Ermittler gehen gegen Benzin-Diebstahlring in Havanna vor

Der Diebstahl von Benzin und anderen Treibstoffen ist aktuell vor allem in den Provinzen Havanna, Villa Clara und Holguín ein großes Problem (Quelle: Cubadebate)

Wie kubanische Medien berichten, laufen auf der Insel derzeit mehr als 300 Ermittlungsverfahren die mit dem Diebstahl von Benzin und Treibstoffen zusammenhängen. Ein krimineller Ring, der systematisch große Mengen des knappen Guts in einem Kraftwerk von Havanna veruntreut hat, konnte inzwischen zerschlagen werden. Doch der Kampf gegen den Benzinklau bleibt auf Kuba eine ständige Aufgabe für die Strafermittler.

Wie das Nachrichtenportal „Cubadebate“ berichtet, wurden durch den Ring im Verlauf vieler Monate über 117.000 Liter Treibstoff veruntreut, was einem wirtschaftlichen Schaden von über 18.000 Euro entspricht. Die beteiligten Personen hätten den Treibstoff vom Dieselkraftwerk „Berroa“ im Osten Havannas abgezwackt und für Preise zwischen 3 und 5 Pesos pro Liter (ca. 10 Eurocent) verkauft. Die offiziellen Tankstellenpreise auf Kuba sind ähnlich wie in Deutschland.

Das „Abzwacken“ von Benzin ist auf Kuba längst kein Kavaliersdelikt mehr (Quelle: Cubadebate)

Bisher wird in diesem Kontext gegen 17 Personen ermittelt, insgesamt laufen auf ganz Kuba derzeit jedoch 339 Prozesse, die mit dem Thema Diebstahl und Veruntreuung von Treibstoff zusammenhängen. Vor allem in den Provinzen Havanna, Villa Clara und Holguín ist das Phänomen in jüngster Zeit besonders ausgeprägt,  wo 36 Prozent aller aufgedeckten Fälle aufgetreten sind.

Bereits zu Beginn seiner Amtszeit sagte Kubas neuer Präsident Miguel Díaz-Canel Korruption und Diebstahl den Kampf an. Mit mehr Kontrolle, der Einführung von Magnetkarten und anderen Maßnahmen will Kuba „den Hahn schließen„. Das „schwarze Gold“, welches für die Insel aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation in Venezuela immer teurer wird, soll künftig vom Schwarzmarkt verschwinden. Ob das in absehbarer Zeit gelingt scheint jedoch fraglich, denn die bisher ermittelten Fälle dürften eher die Spitze des Eisbergs ausmachen. Die Tatsache, dass darüber ausführlich berichtet wird, zeigt jedoch, dass das Thema inzwischen höchste Priorität von Seiten der Regierung genießt.

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