angebot ich an dieser Stelle gerne hinweise.

Inzwischen läuft „Cuba heute“ auf einer runderneuerten WordPress-Plattform in frischem Gewand. Mit der zweispaltigen Rasteransicht wird am Desktop für mehr Übersicht gesorgt, während Smartphone-Leser von zeitgemäßer Optimierung und erhöhter Lesbarkeit profitieren. Der obere Bereich der Seitenleiste bietet nun (von links) die fünf beliebtesten (Flammensymbol) sowie die fünf jüngsten Artikel (Uhrsymbol), die neuesten Kommentare und abschließend eine alphabetische Liste der verwendeten Schlagwörter. Die Schlagwort-Wolke im unteren Bereich bietet einen weiteren Überblick, die Volltextsuche bleibt in der schwarzen Leiste rechts oben. Am Ende jedes Artikels findet sich ein neuer „Teilen“-Bereich, der vom PDF-Ausdruck bis zu WhatsApp und LinkedIn reicht. Werbeanzeigen sollten jetzt dezenter als früher ausfallen.

Sämtliche Artikel und Kommentare haben den Umzug überstanden, bei den Seiten im Menüband hat sich jedoch das ein oder andere verändert: Mit der neuen Rubrik „Reisen & Infos“ werden häufige Fragen beantwortet. Eine ständig aktualisierte Linkliste soll Zugang zu wichtigen weiterführenden Infos geben, die sowohl für Touristen und ausländische Studierende als auch Investoren interessant sind. In Zukunft können Sie zudem die Artikelhighlights gespickt mit weiteren Infos über den neuen Newsletter abonnieren, der in etwa monatlich erscheinen soll. Die kostenlose Rundmail kann selbstverständlich jederzeit wieder unkompliziert abbestellt werden. Sollte es doch mal Probleme geben, oder wenn Sie Fragen, Anregungen, Lob oder Kritik zum neuen Design haben, können Sie mich wie gehabt über das Kontaktformular oder die im Impressum hinterlegte eMail-Adresse erreichen. Ein weiterer Vorzug des neuen Designs ist die engere Verzahnung mit social media: „Cuba heute“ ist auch auf Facebook und Twitter präsent. Insbesondere der letzgenannte Kanal soll in Zukunft verstärkt genutzt werden, um bei aktuellen Ereignissen zeitnahe Infos zwischen den Artikeln zu verlinken. Für weitere Hintergründe und Analysen (meistens auf Englisch) lade ich Sie ein, meinem privaten Twitter-Account zu folgen. Wenn Ihnen meine Arbeit gefällt, freue ich mich wie immer über eine kleine Spende oder einen ausgeschalteten Adblocker.

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5 Gedanken zu “„Cuba heute“ im neuen Design

  1. Glückwunsch für das neue Design und danke für das gute und wichtige Projekt!
    Über Kuba möglichst objektiv zu informieren ist mE bei der Polarisierung durch die bekannten Stereotype ein Balanceakt, mit dem man es den typischen ‚Lagern‘ selten recht machen kann.
    Für mich ist Cubaheute neben meinen eigenen Erfahrungen auf der Insel das wichtigste neutrale Informationsportal über Kuba.
    Noch einmal danke dafür und weiterhin viel Erfolg!

    1. Die Artikel selbst sind bei Cubaheute sehr neutral bezüglich der Sprache und ohne vordergründige politisch offensichtliche Wertung geschrieben, das ist richtig. Aber da sie im Wesentlichen ausschließlich offizielle Regierungsmeldungen transportieren, analysieren und reflektieren, kritische Besprechungen und Gegenpositionen aber eigentlich nicht oder nur verkürzt, manchmal mit gedachten Anführungszeichen aufgegriffen werden und auch sonst sehr viele Themen außerhalb des offiziellen Ereignishorizonts schlicht und ergreifend nicht oder kaum vorkommen, kann man schon sagen, dass der Blog trotz interessanter Artikel weit von einer Balance entfernt ist und im Wesentlichen nur Themen besetzt, die sich irgendwie durch die Handlungen oder Verlautbarungen der Regierung als Thema ergeben oder die es in die offizielle kubanische Presse geschafft haben. Eigene investigative Recherchen erwarte ich natürlich gar nicht, es ist schließlich nur ein Blog. Aber es gibt eine erhebliche Schlagseite, die aus der einseitigen Themenauswahl, aus den oft fehlenden Gegenpositionen und aus der Weglassung vieler anderer wichtiger Themen resultieren. Das Gesamtbild ist dadurch ein positiviertes weichgespültes Bild zu Kuba, in dem vieles, was belastend in der Waagschale landen würde, nicht vorkommt.
      Wer ein umfassendes Bild über Kuba haben möchte, kann sich hier im Wesentlichen nur über offizielle Meldungen informieren und sich der Auskommentierung in deutscher Sprache erfreuen. Das hat zwar auch einen Wert, aber ich sehe den Blog eben nicht als objektiv an. Es bedarf weiterer Quellen, um ein vollständigeres Bild zur kubanischen Gesellschaft zu bekommen.

