8. Dezember 2021

Neuer Biotechkomplex in Mariel öffnet seine Pforten

Am Montag hat das bis dato modernste Biotech-Unternehmen Kubas den Betrieb aufgenommen. Die „CIGB-Mariel S.A.“ ist als Kooperation zwischen der staatlichen Unternehmensgruppe BioCubaFarma und dem Zentrum für Gentechnik und Biotechnologie (CIGB) mit „100 Prozent kubanischem Kapital“ in der Sonderwirtschaftszone von Mariel (ZEDM) entstanden. Wie staatliche Medien berichten, handelt es sich um die erste Hochtechnologiefirma in der Ende 2013 eröffneten Zone.

Der Komplex diene der „Erforschung, Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen und innovativen Arzneimitteln zur Bekämpfung der größten Gesundheitsprobleme in Kuba und der Welt “, erklärte Präsident Miguel Díaz-Canel auf einer Rede bei der Einweihungsfeier am Montag. Die Anlage sei „gemäß höchsten Standards und internationaler Best-Practice für Labors und Medikamentenproduktion“ entworfen worden und die fortgeschrittenste des Landes. Forschung und Produktion erfolgen unter einem Dach. Neben den heimischen Corona-Impfstoffen sollen in erster Linie Medikamente gegen Krebs, Diabetes, Gefäßprobleme, Autoimmunerkrankungen und Infektionskrankheiten hergestellt werden. Die Produktion des Impfstoffs „Abdala“ wird noch vor Ende des Jahres in Mariel beginnen. Unter den acht ersten Produkten ab 2022 befindet sich unter anderem das Diabetes-Medikament „Heberprot-P“ sowie der Immunmodulator „Jusvinza“ (CIGB-258), der zur Therapie von hospitalisierten Corona-Patienten eingesetzt wird. In einer zweiten Ausbaustufe soll die Anlage mit einer höheren Fermentationskapzität ausgestattet werden und ein breiteres Spektrum an Produkten wie Sprays, Fertigspritzen und Nanovesikel herstellen können.

Kuba hat vor wenigen Monaten mit dem Export seiner Corona-Impfstoffe begonnen. Neben Venezuela, das bis Dezember über 16 Millionen Dosen bestellt hat, ist Vietnam derzeit einer der Hauptabnehmer. Mexiko, Argentinien und Iran haben Interesse für den Aufbau lokaler Produktionskapazitäten angemeldet. Mit den Reformen des staatlichen Wirtschaftssektors sind insbesondere für Unternehmen im Hochtechnologiebereich neue Anreize für den Export entstanden, die nun materiell unterfüttert werden können. Für staatliche Unternehmen gelten in Mariel die selben Konditionen wie für ausländische Firmen, was unter anderem Steuer- und Zollvorteile umfasst. Dass neben Präsident Díaz-Canel und Premierminister Manuel Marrero auch Raúl Castro zur Eröffnungsfeier angereist war, ließ Kubas Medien die Bedeutung des Projekts unterstreichen. Die rund 400 Beschäftigten sollen sich vor allem aus jungen Fachkräften der Provinzen Havanna und Artemisa zusammensetzen. Die Grundsteinlegung für den Komplex, dessen Errichtung von Baufirmen der kubanischen Streitkräfte unterstützt wurde, erfolgte im Dezember 2016.

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