Die kubanische Landwirtschaft 2013

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die kubanische Statistikbehörde ONE die ersten Zahlen zur Landwirtschaft in Kuba in diesem Jahr (Januar bis März). Nachdem der Sektor schon seit Jahren mit Problemen zu kämpfen hat und sich erst langsam seit 2011 begann zu erholen, lassen die aktuellen Reformen in diesem Bereich mittelfristig auf größere Erfolge hoffen. Dies ist auch dringend notwendig, allein im Jahr 2012 musste Kuba 1,7 Mrd. US$ für Nahrungsmittelimporte ausgeben. Die Revitalisierung der landwirtschaft ist daher essentiell für die gesamte Entwicklung der kubanischen Wirtschaft. Im Januar wurden deshalb über 600 Vorsitzende von Genossenschaften ausgetauscht, die Umstrukturierungen sind seitdem in vollem Gange.

Doch wie sind die Auswirkungen in diesem Jahr? Zunächst stieg die landwirtschaftliche Produktion in den Monaten Januar bis März um insgesamt 1,2% im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres. Insbesondere die Gemüse- (+8,4%) und Reisproduktion (+2,5%) sowie die Viehzucht (+16,8%) konnten zulegen, während Zitrusfrüchte (-33,9%), Bananen (-44,6%) sowie Knollen- und Wurzelgewächse in diesem Jahr bisher weniger Erträge lieferten.

Produktion der Landwirtschaft Januar-März 2013

Produktion ausgewählter landwirtschaftlicher Erzeugnisse, Januar bis März.

Die Folgen der neuen UBPC-Reformen dürften noch nicht absehbar sein, da sich Veränderungen in der Landwirtschaftspolitik in langfristigeren Zeiträumen zeigen. Bemerkenswert ist jedoch, dass die UBPCs in der Reis- und Gemüseproduktion einen stärkeren Anteil innehaben als im letzten Jahr. Dennoch konnten gerade in diesem Bereich noch keine signifikanten Verbesserungen erzielt werden.

Anders sieht es dagegen in der Viehzucht aus: Die Fleischproduktion stieg um 16,8% und liegt mit 31.900 Tonnen (Zeitraum Januar bis März) derzeit auf einem Dreijahreshoch. Auch die Intensität der Viehzucht konnte gesteigert werden, der Viehbestand stieg insgesamt leicht an, während die Milchproduktion um 0,8% zurückging. Die Hurricanschäden in den Provinzen Holguín und Santiago de Cuba spiegeln sich bei vielen Produkten ebenfalls in der Statistik wieder.

Insgesamt entsteht also ein noch wenig aussagekräftiges Bild über den Zustand der kubanischen Landwirtschaft, es bleibt abzuwarten, was das Jahr 2013 noch bringen wird.

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