      1. Ich stimme Ihnen zu, dass Cubaheute nicht umfassend über Kuba berichtet und mW keine kritischen Stellungnahmen zu politischen Fragen enthält. Wahrscheinlich ist das beabsichtigt und folgt der Idee der freien aber gezielten Berichterstattung ohne Einmischung im Sinne des Editors. Allerdings wird in diesem Blog auch über Probleme im Land, zB Versorgungskrisen, die Schlangen, die Wut der Bevölkerung, etc berichtet. Insofern finde ich Ihre Bewertung ‚weichgespült‘ und ‚positiviert‘ überinterpretiert. Gerade wenn man Artikel in Cubaheute mit redaktionellen Beiträgen in anderen deutschen Zeitungen, auch in Leitmedien, vergleicht, stellt man fest, dass diese überwiegend tendenziös und bei anekdotischen Formaten geradezu einseitig oder romantisierend berichten. Wie Sie sicher auch selbst bereits an manchen Kommentaren festgestellt haben, nutzen viele Leser*innen Medien gerne, um Ihre eigene Meinung bestätigt zu finden. Wird dies nicht geboten, bemängeln sie dies als Fehler des Mediums, und zwar umso mehr, je vorgefasster ihre Meinung ist.
        Mir ist lieber, ich erhalte einen Ausschnitt, der objektiv ist. Wer ist schon in der Lage, ein sich stetig veränderndes Land wie Kuba in seiner komplexen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Realität objektiv und umfassend zu beschreiben? Nicht umsonst wird der sog. ‚westliche/europäische Blick‘ auf andere Länder und Kulturen gegenwärtig in Frage gestellt. Wir sollten uns nicht länger als Protagonisten und Normgeber einer global gültigen Ethik sehen.
        Indes kann ich Ihre Kritik verstehen, sehe das aber mehr so, dass sich Cubaheute bemüht, weder zu beschönigen noch zu bemängeln. Da ich mich über Kuba zusätzlich mittels anderer Medien informiere, sehe ich den sachlich-objektiven und nicht moralisierenden Stil dieses Blogs jedoch als wohltuendes Gegengewicht zu den punktuellen und oft klickratenorientierten Beiträgen in den deutschen Mainstreammedien, mittels derer man erst recht kein adäquates und repräsentatives Bild der kubanischen Realität geboten bekommt.
        Die Vorstellung, man könne durch ein einzelnes Medium ein umfassendes und sogar objektives Bild von einem Land vermittelt bekommen, halte ich für eine Utopie.

        1. Bezüglich der Utopie, ein einziges Medium könne ein Bild vermitteln, gebe ich ihnen Recht.

          Auch ich bediene mich vieler Medien, darunter auch Primär- und Sekundärmedien, aber auch mir suspekte und unliebsame Medien aus allen Lagern oder gar Social-Media-Accounts verschiedenster offizieller und inoffizieller Akteure, helfen mir, mich durch das Phänomen Kuba durchzuarbeiten und mir ein Bild zu machen. Ich kann überhaupt nichts mit dem abgegriffenen und ausnahmslos abwertend gemeinten Begriff „Mainstreammedien“ anfangen, er gilt mir eher als verräterischer Unterton und ist für mich mittlerweile ein Zeichen dem nachfolgenden Text meines Gegenübers etwas genauer hinzuhören. Was mit dieser oft als Aluhut-Sprech genutzten Bezeichnung ebenso oft irreführend synonym gesetzt und pathologisiert wird, wird der Sache nicht gerecht. Übrigens wären viele Protagonisten aus Politik und Gesellschaft froh, mit ihren Ideen und Meinungen doch endlich „Mainstream“ zu werden, um nicht das Wort „populär“ zu benutzen. 😉

