Kuba bereitet Abschaffung des CUC vor

Der konvertible Peso (CUC) verliert auf Kuba immer mehr an Bedeutung (Quelle: Commons)

Nach dem Ein- und Ausfuhrverbot des konvertiblen Pesos (CUC) am 16. November unternimmt Kubas Regierung diese Woche weitere Schritte zur Vorbereitung der anstehenden Währungsreform. Wie die „Granma“ berichtet, haben zwei Supermärkte in Havanna damit begonnen, nur noch kubanische Pesos als Wechselgeld auszugeben.

Die beiden bekannten Geschäfte „Centro Comercial Almendares“ und „5ta y42“ in Havanna sind die ersten des Landes, die von Kubas Zentralbank angewiesen wurden, nur noch kubanische Pesos (CUP) als Wechselgeld auszugeben. Sollte alles glatt laufen, werden „weitere Läden in Havanna und anderen Provinzen“ folgen, in denen ausschließlich der Peso als Rückgeld fungiert.

Der CUC wurde auf Kuba im Jahr 2004 als Devisenwährung eingeführt, um den US-Dollar zu ersetzen. Theoretisch ist jeder CUC mit einem Dollar gedeckt, was allerdings seit einigen Jahren in der Praxis nicht mehr der Fall ist. Um Importe zu bezahlen benötigt der kubanische Staat echte Devisen, die aufgrund der schlechten Besucherzahlen und neuer US-Sanktionen derzeit knapp sind. Aus diesem Grund wird die bereits 2013 angekündigte und seither mehrfach verschobene Währungsreform in jüngster Zeit offensiv vorbereitet.

So hat die Regierung im Oktober neue Läden eröffnet, in denen Haushaltsgeräte, Elektroroller und andere Importwaren ausschließlich gegen US-Dollar, Euro und andere Fremdwährungen bezogen werden können. Weitere Geschäfte sollen in den kommenden Wochen im ganzen Land die Pforten öffnen. Dies hat bereits zu einem Wertverlust des CUC geführt: so beträgt der inoffizielle Wechselkurs auf dem Schwarzmarkt statt ehemals annähernd 1:1 aktuell nur noch 1:1,2 bis 1:1,3. Private Zimmervermieter lassen sich bereits heute anstatt in CUC lieber in Euro oder US-Dollar bezahlen. Noch wird der CUC jedoch überall akzeptiert.

Um die Verfügbarkeit von knappen Importwaren zu verbessern arbeitet der Staat darüber hinaus auch am Ausbau des Onlinehandels. In wenigen Wochen sollen Kunden mittels der Bezahlapp „Transfermovil“ knappe Produkte wie Kaffee und andere Lebensmittel bequem über ihr Handy einkaufen können. Auch eine Option zur Lieferung nach Hause soll es geben. Die Vermeidung von Bargeld bei der Bezahlung (in den neuen Devisenläden ist Girokarte Pflicht) soll Inflation vermeiden und verhindern, dass der Dollar als effektives Zahlungsmittel zirkuliert.

Eine weitere Maßnahme auf dem Weg zur Vereinheitlichung der Währungen auf Kuba war das jüngst Erlassene Verbot der Ein- und Ausfuhr von CUC. Seitdem kann in den Geschäften des Flughafens von Havanna nur mit kubanischen Pesos und Devisen eingekauft werden. Dort hat der CUC als Zahlungsmittel bereits ausgedient und es ist nur eine Frage der Zeit, bis dies auch im Rest des Landes der Fall sein wird. Wann genau der 2013 angekündigte „Tag X“ sein wird, an dem der CUC vollständig aus der Zirkulation verschwindet, ist bisher weiterhin unklar. Fest steht, dass die Währung zunehmend an Bedeutung verliert und sich damit langsam aber sicher überflüssig macht. Das Ende des CUC bedeutet, dass der kubanische Peso, der sich bisher 24:1 zum CUC tauscht, zum einzigen Zahlungsmittel wird.

Für Kuba-Reisende gibt es indes keinen Grund zur Sorge: entgegen verbreiteter Gerüchte können auch Touristen auf Kuba seit vielen Jahren ohne Schwierigkeiten an die nationale Währung gelangen: jede Wechselstube (CADECA) tauscht gegen Vorlage des Reisepasses Fremdwährung in CUC, und in einem zweiten Schritt CUC in Pesos um. Seit 2014 kann man auf Kuba in allen Geschäften mit Pesos (CUP) bezahlen.

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