26. Februar 2024

Solidarität mit Palästina in Havanna: 100.000 auf Demonstrationszug vor US-Botschaft

Zehntausende Kubaner haben sich am Donnerstag auf den Straßen Havannas versammelt, um angesichts des Kriegs in Gaza ihre Solidarität mit dem palästinensischen Volk zu zeigen. Angeführt wurde der Demonstrationszug von Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel und Premierminister Manuel Marrero, die neben anderen Regierungsvertretern mit Kufiya („Palästinensertuch“) erschienen waren. Aufgerufen zu der Großkundgebung haben der kommunistische Jugendverband UJC und der Hochschulverband FEU.

„Wir haben uns hier versammelt, weil wir angesichts von Faschismus, Mord und Völkermord am palästinensischen Volk nicht abseits stehen können“, erklärte der erste Sekretär des kommunistischen Jugendverbands in Havanna, Raúl Alejandro Palmero, zum Auftakt der Demo, die vor der antiimperialistischen Tribüne nahe der US-Botschaft in Havannas Stadtteil Vedado vorbeizog.

Von Studierenden gestaltete Palästina-Flagge (Quelle: FEU)

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, nahmen an der Demonstration zahlreiche junge Menschen teil. Der Hochschulverband FEU marschierte mit einer riesigen Flagge Palästinas, die aus den Fingerabdrücken von Studierenden bestand. Auch palästinensische Medizinstudenten nahmen an dem Marsch teil. Die Teilnehmer skandierten Parolen wie „Freies, freies Palästina, Israel ist Völkermord“ und „Hoch mit der palästinensischen Freiheit“.

Es sei „kein Zufall, dass wir vor der Botschaft der Vereinigten Staaten marschiert sind“, erklärte die Universitätsprofessorin Anet Rodríguez gegenüber Reuters. „Die Vereinigten Staaten sind einer der Hauptverantwortlichen für die Unterstützung des Staates Israel […] sie unterstützen ein Massaker an den Palästinensern und verletzen internationales Recht“, so Rodríguez.

„Die jungen Leute, die an diesem Marsch teilnehmen, wollen, dass die Angriffe auf Palästina aufhören“, sagte die 22-jährige Cristina Diaz, die an der Universität Havanna Physik studiert. Beide Seiten hätten unter dem Krieg gelitten, der durch die Angriffe der Hamas auf Israel am 7. Oktober ausgelöst wurde, sagte sie. „Es wäre naiv zu glauben, dies sei ein Krieg“, fügte sie hinzu. „Es ist ein Völkermord“.

Die Kundgebung war die erste Großdemonstration mit internationalem Bezug seit über einer Dekade in Kuba. Laut Angaben des kubanischen Innenministeriums wurden über 100.000 Teilnehmer gezählt. Kuba unterstützt den Kampf des palästinensischen Volkes für einen eigenen Staat bereits seit vielen Jahrzehnten, unter anderem mit kostenlosen Studienplätzen für angehende Ärzte an der internationalen Medizinhochschule ELAM. Auch innerhalb der kubanischen Bevölkerung ist die Solidarität mit Palästina breit verankert. Vergangenen Freitag wurde das Denkmal des Nationalhelden José Martí auf dem Revolutionsplatz mit der palästinensischen Flagge angestrahlt. Bei den Vereinten Nationen setzt sich die sozialistische Insel für eine Zweistaatenlösung ein und hat sich in den vergangenen Wochen wiederholt für einen Waffenstillstand ausgesprochen.

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2 Gedanken zu “Solidarität mit Palästina in Havanna: 100.000 auf Demonstrationszug vor US-Botschaft

  1. Organisierter Antisemitismus! Viele Teilnehmer wurden unter den üblichen Druckszenarien genötigt, wie sie auch zum 1. Mai aufgefahren werden, daran teilzunehmen. Diesel für staatliche Busse gab es natürlich, wenn es darum ging, genügend Leute heranzukarren. Die Fressbuden ließen bei Studenten nur den Zahn tropfen, nachdem sie den ganzen Tag nichts gegessen haben und generell kaum das Geld zum Erwerb der kulinarischen Ergüsse haben.
    Dieser Artikel ist mal wieder mal eine dieser ekeligen Distanzlosigkeiten auf diesem Account.
    Ich weiß natürlich, dass meinen Kommentar nicht veröffentlichst, Hofberichterstatter!

  2. „Organisierter Antisemitismus!“ Mit solchen einfach gestrickten Aussagen tragen Sie dazu bei, den Begriff des Antisemitismus zu entwerten, was bedauerlich ist. Solidarität mit dem palästinensischen Volk und berechtigte Kritik an Israel hat mit Antisemitismus nichts zu tun. Leider wird der Begriff immer häufiger dazu genutzt, jegliche Kritik an Israel pauschal zu delegitimieren. Wenn Sie Kuba kennen, wissen Sie ja, dass dort kein Volk von Judenhassern lebt, ganz im Gegenteil. Und dass Kuba trotz US-Sanktionen und schwerer Wirtschaftskrise weiterhin kostenlose Studienplätze für angehende Ärzte aus schwierigsten Verhältnissen anbietet, ist Ihnen natürlich keine Silbe wert. Der Bericht ist wie immer sachlich und objektiv, schauen Sie sich doch mal in die Agenturmeldungen dazu an, die berichten nicht viel anders!

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