          Was Sie dem Blog hier nicht abverlangen, wird umso mehr den deutschen „Mainstreammedien“ abverlangt, nämlich ein Gesamtbild zu vermitteln. So wird aber kein Schuh draus. Hier steht „Cuba Heute“ über dem Blog. Der Name ist also Programm – das „Kuba von heute“ soll vermittelt werden. Da setze ich tatsächlich einen etwas anderen Maßstab an, als z.B. bei Spiegel, TAZ oder der Welt (die ich nur zum Thema Kuba mit heranziehe), die aber eher tagesaktuelle Ereignisse reflektieren, aber trotz alledem z.T. recht gute Artikel mit authentischen Protagonisten geschrieben haben. Ganz im Gegensatz z.B. zur „Jungen Welt“, die sich in Wahrheit distanzlos einem Kampagnen-Aktivismus verschrieben hat und das „Berichterstattung“ bzw. „Journalismus“ nennt. Dabei hat z.B. Volker Hermsdorf keine einzige Recherche-Linie in die Reihen der Kritiker, der kubanischen Opposition und Dissidenten, der weiß gar nicht, was die wollen und wie diese connected sind. Vielmehr zieht er es vor, 1:1 in der Granma abzuschreiben und in endlosen Monologen als Erklärbär mit Phrasen (Söldner des Imperiums) über diejenigen herzuziehen, über die er tatsächlich am allerwenigsten weiß. Sogar die Diffamierungen übernimmt Hermsdorf 1:1 aus den Sprachrohren der Regierung, Humberto Lopez wäre entzückt. Dass der Verlag 8. Mai ausgerechnet auch die deutsche Ausgabe der Granma vertreibt, erscheint da quasi schon als folgerichtig. Der Bogen ließe sich weiter zu „Cuba Si“, DIE LINKE, Amerika21, Netzwerk Cuba und damit auch zum Vorsitzenden Edgar Göll ziehen, der hier und auch auf Amerika21 schrieb, so wie auch Marcel, womit sich der Kreis zu Cubaheute schließt und sich auch erschließt, warum hier wenig Kritisches zu lesen ist und viele Aspekte des kubanischen Lebens gar nicht vorkommen. Jüngst gab es eben auch einen Artikel von Marcel in diesem Kampagnenblatt Junge Welt. Auch wenn es dort sehr sachlich um mehrheitlich wirtschaftliche Fragen und deren Einordnung ging, dass jemand für dieses distanzlose, dem blinden Loyalismus ergebene Aktivistenblatt schreibt, ist für mich auch ein sehr klares politisches Statement. In diesem Kontext lese ich auch die sehr einseitigen Veröffentlichungen am IISC (International Institute for the Study of Cuba) zu den Ereignissen am 11. Juli (nicht nur von ihm), die im Gegensatz zum formulierten Anspruch des Instituts stehen, nämlich nüchtern, wissenschaftlich und evidenzbasiert ein Bild zu Kuba zu erarbeiten. Auch auf Seiten des Institutes werden kritische Seiten der kubanischen Gesellschaft nicht in Anrechnung gebracht.

          Dass der Blog nicht moralisiert empfinde ich einerseits auch als wohltuend, allerdings auch ein wenig scheinheilig. Jeder Journalismus, jedes Buch bemüht sich um eine Einordnungen, denn den Wissenvorsprung des Autors können Leser nicht ohne Weiteres ohne Erklärungen aufholen und ohne das wäre es sonst auch nicht sonderlich interessant zu lesen, außer vielleicht für den wissenschaftlichen Bereich. Die endlose Aneinanderreihung von faktischem Wissen ist für den geneigten Leser ohne einordnenden Worte durch den Autor nicht halb so viel wert und kein Selbstläufer. Das macht letztlich auch Marcels Artikel erst interessant, denn die offiziellen Verlautbarungen kann man auch in der Granma und im manchmal verhältnismäßig kritischen Diskurs auch auf Cubadebate lesen. Journalismus soll sich nicht nur auf amtlich „zertifizierte Wasserstände“ berufen, sondern selbst recherchieren, nur so kann Journalismus aufdecken und als 4. Macht im Staat als Korrektiv den Regierenden auf der Lauer liegen. Auf die Meldung „zertifizierter Wasserstände“ zu warten, das ist kein Journalismus, sondern Reichweitenverstärkung für das „Wasseramt“. Hätten Journalisten immer nur darauf vertraut, hätte es keine Aufklärung irgendwo gegeben, keine Kriegsberichterstattung. Journalisten müssen sich Protagonisten suchen und deren Geschichten erzählen.
          Da das Blog hier nie wirklich heiße Eisen anfasst, brennt eben auch nichts an. Und bei eher wirtschaftlichen Meldungen und der Interpretation offizieller Anordnungen, Gesetze, Maßnahmen, da kann man eben auch nicht viel falsch machen. Allerdings sehe ich trotz alledem das Positive an diesem Blog, es hilft mir, einen Teil der höchst offiziellen Seite leichter in meiner Rezeption in Anrechnung zu bringen und in diesem Sinn traue ich auch diesem Blog hier, dass redlich innerhalb des Rahmens gearbeitet wird.

          1. Danke für die Kommentare! „Cuba heute“ verfolgt in der Tat nicht den Anspruch, die gesellschaftliche Wirklichkeit in ihrer Gänze abzubilden, das ist als Ein-Personen-Projekt auch gar nicht realistisch machbar. Seit der Gründung liegt der Schwerpunkt aus eigenem Erkenntnisinteresse heraus vor allem auf den Reform- und Transformationsprozessen in der Wirtschaft, wobei dem Leser auch praktische Informationen mit an die Hand gegeben werden sollen. Dass dafür mehr auf offizielle Quellen, Gesetze und Verlautbarungen zurückgegriffen werden muss als bei einem thematisch breiter angelegten Magazin, liegt in der Natur des Gegenstands. Von „Patria y Vida“, Demonstrationen, Mangel und Kritik an Preisobergrenzen bis hin zum Reporting der Corona-Toten wurden und werden hier weiterhin „heiße Eisen“ angefasst.

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